OMV: Ergebnisse für Q1 2006

Starkes Ergebnis trotz teilweise schwierigem Umfeld

Wien (OTS) - - EBIT vor Sondereffekten stieg um 12% auf EUR 491
Mio; Petrom’s

Beitrag betrug EUR 217 Mio, eine Erhöhung um 60% - Jahresüberschuss vor Sondereffekten nach Minderheiten stieg um 13% auf EUR 297 Mio - Starker Cashflow führte zu einem Anstieg der Netto-Cash Position per Ende März - Ergebnis je Aktie nach Minderheiten vor Sondereffekten stieg um 13% auf EUR 1,00; Ergebnis je Aktie stieg um 24% auf EUR 1,07 - Wesentliche Schritte zum Ausbau des Raffinerie- und Marketinggeschäfts und weiterer Fokus auf Portfoliobereinigung - Ausblick: Weiterhin wird ein ähnliches Ergebnis wie der Rekordgewinn 2005 angestrebt, obwohl wir insgesamt von einem herausfordernden Umfeld ausgehen

Wolfgang Ruttenstorfer, OMV Generaldirektor

"Begünstigt durch die derzeit guten Rahmenbedingungen für Rohöle konnten im 1. Quartal wieder gute Ergebnisse erzielt werden, wobei Petrom mit EUR 217 Mio zum bereinigten Konzern-EBIT beitrug. Während der Bereich Exploration und Produktion von den hohen Rohölpreisen profitiert, erhöht sich der Druck auf die Margen im Bereich Raffinerien und Marketing und die Kosten für den Energieeigenverbrauch in den Raffinerien steigen, vor allem bei Petrom. Deshalb werden wir uns weiterhin auf die Restrukturierung von Petrom und die Verbesserung der Kostenposition in Rumänien konzentrieren. Die Raffineriemargen in unseren anderen Märkten waren wie auch in den letzten Jahren im 1. Quartal schwach, wir erwarten jedoch eine Verbesserung im Laufe des Jahres.

Gleichzeitig entwickeln wir unser Unternehmen weiter und wir wollen von den Möglichkeiten, die durch die kontinuierliche Integration und Liberalisierung des europäischen Energiemarkts entstehen, profitieren. Durch den Erwerb einer 34%-Beteiligung an der türkischen Petrol Ofisi haben wir Zugang zu einem der größten und am schnellsten wachsenden Märkte in Europa erhalten. Der Zusammenschluss von OMV und Verbund, wie am 10. Mai angekündigt, ermöglicht der neuen integrierten Gesellschaft vom gemeinsamen Know-how im Bereich Strom und Gas zu profitieren. Die gemeinsame finanzielle Stärke des neuen Konzerns erhöht unser langfristiges Wachstumspotential in Mitteleuropa."

Ergebnisse auf einen Blick

Jänner bis März 2006 (Q1/06)
In den ersten drei Monaten des Jahres 2006 führten hohe Rohölpreise zu starken Upstream-Ergebnissen und somit zu einem starken Konzern-Ergebnis. Das Konzern-EBIT stieg im Vergleich zu Q1/05 um 27% auf EUR 541 Mio. Der Beitrag von Petrom war EUR 274 Mio und konnte im Vergleich zum Q1/05 verdoppelt werden. Das Beteiligungsergebnis stieg um 34% und spiegelt den starken Beitrag unserer Tochtergesellschaft EconGas wider, während die Beteiligung von Borealis, auf Grund schwächerer Margen, niedriger als im Vorjahr war. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten lag mit EUR 319 Mio um 24% über dem Vorjahr. Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 12% auf EUR 491 Mio. Die Sondereffekte enthielten vor allem Erlöse aus dem Verkauf von mobilen Bohreinheiten der Petrom, die zu den Non-core-Aktivitäten zählten. Der Beitrag von Petrom zum bereinigten EBIT betrug EUR 217 Mio, ein Anstieg von 60%. Der bereinigte Periodenüberschuss betrug EUR 297 Mio. Das bereinigte Ergebnis je Aktie nach Minderheiten lag mit EUR 1,00 um 13% über dem Vorjahr.
Seit Beginn 2006 wird das Ergebnis von Petrom nicht mehr als eigenes Geschäftssegment dargestellt. Das EBIT wird auf die Segmente E&P, R&M und Erdgas aufgeteilt und in diesen Geschäftsbereichen mitberichtet. Um die bisherige Transparenz zu gewährleisten wurde der Berichtsumfang beibehalten und Petrom wird weiterhin separat ausgewiesen.

