Gewerkschafts-Landestag Öffentlicher Dienst NÖ 1 - Klare Schöls-Absage an Direktwahl des ÖGB-Präsidenten:

"Nur Entfaltung der persönlichen Eitelkeit durch Mitgliedsbeiträge"

St. Pölten (OTS) - In seinem Bericht vor dem 15. Landestag der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst NÖ, der mit 57.000 Mitgliedern größten Einzelgewerkschaft Niederösterreichs, am Dienstag in St. Pölten erteilte der Landesvorsitzende, NR-Abg. Alfred Schöls, der Forderung des Eisenbahner- Gewerkschaftschefs Wilhelm Haberzettl nach Direktwahl des ÖGB-Präsidenten eine glatte Abfuhr: Dies würde lediglich dazu führen, dass "Mitgliedsbeiträge zur Entfaltung der persönlichen Eitelkeit über Fotos und Folder herhalten müssten". Denn "die Mitglieder kennen doch nicht alle Funktionäre", wer also eine Direktwahl fordere, könne dies nur "aus Selbstüberschätzung oder Ahnungslosigkeit" tun. Seine Gewerkschaft GÖD stellte Schöls hier als beispielhaft dar: "Ich wünsche mir, dass im gesamten ÖGB so transparente Ergebnisse - auch fraktionell transparent - herrschen wie bei der GÖD". Nur in der GÖD "muss sich jeder Funktionär einmal einer Urwahl der Kollegenschaft stellen", auch das Landespräsidium werde transparent im Kurienwahlsystem gewählt.

Gegen "Aufbauen der Einzeltätertheorie ,der Fritzl war’s vom Zehnerhaus’

Im Zusammenhang mit der BAWAG kritisierte Schöls das "Aufbauen der Einzeltätertheorie nach dem Motto ,der Fritzl war’s vom Zehnerhaus’." Vielmehr gehörten alle zur Verantwortung gezogen. Auch hier unterscheide sich die GÖD deutlich vom ÖGB, betonte Schöls, denn "bei uns ist es selbstverständlich, dass die zweitgrößte Fraktion voll eingebunden" ist.

Zur Frage der Richtungsgewerkschaften äußerte Schöls eine Präferenz für die Einheitsgewerkschaft als "erfolgreiches Gewerkschaftsmodell - aber es ist nicht das einzige Gewerkschaftsmodell in Europa!"

Scharfe Kritik übte Schöls an einem "selbsternannten Arbeiterpater", der bei der ÖGB-Bezirkskonferenz Scheibbs die ÖVP als "schadhafte Fettembolie" und die Bundesregierung als "schadhaft und tödlich" bezeichnet habe. Der Pater solle sich entschuldigen, forderte Schöls und dürfe nicht mehr beim ÖGB auftreten.

Ausdrücklich lobte Schöls die gute - auch fraktionelle -Zusammenarbeit innerhalb der GÖD. (Fortsetzung)

Rückfragen & Kontakt:

(wochentags): Harald Sterle 02742/35 16 16/0
mailto: goed.noe@goed.at
Agentur/Die PRofis 01/894 35 44/11, 0664/201 70 45

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GNO0002