Schasching: Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir!

Wien (SK) - Konkret geht es um mehr Mitbestimmungsrechte für SchülerInnen und das schon ab dem Pflichtschulalter. Die SPÖ fordert, so wie die Österreichischen Kinderfreunde und die Betroffenen, schon lange, was die Regierungsparteien seit Jahren hartnäckig verhindern. Ein entsprechender Antrag der SPÖ und Grünen, der die Forderungen des zweiten Kinderkongresses des Vereins COOLE SCHULE umsetzten sollte, wurde gestern im Unterrichtsausschuss eingebracht und, wie im übrigen auch alle anderen Anträge der Opposition, von der Regierung abgelehnt. "Es scheint fast so, als ob sich die Regierung vor ihren eigenen Kindern fürchtet", so die SPÖ-Abgeordnete und Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde, Beate Schasching, Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"In einer modernen Schule sollen die Kinder Teamfähigkeit, Verantwortung, Konfliktlösung und Demokratie lernen. Wenn es dann aber um ihre eigenen Anliegen geht, werden diese nicht gehört. Soziales Lernen kann nur funktionieren, wenn es auch aktiv gelebt wird. Auch Demokratie muss von klein auf gelebt und geübt werden, und dazu braucht es auch das Übungsfeld Schule", so Schasching weiter. "Eine Zustimmung zu unseren Anträgen für die Forderungen der COOLEN SCHULE wäre ein wichtiges Signal in diese Richtung gewesen!"

In diesem Sinne fordern auch die Österreichischen Kinderfreunde, als größte Kinder- und Familienlobby, mehr Rechte für Kinder. Der "einfältigen Haltung der Regierungsparteien und ihren ExpertInnen", dass man an demokratischen Prozessen erst ab einem bestimmten Alter teilnehmen soll, kann Schasching überhaupt nichts abgewinnen, im Gegenteil: "Wie positiv sich Kindermitbestimmung und gelebte Demokratie auf das Schulklima auswirken können, zeigt das neue Buch des Schulkompetenzzentrums der Österreichischen Kinderfreunde "Ideen machen Schule" mit seinen Beispielen über neun engagierte Schulen sehr deutlich. Schulpartnerschaft und Mitbestimmung für Kinder sind zum Beispiel in der Volksschule Kirchberg in Oberösterreich mehr als nur Schlagworte. Einander zuhören, einander ernst nehmen, seine Meinung vertreten und ein respektvoller Umgang miteinander gehören hier zum Alltag."

Engagierte Schulen und LehrerInnen machen solche innovativen Konzepte schon heute möglich. Das positive Feedback von allen Beteiligten spreche für sich. Schasching ist der Meinung, dass das, was jetzt nur in einigen wenigen Schulen Realität ist, für alle Schulen und Kinder zur Regel werden muss. "Kinder verbringen sehr viel Zeit in der Schule und wissen genau, was sie wollen. Eine gute Schule nimmt alle Meinungen wichtig, ist an Verbesserungen interessiert und kann auch mit Kritik umgehen", so die Bildungspolitikerin. "Auch der österreichischen Demokratie und der sinkenden Wahlbeteiligung würde es nicht schaden, wenn junge Menschen so früh wie möglich lernen würden, an demokratischen Prozessen teilzunehmen. Denn schließlich lernen wir nicht für die Schule, sondern fürs Leben!" (Schluss) cs/mp

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