In Exploration und Produktion (E&P) konnte das bereinigte Ergebnis um 74% gesteigert werden, was die höheren Öl- und Gaspreise widerspiegelt. Auf Grund des Verkaufs der Gasaktivitäten in Australien im vergangenen Jahr als Teil der Portfoliobereinigung und der geringeren Produktion in Rumänien sank die Öl- und Gasproduktion des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 2% auf 337.000 boe/d.

Vor allem der Raffineriebereich bei Petrom führte im Segment Raffinerien und Marketing (R&M) zu negativen Ergebnissen. Die R&M-Ergebnisse spiegeln in allen Bereichen -Bulk-Raffinerie, Petrochemie als auch in Marketing - ein schwaches Margenumfeld wider. Weiters bewirkten die hohen Rohölpreise einen Anstieg der Kosten für den Energieeigenverbrauch, vor allem bei Petrom, die im Vergleich zu westlichen Standards einen signifikant höheren Eigenverbrauch und Verlust aufweist. Weiters kam es Ende des ersten Quartals bei OMV zu einem Brand in der Raffinerie Schwechat.
Im Segment Erdgas wurde auf Grund der erstmaligen Einbeziehung der Petrom Gas-Marketing-Aktivitäten nach der Abspaltung aus dem E&P-Bereich ein beachtlicher Anstieg des bereinigten Betriebserfolgs verzeichnet. Die Veränderungen der Erwartungen des Marktes in Bezug auf Gasspeicherkapazitäten im Vergleich zum Vorjahr führten zu einer weiteren Erhöhung der verkauften Gasspeicherkapazität.

Bedeutende Ereignisse

Am 4. Jänner 2006 wurde die Akquisition von 70 Qualitätstankstellen der Marke Aral in der Tschechischen Republik abgeschlossen. Damit etablierte sich OMV als klare Nummer eins im tschechischen Tankstellengeschäft.

Als Teil des Deinvestitionsprogramms von Non-core-Aktivitäten bei Petrom wurden 6 mobile offshore und onshore Bohreinheiten zu einem Gesamtbetrag von USD 100 Mio verkauft.

Zur Effizienzsteigerung der Marketingaktivitäten des Konzerns verkaufte OMV die Geschäfte in Rumänien, Bulgarien und Serbien-Montenegro an Petrom. Petrom erhält 178 OMV Tankstellen sowie das dazugehörige Großhandelsgeschäft. Der Unternehmenswert dieser Transaktion von EUR 234 Mio wird um Schulden und Working Capital berichtigt. Das Closing für den Verkauf der Aktivitäten in Bulgarien erfolgte am 7. März.

Am 8. März 2006 schloss OMV den Verkauf des 7,5%-Anteils im Block 12 und 13 in Katar ab. Der entsprechende Kaufvertrag wurde am 22. August 2005 mit Marubeni Corporation aus Japan unterzeichnet. Der OMV Anteil an der Produktion war rund 1.100 bbl/d. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Um Zugang zu einem der größten Wachstumsmärkte in Europa zu erhalten erwarb OMV einen 34%-Anteil an Petrol Ofisi von Doğan Holding, Türkei’s führendem Unternehmen im Tankstellen- und Kundengeschäft. Als Kaufpreis wurden USD 1.054 Mio vereinbart. Die Finanzierung erfolgt aus dem Cashflow und teilweise aus bestehenden Kreditfazilitäten. Nach dem Verkauf hält Doğan Holding 52,7% an Petrol Ofisi und wird gemeinsam mit OMV die Geschäfte des Unternehmens bestimmen, wobei beide Unternehmen als gleichberechtigte Partner agieren. Im Verwaltungsrat der Petrol Ofisi werden künftig 8 Direktoren vertreten sein, von denen jeweils vier von OMV und Doğan Holding ernannt werden. 13,3% der Anteile notieren als Streubesitz an der Istanbuler Börse.

Am 10. Mai haben OMV und Verbund, Österreichs führende Energieversorger mit weiträumigen Aktivitäten quer durch Europa, eine Vereinbarung zur Gründung eines neuen Energiekonzerns mit Sitz in Wien unterzeichnet. Ziel der beiden Unternehmen ist eine Fusion als gleichberechtigte Partner im Verhältnis ihrer Marktkapitalisierung 60:40. Damit entsteht ein führender integrierter Energiekonzern mit Wachstumspotenzial in Mitteleuropa. Der Abschluss dieser Transaktion wird mit Ende 2006 erwartet.

