Klub für Frauen: Kein Wegschauen bei Gewalt gegen Frauen

Überparteiliche Fraueninitiative fordert mehr Aufklärung zu häuslicher Gewalt

Wien (OTS) - "Bei Gewalt gegen Frauen darf es kein Wegschauen und kein Verharmlosen geben", forderte heute die überparteiliche Fraueninitiative 'Klub für Frauen' in einem Pressegespräch anlässlich der Präsentation einer neuen Studie der Karmasin Motivforschung über Einstellungen zu häuslicher Gewalt (n=1000, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung, März 2006). "Es ist schockierend, wie viele Frauen von Gewalt direkt betroffen sind und wie wenig Problembewusstsein es stellenweise gibt", kommentiert Gabi Spiegelfeld vom Klub für Frauen die Ergebnisse der Studie.

In der Studie hatte Karmasin Motivforschung untersucht, was für die Befragten als "häusliche Gewalt" gilt und worin sie die Ursachen sehen. Für ein Viertel der Befragten stellen eine Ohrfeige oder Kratzen noch keine häusliche Gewalt dar. Rund 20% sehen Vergewaltigung in der Ehe als "gerade noch NICHT häusliche Gewalt" an und nicht einmal in Zwang zu Sex oder einer einmaligen körperlichen Gewalttat wollten alle Befragten "häusliche Gewalt" sehen. Studienleiterin Sophie Karmasin zur Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller Befragten angaben, bereits einmal Gewalt gegen Frauen (teilweise) beobachtet zu haben: "Gewalt gegen Frauen ist in Österreich offenkundig ein weit verbreitetes Phänomen, wie sich aus diesem indirekt ermittelten Ergebnis ableiten lässt. Wir brauchen dringend mehr Informations- und Aufklärungsarbeit zu diesem Thema."

Eine besondere Rolle müsse dabei den Opferschutzeinrichtungen zukommen, die - geht es nach dem Klub für Frauen - deutlich gestärkt und ausgebaut werden müssen. Brigid Weinzinger, Grüne Frauensprecherin und ebenfalls Mitglied des Klub für Frauen: "Für einen besseren Schutz von Frauen vor Gewalt brauchen wir eine gute Zusammenarbeit zwischen Opferschutzeinrichtungen und Behörden, umfassende Schulungsmaßnahmen für Exekutive und Justiz und schließlich Verbesserungen im Rechtssystem, z.B. beim Ausbau von Opferrechten im Gerichtsverfahren."

Der Klub für Frauen fordert bessere Informations- und Aufklärungsarbeit zum Thema häusliche Gewalt nicht nur ein, sondern sieht auch für sich selbst eine Rolle darin. Ein Schritt dazu sei das Podiumsgespräch "Gewalt gegen Frauen - Randphänomen oder Realität vieler Frauen?", das am 11.5.2006 (Beginn 19.00) im Museumsquartier stattfindet. Gabi Spiegelfeld dazu abschließend: "Wir wollen selber einen Beitrag leisten, dieses brandaktuelle Thema aufzugreifen. Gewalt gegen Frauen findet nicht irgendwo weit weg statt, sondern tagtäglich mitten unter uns. Das dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen, da darf niemand Wegschauen."

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