GPA zieht positive Bilanz über Frühjahrs-KV-Runden

Nur noch Ergebnis in Papierindustrie ausständig - Kritik an Firlei

Wien (GPA/ÖGB) - Eine positive Bilanz über die Ergebnisse der bisherigen Kollektivvertragsverhandlungen im Frühjahr zieht der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA, Karl Proyer: "Mit Abschlüssen nahe an der Drei-Prozent-Marke konnten wir in wichtigen Industrie- und Dienstleistungsbranchen das Niveau der Herbstabschlüsse annähernd heranführen", zeigte sich Proyer zufrieden.++++

"Neben den prozentuellen Erhöhungen wurden durch die Bildungsfreistellung und die Verteiloption in der Elektroindustrie wichtige Signale zur qualitativen Weiterentwicklung der Kollektivverträge gesetzt", so Proyer. Rückwirkend mit 1. Mai 2006 stehen den Beschäftigten in der Elektro- und Elektronikindustrie zwei Tage bezahlte Bildungsfreistellung zu, in einer Etappenregelung wird die bezahlte Bildungsfreistellung auf eine volle Woche angehoben. Dazu ist auch die Möglichkeit zur Vereinbarung einer Verteiloption von 0,5 Prozent der Lohn-/Gehaltssumme vorgesehen, die insbesondere unteren Einkommen und somit Frauen Vorteile bringt.

Aber nicht nur in der Industrie brachte das Frühjahr wichtige kollektivvertragliche Ergebnisse. So haben sich nach drei Jahren intensiven Verhandlungen der Sparkassenverband und die GPA über eine grundlegende Neuerung des Kündigungsschutzes im Sparkassensektor geeinigt. Statt dem bisherigen Definitivum gibt es einen erhöhten Kündigungsschutz für die Beschäftigten.

Seit 1. Mai gilt der Kollektivvertrag Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich (BAGS) durch eine Satzung für zusätzlich 25.000 Beschäftigte. Der BAGS-Kollektivvertrag gilt für nunmehr 65.000 Beschäftigte und ist damit von der Zahl der Betroffenen einer der größten Kollektivverträge, die von der GPA verhandelt werden und stellt einen 'sozialpolitischen Quantensprung' für die Beschäftigten dar.

Für die Angestellten im Versicherungs-Innendienst konnte ein Abschluss von 3,0 Prozent erzielt werden, die Beschäftigten privater Bildungsanbieter erhalten 2,85 Prozent mehr Gehalt.

"Diese Ergebnisse beweisen, dass Gewerkschaften auch in diesen turbulenten Tagen voll ihre Handlungsfähigkeit für die Interessen der ArbeitnehmerInnen aufrecht erhalten können. Es hat sich auch gezeigt, dass Druck aus den Industriebetrieben und die Solidarität der Beschäftigten Wirkung gezeigt haben. Ich bin überzeugt, dass es bei der noch ausstehenden Verhandlungsrunde in der Papierindustrie am 15. Mai zu einem für die Beschäftigten vertretbaren Ergebnis kommen wird", so Proyer.

Zur heute vom Salzburger Arbeitsrechtler Klaus Firlei in den Salzburger Nachrichten vertretenen Meinung bemerkte Proyer, dass diese in seinen Augen wissenschaftlich so wenig fundiert sei, dass man sie eigentlich nicht besonders kommentieren brauche. "Durch die Vielzahl von aktuell laufenden KV-Verhandlungen allein im Bereich der GPA ist die von Firlei geäußerte Meinung ohne jede praktische Bedeutung", so Proyer.

Detaillierte Informationen über die Kollektivvertragsabschlüsse unter www.gpa.at.

ÖGB, 11. Mai
2006
Nr. 345

Rückfragen & Kontakt:

GPA
Mag. Martin Panholzer
Telefon: 05 0301/21511
Mobil: 05 0301/61511
E-Mail: martin.panholzer@gpa.at
http://www.gpa.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0008