Ausblick 2006

Wir erwarten, dass die wichtigsten Marktparameter wie Erdölpreise, Raffineriemargen und USD-Wechselkurs im Jahr 2006 weiterhin eine sehr hohe Volatilität aufweisen werden.
In Summe erwarten wir weiterhin ein ähnliches Ergebnis wie der Rekordgewinn 2005, obwohl wir insgesamt von einem herausfordernden Umfeld ausgehen.

Wir gehen davon aus, dass der Rohölpreis weiterhin auf hohem Niveau bleiben und starke kurzfristige Schwankungen aufweisen wird. Beim USD-Wechselkurs rechnen wir im Vergleich zum Vorjahr mit einem leicht schwächeren USD. Für 2006 erwarten wir beträchtlich niedrigere Raffineriemargen, im Vergleich zu den außergewöhnlich hohen Margen 2005. Der Preisunterschied zwischen Brent- und Urals-Rohölnotierungen wird 2006 etwa auf dem Niveau 2005 erwartet.

E&P wird weiterhin von einem hohen Rohölpreis-Umfeld profitieren. Die Investitionsschwerpunkte für 2006 sind die Entwicklung des Gasfelds Strasshof in Österreich sowie Felder in Neuseeland, Libyen und im Jemen. Block S2 (Al Uqlah) im Jemen wird im 3. Quartal in Betrieb genommen. Weiters liegt der Fokus auf Investitionen zur Optimierung der Produktion in Rumänien. Mit 1. April 2006 wurde der Wartungsvertrag des Boqueron Ölfeldes in Venezuela von der Regierung beendet und durch eine Aktienbeteiligung an einem venezuelischen Unternehmen ersetzt. Die entsprechende Produktion von rund 2.300 bbl/d wird nicht mehr in den E&P-Aktivitäten ausgewiesen, sondern als Finanzbeteiligung konsolidiert. Im Vergleich zum Vorjahr gehen wir 2006 von ähnlichen Gesamtproduktionsmengen aus.

In R&M erwarten wir niedrigere Raffineriemargen und eine weiterhin angespannte Margensituation auf Grund des anhaltend hohen Preisniveaus. Wegen des Brandes bei einer Rohöldestillationsanlage in Schwechat Ende des 1. Quartals wird die Durchsatzleistung bis zum 3. Quartal reduziert bleiben, im Zuge von Endreparaturen wird ein kurzer Raffineriestillstand erforderlich sein. Als Resultat werden Verluste in Höhe von EUR 30 Mio erwartet. Dennoch erwarten wir einen leichten Anstieg der Produktionsmengen auf Grund der 2005 erfolgten Inbetriebnahme des erweiterten Crackers in Schwechat und einer Erhöhung des Auslastungsgrads der Petrom-Raffinerien. Auf Grund der hohen Rohölpreise erwarten wir einen andauernden Druck auf die Einzelhandelsspannen. Die Investitionsschwerpunkte 2006 werden die Modernisierung der Petrom-Raffinerien, der Baubeginn eines thermischen Crackers in Schwechat mit dem Ziel vermehrt schwere Rohöle einsetzen zu können, sowie der weitere Ausbau des Tankstellennetzes sein. Bei Bayernoil wird eine tief greifende Restrukturierung des Raffineriekonzepts vorbereitet, um den Raffinerieverbund an die Erfordernisse der Zukunft anpassen zu können.

Im Bereich Erdgas werden wir das Gasgeschäft bei Petrom weiterentwickeln und der Fokus liegt weiterhin auf dem strategisch wichtigsten Projekt, dem Vorantreiben des Nabucco Pipeline-Projekts zur Anbindung der Gasproduktion des Vorderen Orients an Mitteleuropa. Dieses Projekt ist derzeit in der Entwicklungsphase, in der alle technischen, gesetzlichen, kommerziellen und finanziellen Fragestellungen geklärt werden.

Der Abschluss des Zusammenschlusses von OMV und Verbund wird mit Ende 2006 erwartet. Dadurch wird der Verbund in die Bilanz der neuen OMV Verbund AG konsolidiert. Zum heutigen Zeitpunkt können die Auswirkungen auf das Ergebnis je Aktie noch nicht bestimmt werden, da dies von der Anzahl der neuen OMV Aktien abhängen wird. Auf Grund der starken Cashflows beider Unternehmen erwarten wir eine gute Finanzposition des neuen Konzerns.

