Heinisch-Hosek: Mehr Frauen in die Forschung durch bessere Vereinbarkeit und spezifische Frauenförderung

Wien (SK) - Die Tatsache, dass in Österreich nur 21 Prozent aller Forscher Frauen sind, ist für SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek "ein Faktum, dass alle Alarmglocken läuten lassen müsste". Heftig kritisierte Heinisch-Hosek Minister Gorbach, der in diesem Zusammenhang gemeint hatte, dass es das österreichische Bildungssystem zulasse, dass Frauen Karriere machen oder zu Hause bei den Kindern bleiben könnten - es gehe hauptsächlich um die Frage der Motivation. "Es muss natürlich beides gehen - Familie und Forschung. Oder will der Vizekanzler die Frauen etwa dazu 'motivieren', auf Kinder zu verzichten, um eventuell einen Forschungsplatz ergattern zu können?", so Heinisch-Hosek am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Abgesehen von besseren Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit forderte Heinisch-Hosek ein Maßnahmenpaket zur Steigerung des Frauenanteils in Wissenschaft und Forschung. ****

Dieses solle eine sofortige Kontrolle und Umsetzung des angestrebten Frauenanteils an den Universitäten und Forschungseinrichtungen beinhalten. "Und zwar vor allem auch in leitenden Funktionen", betonte die SPÖ-Frauensprecherin. Die Vergabe von Fördergeldern müsse transparent und genderorientiert gestaltet werden. Auch sollten Förderungen an Institutionen an den Nachweis von Gendermaßnahmen, eventuell einer Genderbeauftragten, gekoppelt werden. "Die Offenlegung und Evaluierung von Gehältern würde weiters einiges zur Verbesserung der Chancengleichheit beitragen", ist Heinisch-Hosek überzeugt.

"Des weiteren wünschen sich Frauen in der Forschung den Ausbau finanziell leistbarer und pädagogisch wertvoller Kinderbetreuung, Ganztagsschulen, eine Reform des Kindergelds, da vor allem der Zuverdienstgrenze. Hier ist bei den gleichen Knackpunkten anzusetzen, die auch Frauen in anderen beruflichen Bereichen benötigen", so Heinisch-Hosek, die abschließend betonte, dass bei der Frauenfrage in der Technik bereits in der Schule anzusetzen wäre: "Den Burschen wird in den mathematischen und technischen Fächern mehr Zeit und mehr Aufmerksamkeit gewidmet - ein phasenweises Abgehen von der Koedukation in ausgewählten Fächern ist daher umzusetzen." (Schluss) up

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