ARBÖ: Beim Warten oder im Stau keine Pflicht zu Licht am Tag

ARBÖ listet legale Ausnahmen auf - Zusatzkosten ohne fixen Sicherheitsgewinn

Wien (OTS) - Seit 15 November 2005 gilt in ganz Österreich die Lichtpflicht auch für alle mehrspurigen Kraftfahrzeuge. Wer dagegen verstößt, kann mit 15 Euro Strafe (Organmandat), theoretisch sogar mit bis 5000,-- Euro bei einer Anzeige bestraft werden."Das Gesetz sieht aber durchaus legale Ausnahmen von der Lichtpflicht vor", informiert die Leiterin des ARBÖ-Rechtsreferats Dr .Barbara Auracher Jäger. Theoretisch könnte man sogar beim Warten vor einer roten Ampel das Licht tagsüber abschalten.

Konkret legt der Paragraph § 99 Abs 5a des Kraftfahrgesetzes (KFG) fest, dass Licht "während des Fahrens" eingeschaltet werden muss. Dadurch ergeben sich bestimmte Ausnahmen von "Licht am Tag". So ist etwa In folgenden Situationen tagsüber kein Licht notwendig:
- beim Stehen im Stau
- beim Warten vor einem geschlossenen Bahnschranken
- beim Stehenbleiben wegen einer Panne
- beim Warten vor einer roten Ampel

Der ARBÖ steht dieser Maßnahme nach wie vor skeptisch gegenüber. Während höchst umstritten ist, ob Licht am Tag tatsächlich mehr Verkehrssicherheit bringen wird stehen die Mehrkosten eindeutig fest. Mögliche Nachteile von Licht am Tag: die bisher auch tagsüber beleuchteten Motorradfahrer fallen im Lichtermeer weniger auf, nicht beleuchtete Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger sind weniger sichtbar, gegen den helllichten Sonnenschein haben die Autolichter ohnehin keine Chance, es sind viel mehr "einäugige" Fahrzeuge unterwegs, was in der Nacht sehr gefährlich sein kann. Beim Tagfahrlicht brennen die hinteren Leuchten nicht, was in Tunnels sehr gefährlich werden kann und überdies verboten ist. so der ARBÖ.

Die Mehrkosten für Licht am Tag stehen eindeutig fest:. Durch die Lichtpflicht werden die Autofahrer und Autofahrerinnen per Gesetz praktisch gezwungen, mehr Sprit zu verbrauchen. Bei den horrenden Spritpreisen wird den Autofahrern in Österreich damit pro Jahr zusätzlich 147 Millionen Euro abgeknöpft. Das freut den Finanzminister, der ja bei jedem Liter Treibstoff mehr als die Hälfte kassiert ( durchschnittlich 55 Prozent). Kritik wäre eigentlich vom Umweltminister zu erwarten, da der Schadstoffausstoß mit jedem zusätzlich verbrauchten Kilometer zunimmt. Weitere Kosten entstehen durch den zusätzlichen Lampenverschleiss (11 Euro im Schnitt pro Lampe), durch den Lampenausstausch, der bei manchen Automodellen teure Werkstattstunden kostet. Wer sich sein Abblendlicht automatisch mit der Zündung koppeln lässt, muss bei jüngeren Modellen mit mindestens 19 Euro rechnen, bei älteren Modellen, wo nicht nur die Software geändert wird, kostet es mehr. 40 bis 60 Euro kosten auch die Nachrüstsets für Tagfahrlichter, die jedoch nicht für jedes Fahrzeug geeignet sind und professionell eingebaut werden sollen.

Einziges Trostpflaster: Kritiker der Maßnahmen konnten durchsetzten, dass Licht am Tag nach zwei Jahren evaluiert werden muss. Dr. Auracher-Jäger: "Wir vom ARBÖ gehen davon aus, dass rechtzeitig die richtigen Schritte für eine seriöse Evaluierung gesetzt werden und die nötigen Konsequenzen umgehend gezogen werden" Immerhin hat sich durch die österreichische Regelung der ohnehin vorhandene Fleckerlteppich in Europa weiter vergrößert. "Wenn schon gehört Licht am Tag auf europäischer Ebene gelöst, im Einklang mit dem technischen Fortschritt".

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