Q4/05 Q1/06 Q1/05 % in EUR Mio 2005 2004 % 4.561 4.298 3.157 36 Umsatz 1) 15.580 9.829 59 462 589 299 97 Betriebserfolg E&P 1.594 469 240 -101 -37 117 n.a. Betriebserfolg R&M 411 481 -14 22 33 20 67 Betriebserfolg Gas 68 76 -11 - - 9 n.a. Betriebserfolg Chemie 6 20 -70 -51 -45 -17 161 Betriebserfolg Konzern- bereich -121 -71 71 332 541 427 27 Betriebserfolg (EBIT) 1.958 975 101 541 530 304 74 EBIT vor Sondereffekten E&P 2) 1.718 448 284 1 -34 121 n.a. EBIT vor Sondereffekten R&M 2) 604 512 18 18 33 20 66 EBIT vor Sondereffekten Gas 2) 67 77 -13 - - 9 n.a. EBIT vor Sondereffekten Chemie 2) 6 22 -73 -23 -37 -16 132 EBIT vor Sondereffekten Konzernbereich 2) -89 -50 77 537 491 437 12 EBIT vor Sondereffekten 2) 2.305 1.008 129 357 526 404 30 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.948 1.015 92 262 430 310 39 Periodenüberschuss 1.496 690 117 237 319 256 24 Periodenüberschuss nach Minderheiten 1.256 689 82 335 297 263 13 Periodenüberschuss vor Sondereffekten nach Minderheiten 1.391 711 96 0,79 1,07 0,86 24 Ergebnis je Aktie (EPS) in EUR 4,21 2,55 65 1,12 1,00 0,88 13 EPS vor Sondereffekten in EUR 4,66 2,64 77 302 506 625 -19 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 2.108 1.039 103 1,01 1,69 2,09 -19 Cashflow je Aktie (CFPS) in EUR 7,06 3,86 83 - 30 25 23 ROfA (%) 3) 29 24 20 - 22 20 10 ROACE (%) 3) 20 15 29 - 21 21 5 ROE (%) 3) 22 19 15 49.919 47.282 57.232 -17 OVM Mitarbeiteranzahl 49.919 57.480 -13 44.693 41.992 50.737 -17 davon Petrom 44.693 51.005 -12 1) Umsätze exklusive Mineralölsteuer

2) bereinigt um einmalige Sondereffekte, 2005 exkludiert Ergebnis von nicht fortgeführten Geschäftsaktivitäten

3) 2004 Berechnung exklusive Petrom

Geschäftsbereiche - ANHANG

  • Rekordölpreise und deutlich höhere Erdgaspreise
  • Einmalerlös von EUR 57 Mio durch den Verkauf von Non-core Bohreinheiten bei Petrom
  • Produktion um 2% geringer auf Grund des Verkaufs der australischen Gasaktivitäten sowie geringerer Produktionsmengen bei Petrom

Erstes Quartal 2006 (Q1/06)

Zum ersten Mal ist nun das E&P-Geschäft der Petrom im Ergebnis enthalten. Um die Vergleichbarkeit herzustellen wurden die relevanten E&P-Zahlen aus 2005 angepasst.

Weiters wurden per 1. Jänner die Gasmarketing-Aktivitäten in Rumänien aus dem E&P-Bereich abgespalten, wodurch sich die E&P-Ergebnisse ab 2006 verringern werden.

Der Bereichsumsatz stieg vor allem auf Grund höherer Preise. Der durchschnittlich erzielte Rohölpreis lag um 39% über dem Vorjahr. Er stieg somit stärker als der Brent-Preis, teilweise durch den stärker gestiegenen Urals Preis. Der Unterschied zwischen dem Brent-Preis und dem realisierten Rohölpreis betrug USD 6,8/bbl gegenüber USD 7,9/bbl in Q1/05. Der durchschnittlich um rund 54% über dem Vorjahrsniveau liegende Gaspreis spiegelt das steigende Preisniveau in Rumänien, aber auch in Österreich und international wider.

Seit 1. Jänner 2006 wurde das System der Transferpreise von Rohölen zwischen dem E&P-und R&M-Bereich von Petrom angepasst, um dem überdurchschnittlich hohen Eigenverbrauch der beiden Petrom Raffinieren Rechnung zu tragen. Deshalb wird der interne Transferpreis um rund USD 3/bbl geringer sein als bisher. Weiters basiert der Transferpreis nicht mehr auf dem Vormonatspreis sondern auf den aktuellen Monatsnotierungen.

Das EBIT konnte vor allem auf Grund von gestiegenen Preisen mehr als verdoppelt werden, wobei Petrom rund 60% zum guten Ergebnis beitrug. Im Q1/06 wurde ein negatives Hedgingergebnis von EUR 0,3 Mio realisiert (Q1/05: EUR -13,2 Mio). Der USD und der RON wurden im Laufe des Quartals stärker und wirkten sich somit positiv auf das Ergebnis aus.

