ÖGB zu Bartenstein: Schönfärberei löst Probleme am Arbeitsmarkt nicht

Achitz: Immer weniger Existenz sichernde Arbeitsplätze

Wien (ÖGB) - "Die Schönfärberei von Minister Bartenstein hilft den Menschen in Österreich, die einen Arbeitsplatz suchen, nicht weiter", stellt der Leiter des sozialpolitischen Referats im ÖGB, Bernhard Achitz, zur heutigen Interpretation der Eurostat-Beschäftigtendaten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit klar. Achitz weiter: "Um ein klares Bild über die Aussagekraft der Eurostat-Statistik zu erhalten, sollte man auch das 'Kleingedruckte' lesen."

Als Erwerbsbevölkerung werden in der Eurostat-Erhebung alle Personen gezählt, die während der Referenzwoche irgendeine Tätigkeit gegen Entgelt oder Ertrag mindestens eine Stunde ausgeübt haben oder die nicht gearbeitet haben, weil sie vom Arbeitsplatz vorübergehend abwesend waren. Achitz: "Mit Statistiken lässt sich alles belegen, wenn man dann nicht in die Tiefe geht. Die Schönfärberei der Situation am Arbeitsmarkt durch den Arbeitsminister ist jedenfalls nicht angebracht."
Achitz verweist auf das Problem der Jugendarbeitslosigkeit, die steigende Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen, die in Schulungen versteckt werden, und auch auf die Tatsache, dass viele Menschen unfreiwillig in Teilzeit oder sonstigen atypischen Beschäftigungsformen arbeiten müssen. "Über die Qualität der Arbeitsplätze sagen die Eurostat-Daten also nichts aus. Aus einer Wifo-Studie wissen wir aber, dass von 2000 bis 2005 rund 85.000 Vollzeitarbeitsplätze verloren gegangen sind", so Achitz abschließend.

Die Forderungen des ÖGB für eine vernünftige Arbeitsmarktpolitik und zur Sicherung der Qualität der Arbeitsplätze:

o Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen
o Ausbau der Pflegedienste
o Bekämpfung des Schwarzunternehmertums
o Steuerentlastung für kleine und mittlere Einkommen
o Verdoppelung der Negativsteuer
o Zuschläge für Teilzeitbeschäftigte bei Mehrarbeit
o Zuschläge bei kurzfristiger Verlegung der Arbeitszeit
o Eine Mrd. Euro zusätzlich für dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen

ÖGB, 16. Mai
2006
Nr. 359

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