Bundeskanzler Schüssel: "EU und Zentralamerika verstärken wirtschaftliche Beziehungen"

Wien (OTS) - "Zentralamerika ist ein exzellentes Beispiel für eine gelungene regionale Kooperation", sagte der Vorsitzende des Europäischen Rates, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, heute im Anschluss an den EU-Zentralamerika Gipfel, der im Rahmen des IV. EU-LAK Gipfels abgehalten wurde.

"Zentralamerika ist eine Region mit 40 Millionen Einwohnern, mit der Europa schon seit langem sehr gute Beziehungen unterhält. Es ist eine Region, die große Zukunftsperspektiven und ein enormes wirtschaftliches Potential hat. Eine Zollunion ist in Vorbereitung, eine gemeinsame Währung ist angedacht. Das Beispiel Zentralamerikas zeigt uns, wie man zum Wohl aller beteiligten Partner gut zusammenarbeiten kann", so der Bundeskanzler.

Auch wenn das Handelsvolumen rund 8 Milliarden Euro betrage, könnten die wirtschaftlichen Beziehungen noch ausgebaut werden. "Wir haben uns auf dem Gipfel darauf geeinigt, die Klein- und Mittelbetriebe zu motivieren, ihr Engagement in den Regionen zu verstärken. Als ganz großen Erfolg haben wir vereinbart, den Verhandlungsprozess für ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika aufzunehmen. Das ist ein gutes Beispiel für die anderen Staaten dieser Region", urteilte Schüssel.

Als "historisches Ereignis" bezeichnete der Vize-Präsident und Außenminister Panamas, Samuel Lewis Navarro, die Einigung über die Aufnahme von Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen. Es handle sich um eine strategische Übereinkunft, die weit über den wirtschaftlichen Bereich hinausginge. "Es ist ein strategisches Abkommen, das sich sehr positiv auf die Bevölkerung unserer Länder auswirken wird. Zentralamerika hat bereits wichtige Anpassungen vornehmen können. Für die Verhandlungen werden wir zwar noch Zeit benötigen, wir bemühen uns aber um die Verbesserung der Beziehungen", so der Vize-Präsident und Außenminister Panamas.

Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, erinnerte daran, dass Europa und Zentralamerika durch einen langen gemeinsamen Demokratisierungsprozess verbunden wären. Dieser würde durch das Handelsabkommen weiter vertieft werden. "Schon während der Sitzung haben wir uns auf die nächsten konkreten Schritte für die Verhandlungen einigen können. Das geplante Assoziierungsabkommen ist aber mehr als ein Vertrag über eine Freihandelszone. Es enthält auch Vereinbarungen über die Bereiche Politik und Entwicklungszusammenarbeit", so Barroso.

Europa wolle niemandem ein Modell aufzwingen, weder das eigene noch ein anderes. Das Beispiel der Europäischen Union könne jedoch als Vorbild für andere Staaten Lateinamerikas und der Karibik dienen, so Barroso abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Verena Nowotny
Pressesprecherin des Bundeskanzlers
Tel.: (01) 531 15 / 2922

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0003