Im Zuge des Verkaufs von Non-core Aktivitäten wurden 6 mobile off-shore und eine on-shore Bohreinheit verkauft. Die Gesamtsumme dafür betrug rund USD 100 Mio. Der dadurch entstandene Einmalertrag von EUR 57 Mio reduziert das EBIT vor Sondereffekten.

Die Produktionskosten exkl. Lizenzgebühren (OPEX) stiegen auf Grund höherer Kosten in Österreich, Pakistan und UK, während die OPEX in Neuseeland und Libyen sanken. Durch den stärkeren EUR/USD-Wechselkurs nahmen die Produktionskosten auf EUR-Basis um 15% zu. Petroms gesamte Förderkosten stiegen um 1% auf USD 18,91/boe. Dies spiegelt einen positiven Trend wider, da der RON gegenüber dem USD stärker wurde und im Q1/05 auch noch nicht die höheren Kosten der Produktion in Kasachstan inkludiert waren.

Die Explorationsausgaben stiegen infolge allgemein höherer Explorationstätigkeiten in Tunesien und Libyen.

Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas sank auf Grund geringerer Mengen bei Petrom. Die Erdöl- und NGL Produktion sank infolge geringerer Mengen aus Rumänien durch natürlichen Förderabfall bzw. wirtschaftliche Optimierung. Die Erdgasproduktion sank wegen des Verkaufs der australischen Gasaktivitäten, mindernd wirkten höhere Mengen in Pakistan und Neuseeland.

Raffinerien und Marketing (R&M) - ANHANG

  • Niedrigere Raffinerie-, Petrochemie und Marketingmargen
  • Gestiegene Rohölpreise erhöhen die Kosten des Eigenverbrauchs der Raffinerien
  • Geringes Petrochemieergebnis (exkl. Petrom) auf Grund schwacher Margen sowie des Crackerausbaus in Schwechat
  • Raffinerieverkaufsmengen stiegen durch die höhere Auslastungsrate der Petrom Raffinerien

Erstes Quartal 2006 (Q1/06)

Zum ersten Mal ist nun das R&M-Geschäft der Petrom im Ergebnis enthalten. Um die Vergleichbarkeit herzustellen wurden die relevanten R&M-Zahlen aus 2005 angepasst.

Seit 1. Jänner 2006 wurde das System der Transferpreise von Rohölen zwischen dem E&P und R&M-Bereich von Petrom angepasst, um dem überdurchschnittlich hohen Eigenverbrauch der beiden Petrom Raffinieren Rechnung zu tragen. Deshalb wird der interne Transferpreis um rund USD 3/bbl geringer sein als bisher. Weiters basiert der Transferpreis nicht mehr auf dem Vormonatspreis sondern auf den aktuellen Monatsnotierungen.

Der Bereichsumsatz des Geschäftsbereichs R&M stieg um 36%, hauptsächlich auf Grund höherer Produktenpreise und höherer Verkaufsmengen der Raffinerien und im Marketing.

Das EBIT war negativ, hauptsächlich auf Grund des schwächeren Umfelds bei Bulk, Petrochemie und Marketing. Zusätzlich wirkten sich die hohen Rohölpreise negativ aus, da sich dadurch die Kosten des Eigenverbrauchs erhöhen. Dies ist vor allem bei Petrom von Bedeutung, wo der Eigenverbrauch deutlich über westlichen Standards liegt. Am 28. März meldete OMV ein Feuer in der Raffinerie Schwechat. Der daraus resultierende Schaden an der Raffinerie betrug EUR 10 Mio, wobei EUR 7 Mio davon bei einer Versicherungsgesellschaft gebucht wurden, die im Bereich Konzern und Sonstiges inkludiert ist. Der Durchsatz wird dadurch bis zu den endgültigen Reparaturen im Q3 reduziert sein, wobei dann auch eine kurze Abstellung der Raffinerie nötig sein wird. Dadurch rechnen wir insgesamt mit einem Deckungsbeitragsentgang von rund EUR 30 Mio. Das EBIT vor Sondereffekten sank um 128% und exkludiert Sonderaufwendungen von EUR 3 Mio auf Grund des Feuers in der Raffinerie Schwechat.

