Temelín: Pröll muss Kritikpunkte der Expertenkommission einfordern

Frais: "Anschober und Pühringer sollen Pröll an seine Gipfel-Versprechen erinnern"

Linz (OTS) - "Wenn Tschechien die Umweltorganisationen aus dem Temelín-Kollaudier-ungsverfahren ausschließt, dann müssen die Kritikpunkte der österreichischen Expertenkommission zumindest von Umweltminister Pröll eingefordert werden. Dieser hat beim jüngsten Temelín-Gipfel am 03. April 2006 zugesagt, sich die Kollaudierung ganz genau anzuschauen und alle Möglichkeiten für Österreich zu nutzen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um innerhalb der nächsten 30 Tage, bis zum endgültigen Kollaudierungsbescheid, die Nachrüstung der festgestellten Sicherheitsmängel einzufordern", betont SP-Klubobmann Dr. Karl Frais. Umweltlandesrat Anschober und Landeshauptmann Pühringer ersucht der SP-Klubchef auf Umweltminister Pröll einzuwirken, damit dieser seinen Zusicherungen vom jüngsten Gipfel auch nachkommt.

"Nach wie vor verfolgt die SP-Oberösterreich die Temelín-Nullvariante als erstes Ziel. Angesichts der drohenden Kollaudierung und der damit verbundenen offiziellen Aufnahme des kommerziellen Betriebs, ist jedoch auch die Nachrüstung der von der österreichischen Expertenkommission festgestellten Mängel im AKW Temelín notwendig. Entscheidend ist, dass die Bundesregierung rasch und entschlossen handelt. Umweltminister Pröll muss seinen Zusicherungen vom jünsten Gipfel, dass er für Österreich alle Möglichkeiten im Zuge der Kollaudierung nutzen wolle, auch tatsächlich nachkommen", stellt der SP-Klubobmann fest.

Die Probleme im AKW Temelín sind seit langem bekannt und wurden bereits durch zahllose Zwischenfälle bestätigt. "Die Verantwortung für die negative Situation, dass ein Atomkraftwerk mit von Experten festgestellten Sicherheitsmängeln nah der österreichischen Grenze unmittelbar vor der Aufnahme des kommerziellen Betriebs steht, tragen die tschechische und die österreichische Bundesregierung gemeinsam. Es wird immer erkennbarer, dass sich Schüssel beim Melker Abkommen über den Tisch ziehen hat lassen. Dieses sanktionslose Machwerk, das zur Blendung der Österreicher eingesetzt wurde, hat sich als vollkommen ineffektiv erwiesen", schließt Frais.

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