Swoboda: Müssen in Dialog mit Lateinamerika einsteigen

Wien (SK) - "Wir Europäer sollten keine Muster aufzwängen, sondern müssen in den Dialog mit Lateinamerika einsteigen", sagte SPÖ-EU-Abgeordneter Hannes Swoboda am Samstag in der Kunsthalle Wien bei einer Veranstaltung der österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik. Weitere Mitdiskutanten waren Gabriele Eschig von der UNESCO, Norman Spitzegger vom Nord-Süd-Institut, sowie der Direktor der Kunsthalle Wien, Gerald Matt. Lateinamerika sei gerade auf der Suche nach Modellen für die Zukunft, betonte Swoboda - und sprach dabei insbesondere auf die Präsidenten Venezuelas und Boliviens, Chávez uns Morales, an. Es gehe dabei vor allem darum, sich von den US-Modellen abzukoppeln, erklärte der EU-Abgeordnete der SPÖ. Er ist sich sicher, dass auch Europa bei diesem Prozess etwas lernen kann. Als große Herausforderung bewertete Swoboda "die Chancen, die uns die Globalisierung eröffnet, zu nützen." ****

Eschig äußerte ihre Sorge über die weltweit zunehmende Liberalisierung: "Die ungebremste Freigabe des Marktes ist nicht der richtige Weg." Dies gelte gerade auch für den Kunstbereich, denn "Kunst hat einen Doppelcharakter, als Ware und als Kulturgut." Spitzegger reklamierte, dass interkulturelle Kommunikation das Kernelement der Globalisierung sei.

Matt zeigte sich kritisch gegenüber dem "Kulturpessimismus" seiner Diskussionspartner. Schließlich schaffe gerade die Globalisierung neue Märkte für die Kunst. Dafür seien allerdings drei Voraussetzungen notwendig: staatliche Kunstförderung, Bildung und ein Markt, der sich in der Präsenz von Sammlern manifestiere. Das sei etwa in Afrika, im Gegensatz zu einigen Städten Lateinamerikas, noch nicht gegeben. (Schluss) re

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