Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Ein Happen. Keine Lösung (von Claudia Grabner)

Ausgabe 12.05.2006

Klagenfurt (OTS) - Ein bisschen was hat Politik schon immer mit Augenauswischerei zu tun gehabt. Dieser Tage aber wird sie bis zum Exzess geübt. Mit dem unrühmlichen Höhepunkt "Kärntner Topografieverordnung". Sehen wir davon unaufgeregt ab, dass der Kanzlersche Vorschlag zur Reparatur der Ortstafelfrage mit mehr als drei Jahren(!) Verspätung vorgelegt wird, bleibt die Ernüchterung: er ist ein belangloses Blatt Papier. In seiner Belanglosigkeit aber zündelnd und fatal. Warum?
Weil er den Kärntner Ewigaufreger bis ins Jahr 2009 am Köcheln, Kochen, Überkochen hält.

Schüssels Vorschlag ist - Sie verzeihen die legere Diktion -"Wischiwaschi", nicht Fisch und nicht Fleisch und schon gar nicht Lösung. Der Kanzler weiß es. Er MUSS es wissen. Und er WIRD sicher wissen, weshalb er diesen Entwurf auf die Reise nach Kärnten geschickt hat: Ein Happen für den hungrigen Wahlkämpfer Jörg Haider? Dass dieser mit dem Ortstafel-Thema richtig liegt, wurde ihm gestern - einige wenige Stunden vor Schüssels Botschaft - via Expertenmeinung attestiert: Ob er sie erfüllt oder dagegen ankämpft es ist für ihn günstig, einen Reibebaum zu haben (Zitat Politologe Filzmaier).

Nicht zu vergessen: der mögliche Imagegewinn für den Kanzler selbst. Es mag ja Leute geben, die seine Verordnung als staatstragendes Krisenmanagement bewundern ...

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