Fairer Handel im Gespräch

Köstendorf (OTS) - Das Interesse am Fairen Handel ist groß. Das beweisen positive Umsatzzahlen ebenso wie die rege Teilnahme an einer von EZA Fairer Handel organisierten Fachtagung im Salzburger Kolpinghaus.

Aus Anlass ihres 30-jährigen Bestehens lud die EZA Fairer Handel am 29. April zu einer gut besuchten Tagung ins Salzburger Kolpinghaus. "Kann man sich eine bessere Welt kaufen?" - so der Titel der Veranstaltung, an der 250 Personen teilnahmen. Christian Felber, freier Publizist und attac-Gründungsmitglied lenkte den Blick auf globale Zusammenhänge. Er warnte - trotz der großen Erfolge des Fairen Handels - vor einer Überbewertung der "Konsumentendemokratie" als alleinigem Instrument der Marktregulierung und forderte gesetzlich verbindliche Rahmenbedingungen für einen Fairen Handel im Weltmaßstab. "Kaffee mit Milch" einmal anders servierten Ofelio Angeles Ortega, Kaffeekleinbauer aus Mexiko und Ernst Halbmayr, Vertreter der IG-Milch. Eine kleinstrukturierte, ökologisch nachhaltige Landwirtschaft zu erhalten und faire Bedingungen am Markt zu schaffen - das gilt für Kleinbauern in Lateinamerika und Österreich, der EU, gleichermaßen, so die Botschaft. Sozialpolitik über immer billigere Lebensmittel machen zu wollen, sei der verkehrte Weg, konterte Ernst Halbmayr von der IG Milch das Argument des Kaufkraftverlustes, der sich auch hierzulande zeige. VertreterInnen europäischer und internationaler Netzwerke sowie Gäste aus Indien und Vietnam dokumentierten wie Transparenz, Partnerschaft und Kontrolle im Fairen Handel in die Praxis umgesetzt werden. Dabei plädierte Roopa Mehta von der indischen Handwerksorganisation SASHA für einen differenzierten Umgang mit der komplexen Wirklichkeit im Fairen Handel. "Nur so können wir den unterschiedlichen Kulturen, Organisationsformen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen und den daraus resultierenden Bedürfnissen der ProduzentInnen Rechnung tragen."

Bei feiner Orientmusik, gewürzt mit lateinamerikanischen Rhythmen der Gruppe "Aora" wurde abends im stilvollen Ambiente des Marmorsaals am Bahnhof gefeiert.

Unter den zahlreichen Tagungs- und Festgästen: Ltabg. Heidi Hirschbichler in Vertretung von LH Gabi Burgstaller, Ltabg. Heidi Reiter, Ltabg. Michael Neureiter, AK-Salzburg Vizepräsident Walter Androschin, GR Rosina Zotter, GR Peter Kemptner, VertreterInnen von NGOs, MitarbeiterInnen aus über 50 Weltläden in Österreich sowie Mitglieder der European Fair Trade Association u.a.

Gefehlt hat: Mohammed Tanko Bitugu von der Kalangu Kooperative in Ghana, einem Handelspartner der EZA. Ihm wurde die zeitgerechte Ausstellung eines Visums verwehrt.

Die 1975 gegründete EZA Fairer Handel GmbH mit Sitz in der Flachgauer Gemeinde Köstendorf setzt 9,5 Millionen Euro mit Waren aus Lateinamerika, Afrika und Asien um und ist Österreichs größte Importorganisation für Fairen Handel. EZA-PartnerInnen in Übersee sind an die 110 Kleinbauern- und Handwerksorganisationen in 30 Ländern. VerbraucherInnen finden EZA-Produkte mittlerweile in über 3000 Geschäften im gesamten Bundesgebiet, die breiteste Auswahl davon in den 90 Weltläden - den Fachgeschäften für Fairen Handel. Die stärksten Zuwächse (+36,6%) verzeichnete das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr im Lebensmitteleinzelhandel. Kaffees, Tees, Schokoladen, Kakao, Zucker, Reis, Fruchtsäfte, Gummibären und Fußbälle tragen das FAIRTRADE Gütesiegel. Rund 60 Prozent der EZA-Lebensmittel stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

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