Eurofighter: "Skandal bis zur Wahl..."

Militärluftfahrt-Experte Mader: Angeblich "skandalöse" Enthüllungen in NEWS weitgehend internationale Norm - Unter jeder Norm jedoch Kommunikation durch BMLV

Wien (OTS) - "Als nach der BAWAG zweitgrößter Politaufreger dieses Herbstes" bewirbt der NEWS Chefredakteur die 7 Seiten seines Chefreporters. Georg MADER - Österreich-Korrespondent des britischen Rüstungsverlages "Jane’s Defence" - kann darin jedoch kaum Stoff für die sofort auf dem Radar flackernden Skandalrufe der Opposition finden. Zwei Beispiele:

1.) Obwohl NEWS flapsig mit dem 'Stabmixer' vergleicht und nicht genau zwischen Gewährleistung und Garantie unterscheidet, sind Kampfflugzeuge rechtlich weder ein Verbraucher- noch ein Konsumentengeschäft. Überall. Ein kurzer Blick in die "Jane’s"- Datenbank zeigt: 12 Monate Herstellergarantie sind internationaler Mittelwert. Mader findet für: Kanadische CH- 149 Marine-Hubschrauber 18 Monate, indische Sukhoi-30 12 Monate, Hubschrauber in Sri-Lanka 300 Stunden oder 12 Monate, Korvetten für Südafrika 24 Monate oder belgische 'Leopard1'- Panzer für Brasilien 3 Monate. 2.) Verhinderung des Weiterverkaufes der Flugzeuge sei völlig logisch und ein sog. Enduser-Zertifikat sei überall inkludiert, erläutert Mader. Eurofighter-GmbH führt eine Auftragsarbeit von vier EU-/NATO-Regierungen aus und jene bündeln ihre Kontrolle in der NETMA ("NATO Eurofighter and Tornado Management Agency"). Ohne bzw. gegen NETMA darf natürlich weder Hard- oder Software an Drittländer weitergegeben werden. An jenen Quellcodes der Programmsoftware sind anderswo - nach Typenauswahl - schon Verhandlungen geplatzt. Selbst für die überaus simplen F-5Es mussten die Schweizer die US-Regierung bitten, jenes 'Certifikate' auf unser Leasing auszudehnen. Minister Platter hat sich nicht einmal getraut, ausgeschiedene Draken an US-Privatfirmen abzugeben - "aber Hr. Cap wolle das 'High-End'-Produkt Eurofighter dann weiterverkaufen", so Mader amüsiert...

"In Wahrheit sind wir hier mit einer Unmenge von sog. Täuschkörpern konfrontiert", meint Mader. Wie diese Hitzefackeln ('Flares') gegnerische Raketen von der Triebwerkshitze ablenken sollen, sollen wir alle von der Tatsache abgelenkt werden, dass auch eine SPÖ-Regierung zusätzlich zu den - für Mader ebenfalls kaum überraschenden - Stornokosten andere Flugzeuge anschaffen müsste. Denn jene Schlüsselkomponente der Souveränität wird dem neutralen (!) Österreich niemand rundum abnehmen. Jene Idee sei eine weit verbreitete Illusion und dessen solle sich Alfred Gusenbauer im Wahlkampf bewusst sein. "Luftwaffenchefs von Nachbarstaaten haben bei dieser Idee bloß laut gelacht", so Mader.

"Dieses Land nimmt sich selbst bzw. 'National Security' nicht mehr ernst. Ist bereits ein Untersuchungsrichter gegen NEWS sowie dessen Informanten tätig?", fragt Mader. Ein anderer Aspekt ist ebenso eine Farce: BMLV-Medienarbeit in Sachen Eurofighter. "Weder hat man während vier Jahren Themenführerschaft erlangt, noch dem kolportierten, unglaublichen technischen Unsinn sachlich begegnet. Nur laues Bestemm. Obwohl der erste österreichische Eurofighter AS001 in wenigen Wochen fliegen soll, gibt es - seitens BMLV, nicht EADS -ein Platzverbot für heimische Fotografen in Manching. Man hätte aber Bilder der Fertigung bereits - so wie jetzt - bitter gebraucht!", ärgert sich Mader. Das Ganze sei 'Chefsache', erklärt man wortkarg. Helm auf und durch. Die 'Chefsache' sei aber - trotz 80 ausgelieferten Eurofightern - "noch nicht visuell in den Köpfen der Bevölkerung angekommen und so überlässt man es 'Köchen' wie Kräuter, Kogler oder Kuch, den 'Skandal' bis zur Wahl weiterzubrodeln" meint Mader. "Selbst in den USA nennt man den Eurofighter Weltmarktführer, KEIN Hersteller veröffentlicht seine Verträge - fachlich völlig inkompetenten - Abgeordneten mit tagespolitischen Ambitionen. In einem Land aber wo ein 'Zwentendorf' mahnt, sei weiterhin mit allem zu rechnen. Auch mit einer völlig irren, unbegründeten und international beispiellosen Milliardenstornierung...!" - (Schluss)

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Georg MADER, "Jane's-Defence"
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