Erhöhung der Ersatzrate bei Arbeitslosenleistungen!

Armutskonferenz fordert notwendigen Schritt zur Armutsvermeidung. Notstandshilfe seit 2000 um 4,3% gesunken.

Wien (OTS) - Österreich liegt mit der Höhe der Arbeitslosenleistungen mit vergleichbaren OECD-Ländern im unteren Drittel. "Eine Erhöhung der Nettoersatzrate ist ein notwendiger Schritt zur Armutsvermeidung", fordert die Armutskonferenz. Das ist Teil eines "Mindestsicherungs-ABC", das die materielle Mindestsicherung (A), soziale Dienstleistungen (B) und aktive Arbeitsmarktpolitik (C) umfassen muß", so das österreichische Anti-Armutsnetzwerk.

Polen: niedrigstes Arbeitslosengeld - höchste Arbeitslosigkeit / Dänemark: mit höchstem Geld - niedrigste Arbeitslosigkeit

Die Höhe des Arbeitslosengeldes steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Höhe der Arbeitslosigkeit. Wäre das so, müsste in den Ländern mit dem niedrigsten Arbeitslosengeld auch die niedrigste Arbeitslosigkeit sein. Das trifft nicht zu. "In Polen mit niedrigstem Arbeitslosengeld herrscht hohe Arbeitslosigkeit. In Dänemark mit dem höchsten Arbeitslosengeld gibt es niedrige Arbeitslosigkeit.", analysiert Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk. "Dänemark zeigt auch, dass eine ausreichende Existenzsicherung nicht den Anreiz für Erwerbsarbeit mindert: Bei einer hohen Nettoersatzrate von 90% ist die Verweildauer in Arbeitslosigkeit geringer als in Österreich mit einer niedrigen Nettoersatzrate von 55%."

Höhe des Arbeitslosengeldes im internationalen Vergleich
unter: http://www.ots.at/redirect.php?armut1

Notstandshilfe um 4,3% gesunken

Die Zahl der Arbeitslosen steigt seit 4 Jahren Monat für Monat auf immer neue Rekordstände. Gleichzeitig müssen Arbeitslose mit immer weniger Geld das Auslangen finden. Der durchschnittliche Lohnersatz bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe ist von 2000 bis 2004 real um 3,6% gesunken. Die durchschnittliche Höhe der Notstandshilfe ist um 4,3% gesunken, die des Arbeitslosengeldes um 2,9%.

Tabelle Realverlust von Notstandshilfe und Arbeitslosengeld
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Das Arbeitslosenversicherungssystem erklärt nur einen Bruchteil der Arbeitslosigkeit, während andere Faktoren wir Bildungs-, Finanz-und Wirtschaftspolitik eine wichtigere Rolle spielen. "Die Lösung eines Problems muss nicht dort zu finden sein, wo das Problem sichtbar wird", so Schenk.

DIE ARMUTSKONFERENZ. - Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Wir betreuen und unterstützen im Jahr über 100 000 Hilfesuchende:

Autonome Österreichische Frauenhäuser, ArbeitslosensprecherIn Österreich, ARGE MigrantInnenberatung Österreich, ASB Schuldnerberatungen GmbH, Bildungshaus Salzburg St. Virgil, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Bundesdachverband für Soziale Unternehmen, Caritas Österreich, Diakonie Österreich, Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, Evangelische Akademie Wien, Forum Kirche und Arbeitswelt, Internationaler Versöhnungsbund / österreichischer Zweig, Katholischer Familienverband Österreichs, Katholische Frauenbewegung Österreichs, Katholische Sozialakademie Österreichs, Kolping Österreich, Netzwerk Österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Neustart, Bewährungshilfe, Konfliktregelung und soziale Arbeit, Österreichische Hochschülerschaft, Österreichische Plattform für Alleinerziehende, Österreichischer Berufsverband der Sozialarbeiterlnnen, Österreichischer Gewerkschaftsbund/ Frauenabteilung, pro mente austria, SOS Mitmensch, Volkshilfe Österreich, Wiener Hilfswerk, Regionale Armutsnetzwerke:
Salzburg-Oberösterreich-Kärnten.

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