Gratiszeitungen verhindern Kollektivvertrag

Einseitiger Abbruch von Verhandlungen durch den Verband der Regionalmedien

Wien (GPA/DJP) - Der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM) hat einseitig die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier (DJP) und der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) über einen Kollektivvertrag für die MitarbeiterInnen bei Gratiszeitungen in Österreich abgebrochen. Für MitarbeiterInnen von Gratiszeitungen gilt bislang kein Kollektivvertrag. Die bereits über ein Jahr andauernden Versuche, einen Kollektivvertrag für JournalistInnen und kaufmännische Angestellte in diesem Bereich zu etablieren, sind nun durch den einseitigen Abbruch vorerst gescheitert. ++++

Der Verband der Regionalmedien, dem die Gratiszeitungen angehören, wies im Rahmen der Verhandlungen auf ihre 'besonderen Bedingungen' hin. Der Abbruch der Gespräche erfolgte ungewöhnlich früh, bereits am Beginn des Verhandlungsprozesses, als erst über die Qualifikation von MitarbeiterInnen und noch nicht über Gehälter bzw. Arbeitszeit diskutiert wurde. "Der Verband der Regionalmedien ist offenbar der Meinung, dass seine Zeitungen ohne JournalistInnen geschrieben werden. In den Gratiszeitungen wird journalistische Arbeit geleistet, die auch entsprechend kollektivvertraglich abgesichert werden muss. Dasselbe gilt für die kaufmännischen KollegInnen dieser Verlagshäuser. Es kann nicht sein, dass Gratismedien ihre Philosophie auch auf MitarbeiterInnen anwenden wollen. Gehaltserhöhungen dürfen nicht wie bisher zum Gnadenakt werden!", erklärt der Vorsitzende des GPA-Wirtschaftsbereichs Kommunikation Alois Freitag.

ÖGB, 11. Mai
2006
Nr. 340

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