Tempo 160: Zehn Fragen an Innenministerin Prokop

Greenpeace fordert Auskunft über Tempo-160-Versuch

Wien (OTS) - Nachdem Innenministerin Prokop unlängst verlauten ließ, dass sie nicht grundsätzlich gegen das Tempo-160-Experiment ihres Regierungskollegen Hubert Gorbach sei (Prokop in den Salzburger Nachrichten vom 11. Mai: "Es ist sicher möglich, da und dort schneller zu fahren"), richtet Greenpeace-Verkehrssprecher Erwin Mayer heute zehn Fragen an die Ministerin.

1) Gemeinsam mit dem ORF, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und der Unfallversicherungsanstalt UVA haben Sie die Kampagne "Geh vom Gas, bleib am Leben" initiiert und auch mit Steuergeldern unterstützt. Wie viel hat diese Kampagne insgesamt gekostet? Wie hoch ist der Anteil an Steuergeldern daran?

2) Sind Ihre Aussagen als Distanzierung von dieser Kampagne zu verstehen oder sollten die Autofahrer auch in Tempo-160-Zonen aufgerufen werden, vom Gas zu gehen? Und wozu braucht es dann eine Erhöhung von Tempo 130 auf Tempo 160?

3) Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die entfernte Warntafel auf der Tempo-160-Strecke in Kärnten wieder aufgestellt wird?

4) Wie hoch ist der zusätzliche Personal- und Sachaufwand der Exekutive für die Tempo-160-Teststrecke? Wie hoch wäre er für weitere zwölf Teststrecken bzw. einer Österreich weiten Einführung von Tempo 160?

5) Wie hoch wären die Kosten für eine flächendeckende Einführung der Section Control auf Österreichs Autobahnen?

6) Würden Sie sich im Falle einer EU-weiten Regelung für Tempo 160 als Höchstgeschwindigkeit einsetzen? Oder für Tempo 130 oder weniger?

7) Wie hoch schätzen Sie in diesem Fall die zusätzlichen CO2- und Feinstaubemissionen? Würden Sie bei einer ablehnenden Stellungnahme des Umweltministers Pröll von der Idee Tempo 160 in Österreich und der EU wieder Abstand nehmen?

8) Ist für Sie Tempo 160 das Ende der Fahnenstange oder kann in Zukunft Ihrer Meinung nach auch über höhere Geschwindigkeitslimits nachgedacht werden? Könnte etwa, wenn mehr Österreicher Porsche fahren, das Tempolimit weiter angehoben werden? Sollte letztendlich das Tempolimit davon abhängen, was Autos und Straßen hergeben oder davon, was Mensch und Umwelt aushalten?

9) Auf dem Salzburger Teil der A 10 (Tauernautobahn) gilt streckenweise Tempo 100, laut Angaben des KfV hat dies zu einem Rückgang der Unfalltoten von vier auf null sowie der Verletzten um 28 Prozent geführt. Sollen diese Salzburger Erfahrungen Ihrer Meinung nach im Sinne weiterer Tempo-100-Strecken oder einer Österreich weiten Höchstgeschwindigkeit von Tempo 100 auf Autobahnen angewendet werden?

10) Wie hoch würden Sie den Rückgang in Österreich bei Verkehrstoten und -verletzten einschätzen, wenn bestehende Tempolimits effektiver überprüft und so Überschreitungen teurer werden würden?

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Verkehrssprecher, 0664-2700441

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