Das Ergebnis des Bulkraffineriegeschäfts fiel auf Grund einer um 25% geringerer Raffineriemarge und einer geringeren Differenz zwischen leichten und schweren Rohölen (USD 3,52/bbl vs. USD 4,29/bbl). Vor allem das Raffinerieergebnis der Petrom war negativ, da die Referenz-Raffineriemarge Ost um 33% fiel und das Petrochemiegeschäft auf Grund der hohen Naphthapreise Verluste machte. Durch die höhere Auslastung der Petrom Raffinerien stieg der OMV Raffinerieeinsatz um 1% und der Auslastungsgrad auf 91%. Die Raffinerieverkaufsmengen stiegen um 12%, wobei vor allem die Verkaufsmengen der Petrom stark anstiegen.

Das Petrochemieergebnis West (exklusive Petrom) war unter Druck, da die deutlich höheren Preise der erdölbasierenden Einsatzmaterialien nicht zur Gänze durch die höheren Verkaufspreise gedeckt waren. Die Verkaufsmengen fielen leicht, da die höheren Mengen aus Schwechat (die Produktion wird seit der Kapazitätserweiterung im Q2/05 schrittweise hochgefahren und soll Ende Q2/06 die Vollauslastung erreichen) die geringeren Mengen der Raffinerie Arpechim nicht kompensieren konnte.

Das Ergebnis im Marketing war durch den Ergebnisbeitrag der Petrom negativ. Die Exportmengen bei Petrom stiegen beträchtlich, jedoch bei geringen Margen. Allgemein waren die Margen im Tankstellenbereich noch immer unter Druck, besonders bei Petrom konnten die hohen Produktpreise nicht an den Markt weitergegeben werden. Die Marketingmengen stiegen durch höhere Mengen im Export bei Petrom sowie im Tankstellengeschäft um 16%, und spiegeln die höhere Tankstellenanzahl und die gestiegene Nachfrage nach Benzin und Diesel in Osteuropa wider. Per 31. März 2006 wuchs die Tankstellenanzahl um 4%. Dies ist vor allem auf den Erwerb von 70 Tankstellen in der Tschechischen Republik zurückzuführen.

Verglichen mit Q4/05 verbesserte sich das EBIT auf Grund der Sonderaufwendungen von EUR 101 Mio in Q4/05 und der höheren Differenz zwischen leichten und schweren Rohölen, wobei geringere Raffineriemargen und ein negatives Petrochemieergebnis sich negativ auswirkten.

Erdgas - ANHANG

  • Erstmalige Einbeziehung der Gasaktivitäten von Petrom
  • Weiterer Anstieg der verkauften Speicherkapazität

Erstes Quartal 2006 (Q1/06)

Mit Jänner wurden die Gas-Marketing-Aktivitäten von Petrom aus dem E&P-Bereich abgespaltet und erstmalig im Segment Erdgas einbezogen. Die gesamten Gasvolumen, die im Bereich E&P produziert wurden, werden zum Erdgasbereich der Petrom transferiert. Der Transferpreis basiert auf inländischen Gaspreisen für Hersteller und räumt angemessene Handelsspannen ein, die das Vermarktungssrisiko, das durch den Erdgasbereich von Petrom getragen wird, widerspiegeln.

Der Betriebserfolg stieg um 67%, auf Grund der erstmaligen Einbeziehung der Gas-Marketing-Aktivitäten von Petrom sowie der schrittweisen Verbesserung des Speicher- und Transportgeschäfts.

Das Supplygeschäft profitierte von zusätzlichen Volumen durch Petrom, einem höheren Preisniveau sowie höheren Volumen in den OMV Märkten.

Das Transportgeschäft profitierte von höheren Transportvolumen. Es konnte ein Anstieg der gesamten verkauften Gastransit-Kapazität verzeichnet werden, hauptsächlich auf Grund der gestiegenen Volumen auf der West-Austria-Gasleitung (WAG), als Resultat der Unterzeichnung eines kurzfristigen Vertrags für Jänner bis April 2006. Auch auf der Trans-Austria-Gasleitung (TAG) wurde die verkaufte Kapazität geringfügig erhöht.

Das Speichergeschäft erholt sich weiter vom Auslaufen langfristiger Speicherverträge im letzten Jahr. Diese wurden durch neue kurz- und mittelfristige Verträge ersetzt. Um die durchschnittlich verkaufte Entnahme- und Einpressrate - eine separat verrechnete Leistung im Speichergeschäft - wiederzugeben, wurde die neue Schlüsselkennzahl "Verkaufte Speicherkapazität" eingeführt. Dieser Wert lag über dem des Vorjahrs, was sich im guten Speicherergebnis widerspiegelt.

