GMTN-Foglar: Nürnberger untrennbar mit Lohnpolitik verbunden

5. Bericht des Gewerkschaftstages der GMTN

Wien (GMTN/ÖGB) - Erich Folgar, seit gestern Vorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), verabschiedete heute am Gewerkschaftstag Rudolf Nürnberger, der 18 Jahre an der Spitze der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie bzw. Metall - Textil stand. "Wenn etwas untrennbar mit deinem Namen verbunden ist, dann ist das die Kollektivvertragspolitik", sagte Foglar zu Nürnbergers Abschied.++++

"Vielen Kolleginnen und Kollegen ist das vielleicht nicht bewusst, wenn sie jeden Tag in der Früh in die Betriebe gehen", meinte Foglar. "Aber es gibt vieles, von dem sie profitieren - und das einmal eine Idee des Rudi Nürnberger war. Arbeiterinnen und Arbeiter in der Metallindustrie, in der Elektroindustrie und bald in noch mehr Branchen, werden schon in den nächsten Jahren Lohnvorrückungen bekommen, die bisher nur den Angestellten oder Beamtinnen und Beamten vorbehalten waren. Denn die Gleichstellung der Arbeiterinnen und Arbeiter war in all den Jahren deiner Tätigkeit eines deiner wichtigsten Anliegen."

Foglar ging in seiner Laudatio auf eine Eigenschaft Nürnbergers ein, die weit über die Gewerkschaftsbewegung hinaus immer Anerkennung fand: "Eines deiner Markenzeichen war immer die Handschlagsqualität. Wenn du Ja oder auch Nein gesagt hast, konnte jeder darauf vertrauen, dass dieses Wort gilt." Nürnberger hätte auch nie davor zurückgeschreckt, für gute Ergebnisse zu kämpfen, verantwortungsbewusst und nur wenn es notwendig war, aber dann als erster, an der Spitze deiner Gewerkschaft oder des ÖGB. "Ob das die Arbeitszeitverkürzungen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre waren, die Aktion Fairness mit 300.000 Unterschriften, die Demonstration für den Gewerbekollektivvertrag 1996, die Leiharbeiterkampagne 1999 oder alle Demonstrationen gegen unsoziale Regierungspolitik seit dem Jahr 2000."

Nürnberger: Starke Gewerkschaft nur durch viele Mitglieder

"Mein Abschied fällt in eine schwierige Zeit für die Gewerkschaftsbewegung", sagte Rudolf Nürnberger. "Die neue, starke Gewerkschaft wird aber sicher die Kraft haben, die Reform der Gewerkschaftsbewegung entscheidend und im Sinn der Mitglieder und Beschäftigten mitzugestalten." Zu dem Lob über seine Leistungen in der Kollektivvertragspolitik sagte Nürnberger: "Wenn ich allein zu den Lohnverhandlungen gegangen wäre, hätte ich wohl kaum einen Abschluss zustande gebracht. Nur die Kraft und die Stärke, die uns unsere 240.000 Mitglieder geben, haben unsere guten Kollektivverträge ermöglicht."

Foglar für starke Kollektivvertragspolitik und modernes Arbeitsrecht

In seiner Abschlussrede ging der GMTN-Vorsitzende auf die Aufgaben der kommenden Monate und Jahre ein. Die Vielfältigkeit der Kollektivvertragspolitik der GMTN werde sich in den neu geschaffenen Branchenarbeitskreisen wieder finden. "Für sozialen Frieden im Land braucht es aber auch die Gleichwertigkeit bei den sozialen Standards und Rechten der einzelnen ArbeitnehmerInnengruppen", sagte Foglar. "Wir treten daher für ein einheitliches, modernes, gerechtes Arbeitsrecht ein, das die Ungerechtigkeiten beseitigt und vor allem mit dem Unwesen der Ausbeutung durch prekäre Arbeitsverhältnisse, neue Selbstständige oder Ich-AGs aufräumt. Alle Beschäftigten müssen in die Schutzbestimmungen des Arbeitsrechts und der Kollektivverträge einbezogen werden." Foglar ging auch auf die Reform der Gewerkschaftsbewegung ein. "Klar ist, dass die Gewerkschaftsbewegung nicht von einer bestimmten Art der Organisationsform allein lebt. Sie lebt auch davon, dass viele Menschen den Gewerkschaftsgedanken in sich tragen und solidarisch für ihre Ziele kämpfen."

Unter der Webadresse www.gewerkschaftstag.at finden Sie Informationen rund um den Gewerkschaftstag. Ab 9. Mai, mittags, wird der Gewerkschaftstag live im Web übertragen, Reden stehen auch später noch als Audio Files zur Verfügung. Ab 9. Mai geht die neue Webadresse www.gmtn.at online. Fotos in druckfähiger Qualität können Sie in der Presseabteilung von GMT/ANG bestellen. An den

Konferenztagen steht im ACV im Raum A 441, Ebene 2, ein Pressezentrum zur Verfügung. ÖGB, 10. Mai 2006 Nr. 335

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