Glawischnig zu Verbund: Unterwerfung unter Öl-/Gas-Konzern für Wasserkraftunternehmen richtige Strategie?

Grüne befürchten falsche Weichenstellung für notwendige Energiewende in Richtung erneuerbare Energien

Wien (OTS) - "Es ist in höchstem Maße zweifelhaft, ob das für den Verbund die richtige Strategie ist", kommentiert Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen, die geplante Übernahme des Verbundes durch die OMV. Die Politik, konkret der Nationalrat, müsse sich ernsthaft die Frage stellen, ob und falls ja unter welchen Bedingungen der Staat das Mehrheitseigentum am Verbund aufgeben soll. Seitens der Grünen wird es jedenfalls keine Zustimmung für die Aufhebung des 51 Prozent-Anteils der Republik am Verbund geben, solange zahlreiche offenen Fragen nicht restlos und positiv geklärt sind. "Ist es die richtige Strategie für das Wasserkraftunternehmen Verbund sich unter die Dominanz eines Öl- und Gaskonzerns zu begeben? Wäre es nicht sinnvoller wenn der Verbund Allianzen mit anderen Energiekonzernen eingeht, deren Kerngeschäft ebenfalls vor allem im Bereich erneuerbarer Energieträger liegt? Aus Sicht der notwendigen Energiewende ist es jedenfalls eine falsche Weichenstellung, wenn die geplante OMV-Verbund-AG jetzt voll auf Gas setzt", so Glawischnig. Die OMV ist ein Konzern der fossilen Energieträger und hat mit erneuerbaren Energien nichts am Hut. Ein neuer österreichischer Energieriese müsste ein klares Bekenntnis zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ablegen und dazu ein großes Geschäftsfeld aufbauen. Die heute bekannt gegebenen Pläne vergrößern jedoch nur die Abhängigkeit von teuren Öl- und Gasimporten."

Ein weiteres Problem eines Aufgebens des staatlichen Mehrheitseigentums am Verbund sind die möglichen Auswirkungen auf die österreichischen Wasserreserven in den Alpen. Der Verbund hält als Grundeigentümer und Besitzer zahlreicher Speicherkraftwerke in Alpen großflächige Wasserrechte. Mit einer Privatisierung des Verbundes würde die derzeitige staatliche defacto-Garantie, Österreichs Wasservorkommen in den Alpen nicht auszuverkaufen fallen. Der Schutz der Wasserressourcen in den Alpen muss jedenfalls oberste Priorität haben", so Glawischnig. Mit der Übernahme würde auch ein Großteil des österreichischen Strom-Übertragungsnetzwerkes privatisiert. "Als Rückgrat der österreichischen Stromversorgung sollte das österreichischen Stromnetz jedoch in staatlicher Hand bleiben", so Glawischnig.

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