Eine der größten Biodiesel-Anlagen Europas nimmt Betrieb auf

Biodiesel Vienna (BDV) plant schrittweise Kapazitätserhöhung auf 400.000 t Biodiesel pro Jahr bis 2008; 40 zusätzliche Arbeitsplätze für Wien

Wien (OTS) - Die BioDiesel Vienna GmbH, ein Unternehmen der österreichischen Münzer Holding GmbH, setzt einen Meilenstein für die Produktion von Biodiesel in Österreich. Im Ölhafen Lobau (Wien, Donaustadt) nimmt heute, 16. Mai 2006, eine der größten und modernsten Biodieselanlagen Europas den Betrieb auf. Wien ist damit die erste europäische Hauptstadt, in der der Ökotreibstoff Biodiesel großtechnisch hergestellt wird. Die Produktionsleistung soll von derzeit 95.000 Tonnen in den kommenden zwei Jahren schrittweise auf 400.000 Tonnen ausgebaut werden. Damit ist die Versorgung mit umweltfreundlichem Treibstoff in Österreich nachhaltig abgedeckt und gesichert.

Durch den ständig steigenden Einsatz von Diesel ist der Bedarf an Dieselkraftstoff in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Die mit 1. Oktober 2005 in Kraft getretene Kraftstoffverordnung schreibt vor, dass Dieselkraftstoffen rund 5 Prozent Biodiesel beigemengt werden muss. Bis dato reichte die jährliche österreichische Produktion von 55.000 Tonnen aber nicht aus, weshalb sich die BioDiesel Vienna GmbH 2005 für die Errichtung der jetzt fertig gestellten Anlage mit einer Produktionsleistung von anfänglich 95.000 Tonnen Biodiesel entschieden hat. Der heimische Biodiesel wird von der OMV dem herkömmlichen Diesel beigemischt. "Damit können Österreichs Autofahrer an rund 570 OMV-Tankstellen "Biodiesel made in Austria" in ihren Wagen tanken", freut sich Ewald-Marco Münzer, Mitglied der Geschäftsleitung der BDV.

Schrittweiser Ausbau auf vierfache Kapazität bis 2008

Die große Nachfrage nach dem Biotreibstoff Biodiesel aufgrund des steigenden Dieselverbrauchs machen klar, dass Österreich größere Produktionskapazitäten braucht. Aufgrund des stufenweise steigenden Beimischbedarfs - bis 2008 müssen 5,75 % Biodiesel beigemischt werden - werden in Österreich bis 2010 etwa 415.000 Tonnen Biodiesel benötigt werden.

"Wir haben uns daher entschlossen, die unsere Anlage am Standort Lobau bis 2008 im Zuge modularer Ausbaustufen schrittweise auf 400.000 Tonnen auszubauen. Damit decken wir den österreichischen Gesamtbedarf ab und sichern die nachhaltige Versorgung Österreichs mit Biodiesel.", erläutert Münzer die Unternehmensstrategie. Derzeit sind bei der BDV etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt, durch den Ausbau werden zusätzlich 40 neue Arbeitsplätze für Wien entstehen. Das Projekt wurde im Rahmen der Wiener Strukturverbesserungsaktion des Wiener Wirtschaftsföderungsfonds (WWFF) unterstützt. Die BioDiesel Vienna legt großen Wert auf die Stärkung der nationalen Wertschöpfung und greift aus Überzeugung auf das Know-how heimischer Spitzentechnologen zurück. Die Ausweitung der Produktionsanlage wird in bewährter Weise in Zusammenarbeit mit der in Graz beheimateten BioDiesel International erfolgen, die über jahrzehntelange Erfahrung im Biodieseltechnologiebereich verfügt.

Produktion im Einklang mit der Natur

Besonders erfreulich ist der umweltfreundliche Produktionsstandort am Hafen Lobau. "Der Wiener Hafen ist für uns ideal: die Rohstoffe können direkt mit Schiff oder Bahn geliefert werden, das fertigte Produkt wird unmittelbar ins Leitungsnetz des benachbarten OMV Tanklagers eingespeist.", betont Münzer. Auch die Energieversorgung für die Anlage orientiert sich an umweltfreundlichen Gesichtspunkten. Die BDV plant den Bau einer KWK Anlage am Standort, die künftig eine autarke Energieversorgung garantieren soll.

Für die Erzeugung des umweltfreundlichen und von Gesetz her vorgeschriebenen, Kraftstoffes werden ausschließlich pflanzliche Frischöle wie zum Beispiel Rapsöl aus dem europäischen Raum verwendet. Mittelfristig soll auch österreichischer Rohstoff zum Einsatz kommen, erfolgreiche Gespräche mit der österreichischen Landwirtschaft gibt es bereits. "Unser Ziel ist es, möglichst unabhängig vom internationalen Rohstoffmarkt produzieren zu können. Diesbezüglich planen wir ebenfalls die Realisierung von zwei Ölmühlen im benachbarten Ausland, die unseren steigenden Rohstoffbedarf decken werden.", so Münzer.

Ein weiterer Vorteil des Ökokraftstoffs: Produktion ohne Reststoffe. Durch die Umwandlung der Öle in so genannte Fettsäuremethylester können dieselähnliche Eigenschaften erreicht werden, das macht die Vermischung mit herkömmlichem Diesel äußerst sinnvoll. Zusätzlicher Nutzen: Das bei der Produktion von Biodiesel anfallende "Nebenprodukt" Pharmaglycerin wird in der chemischen Industrie verwendet, Kaliumhydroxid, ebenfalls ein "Abfallprodukt", findet in der Düngemittelindustrie Verwendung. Somit ist die Biodiesel-Produktion eine der wenigen Herstellungsverfahren, wo ein Rohstoff zu hundert Prozent verwertet wird und keinerlei Abfall entsteht.

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