Braunbär: Sicherheit der Bevölkerung hat Vorrang

LR Schwärzler: "Beobachtungen den Behörden melden"

St. Gallenkirch (VLK) - Der ins Montafon eingedrungene Braunbär
hat in den vergangenen beiden Tagen mehrere Tiere im Raum St. Gallenkirch und Gargellen gerissen bzw. verletzt. Gemeinsam mit Experten informierte Landesrat Erich Schwärzler heute, Donnerstag in einem Pressegespräch im Gemeindeamt St. Gallenkirch über die aktuelle Situation und erläuterte die Verhaltensmaßnahmen für die Bevölkerung. "Die Sicherheit der Bevölkerung hat absoluten Vorrang", so Schwärzler.

Gemeinsam mit Experten des Landes, darunter Wildbiologe Hubert Schatz und Rochus Schertler (Naturschutzbeauftragter der BH Bludenz), hat "Bärenanwalt" Georg Rauer als Vertreter des WWF Österreich die Schadbilder in St. Gallenkirch/Galgenul und Gargellen begutachtet. Ein diesbezüglicher Maßnahmenkatalog ist in Arbeit.

Vorsorgemaßnahmen für die Bevölkerung

Als Vorsorge gegen eventuell weitere Sachschäden sollten keine Futtermittel oder für einen Bären interessante organische Abfälle (zum Beispiel Hausmüllsäcke) im Freien gelagert oder deponiert werden, betonte Landesrat Schwärzler.

Eine Gefahr für Menschen ist nach Auskunft von Experten generell nicht gegeben, so lange sich der Mensch bei einer allfälligen Beobachtung dieses Tieres ruhig verhält und bemerkbar macht. Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, dass man diesem sehr scheuen Wildtier begegnet, zumal es auch sehr große Strecken in der Wildnis zurücklegt.

Erhöhte Beobachtung

Das bisherige Verhalten des Braunbären kann als teilweise abnormal bezeichnet werden. Deshalb muss der Bär verstärkt beobachtet werden, denn die Frage der Sicherheit für die Menschen hat eine hohe Bedeutung, betonte Landesrat Schwärzler: "Sollten durch das Verhalten des Bären Menschen gefährdet sein, so muss eine Möglichkeit gefunden werden um den Bär aus dem Revier zu bringen - entweder durch Einfangen oder eventuell durch Betäubung". Schwärzler verweist in diesem Zusammenhang auf den Beginn der Alpsaison und die Tatsache, dass die Bergregionen jetzt wieder stärker begangen werden (Alppersonal, Wanderer).

Sender

Bären sind in der Regel scheue Tiere und vorwiegend nachtaktiv. Wichtig ist nun herauszufinden, ob es sich um denselben Bären ("JJ2") handelt, der letztes Jahr auch in der Schweiz war. Auch in Tirol wurde dieser Bär 2005 gesichtet. Eine Haarprobe des Bären wird dazu vom WWF genetisch analysiert werden. Der WWF empfiehlt, dass eine Bäreneingreiftruppe ausrückt, um den Bären zu fangen und mit einem Sender zu versehen. So sind die weiteren Schritte des Bären verfolgbar und das Tier kann bei erneuter Annäherung an menschliche Siedlungen mit Abwehrmaßnahmen (Gummikugeln, Feuerwerksraketen) wieder scheu gemacht werden.

Schadensereignisse - Rückblick

Der Braunbär ist in der Nacht auf Mittwoch in einen Schafstall eingebrochen. Als erste Maßnahme wurden die örtlich zuständigen Jagd-und Waldaufseher um verstärkte Aufmerksamkeit und Meldung der Beobachtungen ersucht. Der Schafstall in St. Gallenkirch wird durch einen Elektrozaun gesichert.

In der Nacht auf Donnerstag hat offenbar derselbe Bär die Türe eines Schafstalles in Gargellen, nahe dem Hotel Heimspitze, aufgebrochen, hat dort ein Schaf gerissen und etwa 100 Meter fortgeschleift. Vor Ort konnten eindeutige Fußabdrücke festgestellt und gesichert werden.

In derselben Nacht ist der Bär dann auch noch in einen taleinwärts, im Ortsteil Vergalden gelegenen Stall eingedrungen, wo Speiseabfälle (Schweinefutter) in Fässern gelagert waren. Die örtlichen Jäger konnten anhand der Fährten feststellen, dass der Bär in der Folge Richtung Vergaldenalpe-Schnapfawald weitergezogen ist. Noch bevor er die Grenze zur Schweiz überquerte, drehte der Bär aber Donnerstagnachmittag wieder in Richtung Gargellen um.

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