Konzernabschluss und Tabellen - ANHANG

Erstes Quartal 2006 (Q1/06)

Der Konzernumsatz spiegelt im Vergleich zum Q1/06 das höhere Öl-und Gaspreisumfeld wider. Vom Gesamtumsatz entfielen auf den Bereich R&M 86%, über 10% auf Erdgas und rund 4% auf E&P (dieser Bereich generiert überwiegend Innenumsätze).

Das Konzern-EBIT in Höhe von EUR 541 Mio lag um 27% über dem Niveau des Q1/05. Der EBIT Beitrag von Petrom betrug EUR 274 Mio und war doppelt so hoch wie im Q1/05. Die Sondereffekte umfassen einen positiven Beitrag von EUR 59 Mio aus dem Verkauf von Anlagevermögen (vor allem aus dem Verkauf von Bohrinseln von Petrom, die zu den Non-core Aktivitäten zählen) sowie eine Rückstellung für Versicherungen in Höhe von EUR 8 Mio, für die theoretische Ausstiegsprämie aus dem Versicherungsverein. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT stieg um 12% auf EUR 491 Mio. Der Beitrag von Petrom zum Betriebserfolg vor Sondereffekten war EUR 217 Mio, eine Steigerung von 60%.

Das Beteiligungsergebnis spiegelt den deutlich gestiegenen Ergebnisbeitrag der Gas Tochtergesellschaft EconGas wider, während der Beitrag von Borealis auf Grund schwächerer Margen niedriger als im Vorjahr war. Der Finanzerfolg verbesserte sich um EUR 8 Mio im Vergleich zum Q1/05 und spiegelt einen geringeren Zinsensaldo und gestiegene Erträge aus Beteiligungen wider. Im Vergleich zum Q4/05 waren vor allem die Währungsverluste höher.

Da das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit über Q1/05 lag, nahmen auch die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zu. Die laufenden Ertragsteuern betrugen EUR 90,50 Mio. Aktive latente Steuern wurden in Höhe von EUR 11 Mio erfolgswirksam gebildet. Die Steuerquote des Konzerns, basierend auf dem Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank auf 19% (Q4/05: 29% und Q1/05:
23%). Hauptursache dafür war der höhere Anteil am Gesamtergebnis von Petrom, der mit 16% besteuert ist, aber auch Liftings in Ländern mit hohen Steuerbelastungen in E&P, die erst im nächsten Quartal materiell werden.

Der Periodenüberschuss war um 39% höher als im Q1/05. Vor allem infolge des 49%-Fremdanteils an Petrom betrugen die Minderheitenanteile (anderen Gesellschaftern zustehendes Ergebnis) EUR 111 Mio. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten beträgt somit EUR 319 Mio, um 24% unter Q1/05.

Der Periodenüberschuss nach Minderheiten vor Sondereffekten (exkl. Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsaktivitäten) lag bei EUR 297 Mio. Das Ergebnis nach Minderheiten je Aktie betrug EUR 1,07 während das Ergebnis nach Minderheiten je Aktie vor Sondereffekten um 13% auf EUR 1,00 anstieg (Q1/05: EUR 0,88; Q4/05: EUR 1,12).

Bilanz, Investitionen und Verschuldungsgrad - ANHANG

Das Investitionsvolumen erhöhte sich gegenüber Q1/05 von EUR 227 Mio auf EUR 433 Mio. In E&P wurden EUR 123 Mio (Q1/05: EUR 90 Mio) investiert, vor allem in die Entwicklung von Feldern in Österreich, Neuseeland und Rumänien. Die Investitionen in R&M von EUR 281 Mio (Q1/05: EUR 118 Mio) umfassen im Wesentlichen die Akquisition der ARAL Tankstellen in der Tschechischen Republik sowie Qualitätsverbesserungsprojekte in den Raffinerien. Den Schwerpunkt bei den Investitionen im Bereich Erdgas (EUR 8 Mio) bildeten Maßnahmen zur Kapazitätserhöhung der West-Austria-Gasleitung. Bei Kb&S entfiel der Hauptteil der Investitionen von EUR 20 Mio auf IT-Projekte und eine Kapitalerhöhung bei Petrom in Höhe von EUR 9 Mio.

Im Q1/06 stiegen die Rücklagen weiter an und das Eigenkapital erhöhte sich um rund 8%, die Eigenkapitalquote blieb bei 50%. Im Laufe des Q1/06 wurden weder eigenen Aktien gekauft noch verkauft. Die Summe der als eigene Anteile gehaltenen Aktien beträgt per Ende März 2006 1,319.606. Durch die Ausübung der Wandelschuldverschreibungen besteht das Eigenkapital aus 300,002.040 Stück Aktien.

