"Neue Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von Claudia Grabner: Ein "Clash" bis zum Erbarmen

Klagenfurt (OTS) - Manchmal genügt ein Wort. Eine Geste. Auch eine Gedankenlosigkeit. Die "Lawine" ist schnell losgetreten. Ganz besonders dann, wenn 1.) die Zeit des Wahlkampfes naht und 2.) jene Themen gemeint sind, die dort hineinfallen, wo die Emotionen zu Hause sind. Frage: Was emotionalisierte vorgestern, gestern? Was heute? Bingo: All das, was die Menschen ängstigt. Angst macht das Fremde. Das weiß (eine gewisse Sorte der) Politik und zündelt geschickt ...

Ob ÖVP-Ministerin Prokop auf eben diesen Zug gesprungen ist, als sie Österreich von den integrationsunwilligen Moslems erzählte, sei dahingestellt. Erreicht hat sie damit - und das MUSS absehbar gewesen sein - jene Fremdenfeindlichkeitsdebatte, die sichereine, vielleicht sogar drei Parteien in den Wahlkampf werfen wollen. Der von Samuel P. Huntington 1996 entworfene Begriff "Clash of Civilizations" - er wurde in den vergangenen Jahren von einer taktierenden Politik bis zum Erbarmen ausgeschöpft. Statt eines harmonischen Zusammenwachsens in einer zunehmend vernetzten Welt rücken die Menschen voneinander ab: die "Besinnung" auf ihre Herkunft, Religion, Sprache, auf ihre Sitten und Werte sei ihr "gutes Recht". Ein "gutes Recht", solange man die eigene Kultur nicht über die der anderen stellt. Jedoch: Es ist zuweilen die Politik, die eben das unterbindet - weil Intoleranz mitunter Stimmen und Prozente bringt.

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