Leitl fordert Abschluss von Freihandelsabkommen zwischen EU und Lateinamerika

EU-Lateinamerika-Wirtschaftskonferenz vom 11.-13. Mai in Wien -Übergabe eines Memorandums an die EU-LAC-Regierungschefs - Außenhandel bis 2012 verdoppeln

Wien (PWK310) - Heute, Donnerstag, startete die bislang größte EU-Lateinamerika-Wirtschaftskonferenz, der EU-LAC Business Summit 2006, im Schloss Belvedere in Wien. Im direkten Umfeld des Treffens der EU-LAC Staats- und Regierungschefs bildet die EU-LAC Wirtschaftskonferenz ein hochrangiges Forum zur Diskussion wirtschaftsrelevanter Themen zwischen mehr als 350 Top-Wirtschaftvertretern Europas, Lateinamerikas und der Karibik.

Wirtschaftskammer Österreich Präsident Christoph Leitl zur Zielsetzung des Business Summits: "Der Außenhandel zwischen diesen beiden Kontinenten soll durch das aktuelle Zusammentreffen deutlich und nachhaltig intensiviert werden. Dafür sind ein multilaterales Handelssystem nach WTO-Regeln sowie die erfolgreiche Beendigung der Doha-Runde wesentliche Voraussetzungen. Notwendig ist auch der möglichst rasche Abschluss von Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur, der Andengemeinschaft und Zentralamerika", fordert Leitl. Wenn dies nicht, oder nicht gleich möglich sei, müssten zumindest zwischen der EU und den einzelnen lateinamerikanischen Staaten Freihandelsabkommen abgeschlossen werden, wie es Mexiko und Chile erfolgreich vorgezeigt haben, so Leitl. "Damit erreichen wir den Wegfall bilateraler Handelshemmnisse und werden der Verdopplung des EU-Lateinamerikanischen Handels bis 2012 - das wir uns heute als Ziel vorgenommen haben - einen großen Schritt näher gebracht."

Die EU ist der zweitwichtigste Handelspartner Lateinamerikas. 2005 erreichte der bilaterale Außenhandel einen neuen Rekordwert von 125 Mrd Euro. Dennoch sei das Potential noch lange nicht ausgeschöpft, weist Leitl auf eine Vielzahl neuer Geschäftschancen für beide Märkte hin. Allein durch den erfolgten Erweiterungsschritt um zehn neue, wirtschaftlich sehr dynamische EU-Mitgliedsländer verbreiterten sich die EU-LAC-Geschäftsmöglichkeiten enorm. Österreich spiele als internationale Drehscheibe nach Osteuropa eine wichtige Rolle und werde von vielen Firmen - auch aus Lateinamerika - als Standort für Mittel- und Osteuropa genutzt.

Morgen, Freitag, werden Präsident Leitl und der Präsident der mexikanischen Außenhandelsvereinigung COMCE ( Consejo Mexicano del Comercio Exterior), Don Valentìn Diéz Morodo, ein Memorandum der Teilnehmer des Business Summits an die Staats- und Regierungschefs im Rahmen des EU-Lateinamerika-Gipfels übergeben. "Damit erhalten alle 60 EU-LAC-Regierungen direktes Feedback von den EU-LAC-Wirtschaftsvertretern über die Prioritäten, die für die nachhaltige Dynamisierung der transatlantischen Partnerschaft notwendig sind", betont der WKÖ-Präsident und erwartet sich dadurch ein verstärktes Bewusstsein für die außenwirtschaftlichen Notwendigkeiten.

"Der EU-LAC Business Summit hat Spitzenreferenten aus hochdynamischen Wirtschaftsbereichen und Firmenkontakte auf höchstem Level zu bieten. Er schafft eine breite und fruchtbare Unternehmer-Plattform, die optimal zur Intensivierung der transatlantischen Geschäftsbeziehungen beitragen wird", ist Leitl von den positiven Auswirkungen der Wirtschaftskonferenz überzeugt.

Für Österreich stellt Latein- und Zentralamerika einen aufstrebenden Fernmarkt dar, dem großes Augenmerk auch im Rahmen der gemeinsamen Internationalisierungsoffensive von BMWA und WKÖ gewidmet wird. Im vergangen Jahr konnten die österreichischen Exporte in diese Region um 16 Prozent auf 848 Mio Euro gesteigert werden. Das Handelsvolumen Österreich-Lateinamerika dürfte heuer die 2 Mrd Euro-Grenze überschreiten, da auch die Importe im zweistelligen Bereich (2005: 31 %) zunehmen. Insbesondere bei Maschinen und Anlagen, chemischen Erzeugnissen sowie in den Sektoren Infrastruktur, Energie und Umwelt bieten sich in Mittel- und Südamerika ausgezeichnete Geschäftschancen für die österreichische Wirtschaft. (Ne)

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