WWF: Bär in Vorarlberg: Rasches Handeln notwendig!

WWF stellt Experten zur Verfügung - Untersuchung vor Ort

Wien/Bregenz. (OTS) - Für den WWF ist der gestrige Vorfall mit dem Bären in Vorarlberg ein Zwischenfall, der in Vorarlberg so noch nicht vorgekommen ist, weil es seit Hundert Jahren dort keine Bären mehr gibt. Experten des WWF haben bereits vor Jahren angekündigt, dass aus dem Trentino früher oder später Bären auch nach Vorarlberg kommen würden. Eine Gefahr für Menschen besteht nicht. Bären sind sehr scheue Tiere. Es gibt in Österreich in den letzten Hundert Jahren keinen einzigen Fall wo ein Bär einen Menschen angegriffen hätte. Der WWF-Bärenanwalt Jörg Rauer ist bereits zur Untersuchung des Vorfalls vor Ort in Vorarlberg.

Spätestens als im Sommer 2005 ein Bär zum ersten Mal seit Hundert Jahren die Grenze in die Schweiz passierte, war klar, dass auch in West-Österreich einzelne Bären auftauchen können. Ein Bär kann in kurzer Zeit zwar Schäden verursachen, danach aber über Monate von Menschen unbemerkt leben. Entscheidend ist in dem konkreten Fall, dass der Bär in die Nähe einer Siedlung gekommen ist. Der Bärenanwalt des WWF, Dr. Jörg Rauer, ist bereits vor Ort in Vorarlberg, um die Sachlage zu beurteilen. Normalerweise sind Bären scheue Tiere, die Menschen aus dem Weg gehen. Schäden verursachen sie meist an entlegenen Orten. In Österreich gab es seit Hundert Jahren keinen Fall, wo ein Mensch angegriffen worden ist. Der Bär ist hauptsächlich nachtaktiv. "Eine Gefahr für den Menschen besteht nicht", so WWF-Bärenanwalt Dr. Jörg Rauer. In Kärnten sowie den Nördliche Kalkalpen, gehören einige dort lebende Bären bereits zum Tagesgeschäft. Bärenanwälte vermitteln im Anlassfall und sorgen durch Aufklärungsarbeit vor Ort für ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben.

Wichtig ist nun herauszufinden, ob es sich um denselben Bären ("JJ2") handelt, der letztes Jahr auch in der Schweiz war und dort bereits auffällig wenig Scheu vor Menschen zeigte. Auch in Tirol wurde dieser Bär 2005 gesichtet. Eine Haarprobe des Bären wird dazu vom WWF genetisch analysiert werden. Der WWF empfiehlt, dass eine Bäreneingreiftruppe ausrückt, um den Bären zu fangen und mit einem Sender zu versehen. So sind die weiteren Schritte des Bären verfolgbar und er kann bei erneuter Annäherung an menschliche Siedlungen mit negativen Strafreizen (Gummikugeln, Feuerwerksraketen) wieder scheu gemacht werden.

Braunbären waren bis zu ihrer Ausrottung Mitte des 19. Jahrhunderts ein selbstverständlicher Teil der österreichischen Fauna. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen die Bären wieder in ihre ursprünglichen Lebensräume in den Ostalpen einzuwandern. Der WWF unterstützte diese Tendenz mit einem Wiederansiedelungsprojekt von drei Bären und initiierte die "Koordinierungsstelle Braunbär", in der alle relevanten Interessensvertretungen und Behörden zusammenarbeiten. Gemeinsam wurde ein Managementplan erstellt, der auch den richtigen Umgang mit Bären beinhaltet. Um das Nebeneinanderleben von Bären und Menschen problemlos zu gestalten, wurden vom WWF schon Mitte der 90er Jahre so genannte "Bärenanwälte" eingesetzt, die einerseits genaue Aufzeichnungen und Analysen aller Kontakte mit Bären durchführen und andererseits über das richtige Verhalten gegenüber Bären aufklären. In Foldern, Broschüren und Unterrichtsmappen, sowie in zahlreichen Vorträgen wurden Informationen über den richtigen Umgang mit Bären in den Regionen verbreitet.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488-231.
Dr. Jörg Rauer, WWF Bärenanwalt, Tel. 0676-83488600.
Fotos, Hintergrundmaterial und eine Karte mit dem Verbreitungsgebiet in Österreich auf Anfrage erhältlich.

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