Prammer und Heinisch-Hosek: Ehrenamtliche Tätigkeit besser sozial- und arbeitsrechtlich absichern

Heute Entscheidung über SPÖ-Antrag bezüglich Dienstfreistellung und Absicherung ehrenamtlicher Helfer

Wien (SK) - Heute wird im parlamentarischen Sozialausschuss über den SPÖ-Antrag zur Dienstfreistellung und sozial- und arbeitsrechtlichen Absicherung freiwilliger Helfer abgestimmt. Die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende und Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sowie SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek nehmen am Dienstag in einer Pressekonferenz eine Ablehnung des "sehr konkreten" SPÖ-Antrags mit der Forderung nach einer Regierungsvorlage zugunsten des ÖVP-Antrags, der "nur Vorschläge unterbreitet", an. Die beiden SPÖ-Politikerinnen widmeten sich in der heutigen Pressekonferenz der unbezahlten Arbeit. "Das freiwillige Ehrenamt ist eben nicht nur eine Frage der Freiwilligkeit, sondern auch eine Frage der Absicherung", betonte Heinisch-Hosek. ****

51 Prozent der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren sind ehrenamtlich tätig. Wöchentlich werden in Österreich zwischen 8,5 und 16,7 Mio. Stunden für ehrenamtliche Tätigkeiten aufgewendet. Durch Einbeziehung der unbezahlten Arbeit in das BIP wäre dieses laut AK zwischen 50 und 140 Prozent höher. 70 Prozent dieser Steigerung würden Frauen tragen.

Barbara Prammer unterteilte die ehrenamtliche Tätigkeit in "freiwilliges" und "unfreiwilliges Ehrenamt". "Das 'unfreiwillige Ehrenamt' haben oft Frauen inne, denen nichts anderes übrig bleibt", so Prammer. Oft handelt es sich um soziale, familiäre Aufgaben bis hin zu Bildungsaufgaben. Prammer plädiert für eine "Professionalisierung" dieses Teils der Arbeit. Dort, wo das Ehrenamt berufliche Strukturen übernimmt, soll das Ehrenamt enden. "Ehrenamt soll Ehrenamt bleiben", so Prammer. Zwar soll die Zivilgesellschaft weiterhin einen wesentlichen Dienst an der Gesellschaft leisten, aber eine zu starke Auslagerung an das Ehrenamt ist für Prammer neben der arbeits- und sozialrechtlichen Problematik auch nicht zukunftsfähig. Bei einer immer älter werdenden Gesellschaft müsse man sich nach anderen Modellen umsehen, wesentlich sei es, ein entsprechendes Finanzierungssystem zu finden und die Frauen abzusichern.

Als weiteres Beispiel nannte Prammer die Kinderbetreuung. Tagesmütter sind oft nicht bei einer Trägerorganisation angestellt und entsprechend schlecht abgesichert. "Dabei würde der Ausbau der Kinderbetreuung keine enormen zusätzlichen Kosten mit sich bringen", verwies Prammer auf eine Untersuchung der WU-Wien, wonach "neun von zehn in Kinderbetreuung investierte Euros direkt oder indirekt wieder in die Staatskasse zurück fließen."

Werden nicht verheiratete Mitversicherte ab 1. August ohne Versicherungsschutz dastehen?

SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Heinisch-Hosek machte auf eine weitere Problematik aufmerksam. Nach einem VfGH-Erkenntnis hat die Regierung bis 31. Juli Zeit, das ASVG zur Mitversicherung zu reparieren, da homosexuelle Paare nach bisherigem Gesetzestext nicht berücksichtigt wurden. Mit 1. August werde die Gesetzespassage zur Mitversicherung Unverheirateter gestrichen. Heinisch-Hosek: "Bisher gibt es keinerlei Anstalten Seitens der Regierung, hier etwas zu unternehmen. Es ist zu befürchten, dass mit 1. August tausende Paare ohne Versicherungsschutz dastehen - viele ohne das überhaupt zu wissen, denn es gibt auch keinerlei Verpflichtung für die Versicherungen, ihre Mitversicherten darüber zu informieren, dass der Versicherungsschutz erloschen ist." (Schluss) up

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0017