Nadelstichverletzungen - ein großes Risiko für die Pflegeberufe

Presseaussendung der Bundessektion Landesanstalten und Betriebe in der GÖD

Linz (OTS) - Der Vorsitzende der Bundessektion 9, Gesundheits- und Sozialberufe in der GÖD, Johann Hable, fokussiert beim Tag der Krankenpflege am 12. Mai 2006 Nadelstichverletzungen als große Gefahrenquelle für die Bediensteten in Gesundheits- und Pflegeberufen. Gemeinsam mit
dem Europäischen Parlament, das sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt, erfolgt eine Österreichweite Informationskampagne.

Eine Nadelstichverletzung ist dann gegeben, wenn unbeabsichtigt die Haut durchstochen wird. Eine mit Blut kontaminierte Nadel kann bis zu 20 gefährliche Keime enthalten (z.B. Hepatitis B,
Hepatitis C oder HIV). Hauptbetroffene sind Krankenpflegepersonal, Ärzte und anderes medizinisches Personal, Reinigungs- und Wäschereibedienstete.

  • 10 % der in Europa arbeitenden Menschen sind im Gesundheits- und Wohlfahrtssektor beschäftigt.
  • Die Krankheitsfälle in diesem Bereich liegen 30 % Über dem Durchschnitt im Vergleich zu anderen Beschäftigten.
  • Ein Grund dafür ist, dass sie gefährlichen Stoffen ausgesetzt sind, wie z.B. Hepatitis und Aidsviren.
  • Durch eine Nadelstichverletzung wird möglicherweise eine tödliche Krankheit übertragen.
  • Es wird angenommen, dass sich jährlich 1 Million Nadelstichverletzungen in Europa ereignen.
  • Im Gesundheitssektor erkranken Menschen viel häufiger an diesen Krankheiten.
  • Die Impfung fÜr Hepatitis B und eine rasche Immunisierung gegen HIV kann die Gefahr einer Erkrankung eindämmen, es gibt aber nach wie vor keinen Schutz vor Hepatitis C.
  • Unabhängige Studien haben gezeigt, dass ein großer Teil der Nadelstichunfälle durch bessere Schulung und sichere Arbeitsmethoden vermeidbar wären.

Es sind daher Maßnahmen zu setzen, um das Risiko auf ein Minimum herabzusetzen. Die Bediensteten sollen Informationen und Unterweisung in der Handhabung erhalten und über die Risiken, die sich aus Nadelstichunfällen ergeben können, aufgeklärt werden. Schriftliche Anweisungen und ein Handlungsplan, wie nach einem Unfall oder Vorfall mit einem Nadelstich oder anderen medizinischen spitzen Gegenständen vorgegangen werden muss, sollen am Arbeitsplatz gut sichtbar angebracht werden.

Verschiedene unabhängige Studien haben den kurz- und langfristigen Nutzen von sicheren Arbeitspraktiken und medizinischen Vorrichtungen, welche Nadelstichverletzungen vermeiden, untersucht. Jede Studie hat gezeigt, dass sich eine Einsparung ergeben würde.

Um möglichst rasch positive Ergebnisse zu erzielen, muss das BMWA die Arbeitsinspektorate gezielt zur Überprüfung dieser Gefahrenquelle in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
anweisen.

Die Bundessektion Landesanstalten und Betriebe fordert das EU-Parlament auf eine Richtlinie zu diesem speziellen Thema zu erarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen!
Johann Hable
Vorsitzender

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