AWO-Umfrage: Austro-Unternehmen von Tschechien begeistert

Große Mehrheit der österreichischen Niederlassungen in Tschechien erwarten heuer besseres Geschäftsvolumen als 2005

Wien (PWK305) - Die dynamische Entwicklung der tschechischen Wirtschaft, die 2005 ein Rekordwachstum des BIP um 6% verzeichnete, schlägt sich auch in der allgemein positiven Stimmung unter den in Tschechien mit einer Niederlassung vertretenen österreichischen Unternehmen nieder. "Über 80% der Unternehmen sind überzeugt, dass die Geschäfte heuer wieder so gut oder noch besser als im vergangenen Jahr laufen werden", zieht Michael Angerer, österreichischer Handelsdelegierter in Prag, Bilanz aus der aktuellen Firmenbefragung der österreichischen Außenhandelsstelle unter den Austro-Unternehmen in der Tschechischen Republik.

Von den bei der Außenhandelsstelle Prag erfassten 718 österreichischen Niederlassungen erwarten 67,6% heuer eine weitere Ausweitung des Geschäftsvolumens, 13,2% gehen von einem zumindest gleich hohen Umsatz wie im Vorjahr aus. Nur 1,4% befürchten ein rückläufiges Geschäftsvolumen (17,8 % haben dazu keine Angaben gemacht).

Die in Tschechien mit einer Niederlassung vertretenen österreichischen Unternehmen nützen die Geschäftsmöglichkeiten optimal. Angerer: "Das positive Stimmungsbild beruht nicht nur auf der seit 1993 regelmäßigen Steigerung der österreichischen Exporte auf den bisherigen Höchststand von 2,9 Mrd. Euro 2005, sondern auch auf der engen Verflechtung österreichischer Unternehmen in der innertschechischen Wirtschaftsentwicklung." Eine große Zahl von in Tschechien produzierenden Unternehmen, nützt die die guten Chancen am lokalen Markt (z.B. Baustoffe) bzw. ermöglicht durch die Übernahme von Produktionsschritten indirekt den Erfolg von österreichischen Unternehmen am Weltmarkt. In den vergangenen Jahren konnten sich österreichische Unternehmen im Dienstleistungsbereich eine besonders starke Position am tschechischen Wachstumsmarkt sichern. So liefert die dynamische Entwicklung in Tschechien einen immer wichtigeren Beitrag zu den guten Konzernergebnissen österreichischer Banken, Versicherungen, Leasinggesellschaften, von Immobilienentwicklern und Handelshäusern.

"Die positiven Erwartungen der österreichischen Unternehmen in Tschechien sind gut begründet", sagt Angerer. Das Wirtschaftswachstum wird heuer und in den kommenden Jahren regelmäßig zumindest 4% betragen - dies hängt eng mit dem weiterhin großen Interesse ausländischer Investoren am zentral gelegenen Tschechien als Produktionsstandort zusammen, wird durch hohe EU -Förderungen in der kommenden EU-Finanzperiode gestützt und führt zur Hebung des Lebensstandards der tschechischen Bevölkerung.

Trotz der allgemein positiven Stimmung gibt es auch Kritikpunkte:
Von vielen der befragten Unternehmen wird der Wunsch nach einer Vereinfachung der tschechischen Gesetzgebung, insbesondere der steuerlichen Regelungen und nach einem Bürokratieabbau geäußert. Kritisiert werden die hohen Sozialversicherungsabgaben für Arbeitgeber sowie die starren Regeln des tschechischen Arbeitsrechts. Die mehrfach gestellte bereits gut bekannte Bemerkung hinsichtlich der unzureichenden Verkehrsinfrastruktur zwischen Tschechien und Österreich sollte aber auch für die österreichischen Entscheidungsträger ein Hinweis sein, dass von der Wirtschaft endlich Verbesserungen erwartet werden. (BS)

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Dr. Michael Angerer
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