Muttertag: Trannacher: Einkommensschere in Kärnten muss geschlossen werden

Kritik der SPÖ-Vorsitzenden an Mütterpension und Ruf nach Bewusstseinsbildung, Qualifikationsmaßnahmen und existenzsichernden Einkommen

Klagenfurt (SP-KTN) - Die Kärntner SPÖ-Frauen machen bei der diesjährigen "Rabenmuttertag-Aktion" auf Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam. Morgen, Sonntag, finden in den Kärntner Bezirken Verteilaktionen statt, teilt die Landesfrauenvorsitzende LAbg. Sieglinde Trannacher heute, Freitag, in Klagenfurt mit. Kein schlechtes Gewissen sollten Frauen haben, wenn sie berufstätig sind. Bei den SPÖ-Frauen hat seit Jahren neben dem Muttertag auch der "Rabenmuttertag" Tradition. Das Motto in diesem Jahr "Österreichs Frauen verdienen eine bessere Zukunft". Mit riesigen Scheren, die in letzter Zeit immer wieder in den Kärntner Bezirken aufgestellt wurden, wurde das klare Ziel der SPÖ-Frauen symbolisiert: Die Einkommensschere verringern.

Der Unterschied im Einkommen zwischen Frauen und Männern beträgt in Kärnten immer noch mehr als ein Drittel. Und: Die Einkommensschere öffnet sich weiter. "Im Vergleich zu den neunziger Jahren ist der Abstand sogar größer geworden", erklärt Trannacher und nennt konkrete Zahlen: "Eine Arbeiterin verdient in Kärnten im Schnitt 1294 Euro brutto einschließlich Sonderzahlungen, ein Arbeiter hingegen 2025 Euro brutto. Eine Kärntner Angestellte verdient im Schnitt nur 1661 Euro Brutto einschließlich Sonderzahlungen, ein männlicher Kollege hingegen 2826 Euro brutto einschließlich Sonderzahlungen."

"Wenn die SPÖ auf Bundesebene wieder Verantwortung erhält, wollen wir die Einkommensschere um mindestens drei Prozent schließen", erklärt Trannacher. Die Kärntner SPÖ-Frauen fordern außerdem existenzsichernde Einkommen für Frauen und Männer sowie Vollzeitarbeitsplätze. Außerdem bedarf es eines massiven Ausbaus der leistbaren und adäquaten Kinderbetreuung und einer Stärkung der Qualifizierungsmaßnahmen insbesondere für Frauen.

Besonders widmen wollen sich die SPÖ-Frauen in Kärnten künftig auch der Bewusstseinsbildung in der Wirtschaft. "Nur wenn sich die Einstellung der UnternehmerInnen zur Beschäftigung von Frauen ändert, haben wir eine reale Chance die Situation nachhaltig und langfristig zu verbessern", hält Trannacher fest.

Kritik übt die SPÖ-Frauenvorsitzende an der von BZÖ und ÖVP beschlossenen Sonderzahlung unter dem Titel "Mütterpension". In der beschlossenen Form fallen so ziemlich alle Frauen, die diese Zahlung benötigen würden, aus der Regelung und werden nichts bekommen, so Trannacher. "Rechnet man die BezieherInnen von Ausgleichszahlungen ab, wie es im beschlossenen Regierungsakt vorgesehen ist, so bleibt nahezu niemand übrig", erklärt Trannacher und verweist auf die Kärntner Lebenssicherung. Trannacher betont, dass die Kärntner Lebenssicherung längst beschlossen sein könnte, wäre der politische Wille bei BZÖ und ÖVP vorhanden und gäbe es nicht einen Machtmenschen, der der politischen Mitbewerberin Schaunig den Erfolg für die Menschen in Kärnten nicht gönne.

Trannacher rief in diesem Zusammenhang neuerlich die Eckdaten der Lebenssicherung in Erinnerung, die teilweise diametral zur orange-schwarzen Mogelsozialpolitik stehen, da sie von Treffsicherheit, sozialer Staffelung und Rechtsanspruch dominiert sind:

• Die Betroffenen haben einen Rechtsanspruch auf soziale Mindestsicherung

• Die ausgezahlten Beträge wurden deutlich angehoben, besonders profitieren davon Alleinerzieherinnen, Familien mit mehreren Kindern und ältere Menschen, die keinen Pensionsanspruch aus eigener Erwerbstätigkeit haben

• Familien mit beeinträchtigten Kindern erhalten eine deutlich höhere Unterstützung.

• Das Schulstartgeld wird mit diesem Entwurf sozial gestaffelt, gesetzlich abgesichert und dafür höher wieder eingeführt als im orange-schwarzen Modell.

• Auch auf den Heizkostenzuschuss besteht mit diesem Gesetz ein Rechtsanspruch. Dieser beträgt Euro 96 und wird etwa 20.000 Kärntnerinnen und Kärntnern zugute kommen.

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