Glaser: Europa muss mit Lateinamerika neue Perspektiven erarbeiten

Hauptaugenmerk auf demokratische Strukturen, Abbau sozialer Ungleichheiten und auf Rechte der indigenen Bevölkerung richten

Wien (ÖVP-PK) - "Ziel des EU-Lateinamerika-Gipfels aus europäischer Sicht muss ein verstärkter Dialog mit den Ländern Süd-und Mittelamerikas sein. Er soll die Etablierung und Stärkung demokratischer Strukturen auf allen Entscheidungsebenen fördern und soziale sowie ökologische Gesichtspunkte stärker einbringen. Aus Sicht der Entwicklungszusammenarbeit soll der Gipfel dazu beitragen, dass die stetig wachsende Schere zwischen Arm und Reich kleiner wird, dass soziale Ungleichheiten abgebaut und die Rechte der indigenen Bevölkerung gewahrt werden." Das sagte Abg. Franz Glaser, ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit, heute, Mittwoch.

Eine Vielzahl von Veranstaltungen zum Wiener Gipfel, seien es die offiziellen Beratungen, der Alternativengipfel oder andere dazu gehörende Veranstaltungen, spiegle, so Glaser, die komplexe Realität des Kontinents wider:

  • Lateinamerika ist nach wie vor ein Kontinent, in dem große Teile der indigenen Bevölkerung den ihnen zustehenden Stellenwert noch nicht bekommen haben, auch wenn es hier große Fortschritte gegeben hat.
  • Lateinamerika ist ein Kontinent, in dem extreme Armut und Reichtum aufeinander treffen und soziale Konflikte dadurch in einem größeren Ausmaß entstehen als in anderen Teilen der Welt.
  • Lateinamerika ist ein Kontinent, dessen Geschichte geprägt ist durch die Abfolge und Gleichzeitigkeit von Befreiungsbewegungen, Guerillakriegen, populistischen Volkshelden, rechten und linken Diktaturen sowie demokratischen und semidemokratischen Zwischenspielen.

"Dass gerade in einem derartig instabilen politischen Gefüge die Menschenrechte in vielfältiger Form gefährdet sind, liegt auf der Hand. Daher ist der Gipfel in Wien wichtig, um Lateinamerika mehr ins europäische Bewusstsein zu rücken und um für seine Probleme Lösungsansätze aufzuzeigen", betonte Glaser im Rahmen einer Diskussion zur Menschenrechtssituation in Kuba.

Es gehe darum, eindimensionale Betrachtungsweisen zu vermeiden und sich von populistischen Führerfiguren nicht darüber hinwegtäuschen zu lassen, dass in vielen Ländern ein eklatanter Mangel an demokratischer Mitbestimmung herrscht. Europas Politik könne dazu beitragen, dass die heftigen Pendelausschläge nach rechts und links vermieden werden und dass durch sorgsame, stetige demokratische Entscheidungsprozesse Kontinuität in die demokratische Entwicklung der Länder Lateinamerikas gebracht wird, ist Glaser überzeugt. (Schluss)

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