Zum 31. März 2006 standen lang- und kurzfristigen Kreditverbindlichkeiten und Anleihen von EUR 1.762 Mio (2005: EUR 1.827 Mio) einem monetären Umlaufvermögen von insgesamt EUR 2.106 Mio (2005: EUR 1.951 Mio) gegenüber. Damit lagen die liquiden Mittel per Ende März 2006 um EUR 344 Mio (Net cash) über den Finanzverbindlichkeiten, während die Net cash Position per Ende 2005 noch EUR 126 Mio betrug. In Relation zum Eigenkapital ergab sich daher per 31. März 2006 ein Verschuldungsgrad (Gearing ratio) von -4% (2005: -2%).

Wirtschaftliches Umfeld: Ölpreise und Wechselkurse - ANHANG

Die Weltrohölnachfrage stieg im Q1/06 um 0,7 Mio auf 85,2 Mio bbl/d. Diese Steigerung um 0,8% war vor allem auf die starke Nachfrage aus Nicht-OECD-Ländern zurückzuführen, während der Verbrauch der OECD Länder um 0,1% sank. Die Weltrohölförderung stieg um 0,8 Mio bzw. 1% auf 84,5 Mio bbl/d. Die Unterdeckung wurde durch Abbau von Vorräten im Ausmaß 0,7 Mio bbl/d ausgeglichen. Die OPEC steigerte die Förderung um 0,3 Mio bbl/d auf 34,0 Mio bbl/d obwohl Irak, Iran, Nigeria und Venezuela zusammen 0,5 Mio bbl/d weniger produzierten. Bei Nicht-OPEC-Ländern trugen Afrika und GUS zur Mehrproduktion bei, während das Produktionsniveau in Nordamerika und Europa gegenüber Q1/05 um je 0,3 Mio bbl/d geringer ausfiel.

Der Brent-Rohölpreis lag bereits per Jahresanfang mit einer 58,2 USD/bbl Notierung um rund 20 USD/bbl über Vorjahresniveau. Mitte Februar wurde dieses Niveau kurzzeitig unterschritten, aber bis Ende März kletterte die Notierung auf über 66 USD/bbl. Per 31. März 2006 betrug der Preis USD 66,05/bbl. Die Preise am Rotterdamer Produktenmarkt (auf Euro-Basis) für Mitteldestillate lagen zwischen 33% und 37%, bei Superbenzin um 43% und bei Heizöl Schwer sogar um 68% höher als im Q1/05.

Der US Dollar (USD) stieg im Q1 gegenüber dem Euro um 8% und schloss bei EUR/USD 1,21. Der rumänische Lei (RON) stieg gegenüber dem EUR um 4%, per 31. März betrug der Kurs 3,51 für EUR 1.

Börseblick: Entwicklung Jänner-März 2006 - ANHANG

Im Q1/06 war die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten positiv, die großen Indices verzeichneten alle Zuwächse (DAX 10%, FTSE 100 7%, FTSE Eurotop 100 6%, Nikkei 4% and Dow Jones 4%). Steigende Ölpreise auf Grund der Spannungen im Iran und in Nigerien beflügelten die Aktien der Öl- und Gasgesellschaften. Der FTSE Global Energy Index (beinhaltet die weltweit 30 größten Öl- und Gasunternehmen) stieg um 8%. Die OMV Aktie stieg im Q1/06 um 12% und entwickelte sich somit wieder besser als die Mitbewerber. Der ATX war mit einem Anstieg um 13% wiederum unter den besten Indices weltweit.

Der Umsatz der OMV Aktien an der Wiener Börse stieg gegenüber dem Q4/05 um 9% auf EUR 4.840 Mio. Verglichen mit dem Q1/05 stieg der Umsatz um 214%, was rund 15% der gesamten Aktienumsätze in Wien repräsentiert. Die OTC (Over the Counter)-Umsätze der OMV Aktien beliefen sich im 1Q/06 auf EUR 1.450 Mio bzw. rund 23% des OMV Gesamtumsatzes von rund EUR 6.290 Mio. Die gesamten Aktienumsätze in Wien stiegen auf EUR 31.419 Mio (Q1/05: EUR 14.850 Mio) und spiegeln das positive Umfeld für den österreichischen Kapitalmarkt wider.

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Rückfragen & Kontakt:

OMV
Bettina Gneisz, Corporate Communications
E-Mail: bettina.gneisz@omv.com
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