Zecken, Viren & Co - Impfen kann Leben retten

Wien (OTS) - Von Beginn der warmen Jahreszeit bis in den späten Herbst herrscht wieder Zeckenalarm und die lauernde Gefahr der Zeckenerkrankung, der sogenannten FSME -Frühsommer-Meningoenzephalitis. Die jährliche Impfaktion der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsvorsorge dauert noch bis 31. Juli 2006. In diesem Zeitraum ist der Impfstoff , der genau vor 30 Jahren in Österreich entwickelt wurde, in den Apotheken verbilligt erhältlich, die Krankenkasse leistet einen Zuschuss, der direkt beim Kauf in Abzug gebracht wird. Die Impfung führt in diesem Fall der praktische Arzt durch. Der Impfstoff ist aber unabhängig von der jährlichen Impfaktion auch in den Impfstellen der Magistratsabteilung 15 - Gesundheitswesen und Soziales vorrätig. Dort wird während des ganzen Jahres die Zeckenimpfung von Ärzten durchgeführt.

Im Jahr 2005 war eine immer noch traurige Opferbilanz von 100 FSME-Erkrankungen und drei Todesfällen zu beklagen. Durch konsequente Information und Aufklärung ist die regelmäßige Zeckenimpfung für die meisten Österreicher jedoch schon obligat. Jeder sollte sich dessen bewusst sein, dass die Impfung den einzig möglichen Schutz vor einer FSME- Erkrankung gewährleistet, eine Impfung "danach" ist nicht möglich.

"Als Kind bin ich ohnehin geimpft worden" - reicht nicht...

Vielen Erwachsenen ist oft nicht bewusst, dass der Impfschutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis A nicht ein Leben lang hält, sondern unbedingt regelmäßig aufgefrischt werden muss. Diese Impfungen sollten alle zehn Jahre und ab dem 60. Lebensjahr alle fünf Jahre erfolgen. Durch Impfen sind diese Infektionskrankheiten, die mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen, zu Dauerschäden führen oder sogar tödlich enden können, vermeidbar. Vom obersten Sanitätsrat wird jährlich ein Impfplan erarbeitet, der unter http://www.wien.at/ma15/impfen.htm einzusehen ist.

Gratis-Impfungen für Wiener SchülerInnen

Bis zum Ende des Pflichtschulalters werden für Schulkinder in Wien die vom Obersten Sanitätsrat empfohlenen Impfungen in der Schule kostenlos angeboten. Die Schulärzte organisieren in Absprache mit der Schuldirektion den Impftermin. Eltern oder Erziehungsberechtigte werden über diese Gratis-Aktion rechtzeitig von der Schule schriftlich verständigt und müssen ihre Einwilligung erteilen. Sollte ein Kind den vorgesehenen Impftermin in der Schule versäumt haben, besteht immer noch die Möglichkeit, die jeweilige Impfung ebenfalls kostenlos in einer der öffentlichen Impfstellen der Magistratsabteilung 15 durchführen zu lassen. Beim privaten "Hausarzt" ist das Impfen jedoch kostenpflichtig.

Diphtherie - Tetanus - Keuchhusten - Kinderlähmung

Diphtherie ist in Österreich seit 1977 nicht mehr aufgetreten, jedoch in letzter Zeit vermehrt in osteuropäischen Ländern, wodurch auch für Österreich eine latente Gefahr besteht. Die Ansteckung erfolgt meist als Tröpfcheninfektion und führt zu Entzündungen im Nasen-Rachenraum. Komplikationen und bleibende Schäden können Entzündungen des Herzmuskels und der Niere sowie Lähmungen hervorrufen.

Bei Tetanus, auch als Wundstarrkrampf bezeichnet, erfolgt die Ansteckung durch Verletzungen, manchmal durch kleine, kaum merkbare Wunden. Muskelkrämpfe, die auch die Atemmuskulatur betreffen können, sind die Folge. Auch heute noch sterben 20 bis 30 Prozent der Erkrankten an dieser Infektion.

Keuchhusten ist zwar besonders im Säuglingsalter gefährlich, jedoch Erwachsene, deren Impfschutz nicht mehr besteht, können durch Tröpfcheninfektion angesteckt werden. Als Komplikationen können Lungen- und Mittelohrentzündungen, schwere Bronchitis und sogar Schädigungen des Gehirns auftreten.

Die Kinderlähmung ist schon seit Jahrzehnten in hoch entwickelten Industrieländern nicht mehr aufgetreten. Diese Viruserkrankung existiert in Österreich seit Einführung der Schluckimpfung im Jahre 1961 nicht mehr.Ursprünglich war die Verbreitung weltweit. In vielen Entwicklungsländern des asiatisch-afrikanischen Raumes kommt die Kinderlähmung auch heute noch vor und kann jederzeit von Reisenden eingeschleppt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) appelliert an weltweite Impfmaßnahmen, um diese Erkrankung auszurotten. Anfangssymptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen. Zunächst vermehrt sich das Virus im Darm und kann über die Blutbahn das Nervensystem schädigen. Dadurch können Lähmungen auftreten - etwa in einem von hundert Fällen.

Hepatitis A - Hepatitis B

Hepatitis A ist eine Viruserkrankung, im Zuge derer nach einigen Tagen Gelbsucht entsteht. Begleitet von Fieber, Übelkeit und Erbrechen kann sich diese Infektion bei Erwachsenen zu einer schweren und länger anhaltenden Krankheit entwickeln. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich in südlichen Ländern, tropischen Gebieten und Ländern mit geringem Hygienestandard. Bei fehlender Wasser-, Abwasser- und Abfallhygiene erfolgt die Übertragung meist durch verunreinigtes Wasser, Eiswürfel oder Nahrungsmittel. Sie ist weiters durch den Verzehr von Meerestieren, besonders Muscheln, Austern und Krebstieren, aber auch Milch, kaltes Fleisch und anderen Speisen möglich. Dauerschäden treten nicht auf.

Hepatitis B wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten von Erkrankten und Virusträgern übertragen. Weitere Ansteckungsgefahren sind Bluttransfusionen, unsterile Spritzen, Nadeln, Drogenmissbrauch, Tätowierungen und Piercing sowie ungeschützte Sexualkontakte. Frauen, die Virusträgerinnen sind, infizieren ihre Kinder vor oder während der Geburt. Die fulminante Hepatitis B ist eine besonders ausgeprägte Leberentzündung und verläuft daher oft tödlich, da das Organ in kurzer Zeit völlig zerstört werden kann. Die chronische Hepatitis B befällt etwa fünf bis zehn Prozent der Erkrankten im Erwachsenenalter. In diesen Fällen wird die Leberentzündung chronisch und die Leber über einen langen Zeitraum immer mehr geschädigt. Es kommt zur Leberzirrhose. Personen mit chronischer Hepatitis B haben ein höheres Risiko, an einem Leberkarzinom zu erkranken.

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