SPÖ-Frauen feiern den "Rabenmutter"tag

Prammer: "Einkommensschere signifikant verringern"

Wien (SK) - "Unser Ziel ist es, die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen in den nächsten fünf Jahren signifikant zu verringern", so SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende, Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am "Rabenmutter"tag am Mittwoch. Kein schlechtes Gewissen sollten Frauen haben, wenn sie berufstätig sind. Bei den SPÖ-Frauen hat seit Jahren neben dem Muttertag auch der "Rabenmutter"tag Tradition. Das Motto in diesem Jahr "Österreichs Frauen verdienen eine bessere Zukunft". Mit riesigen Scheren, die auf der Freyung aufgestellt waren, wurde das Ziel der SPÖ-Frauen symbolisiert: Die Einkommensschere verringern. Prammer, SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer und SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek machten zudem mit einer "Scheren-Verteil"-Aktion auf die wachsenden Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam. ****

"Mit dem 'Rabenmutter'tag wollen wir aufzeigen, dass
Frauen kein schlechtes Gewissen haben sollten, wenn sie berufstätig sind", so Stadlbauer. Die Wortwahl sei natürlich nicht abwertend gemeint, sondern soll vielmehr auf die Situation berufstätiger Mütter aufmerksam machen. "Wir wollen zeigen, dass es gut ist, was sie leisten, er ist als Dank und Attribut an die vielen berufstätigen Mütter gedacht", betonte Stadlbauer. Denn Doppel- und Dreifachbelastung gehöre zum Alltag der Frauen; es sei Aufgabe der Politik Frauen das Leben leichter zu machen, so das Credo der SPÖ-Frauen.

Der Unterschied im Einkommen zwischen Frauen und Männern beträgt in Österreich immer noch ein Drittel. Und: Die Einkommensschere in Österreich öffnet sich weiter. "Im Vergleich zu den neunziger Jahren ist der Abstand um eineinhalb Prozentpunkte größer geworden", kritisierte Prammer. Im öffentlichen Dienst kommen Fraueneinkommen relativ nahe an die Männer heran (81 Prozent). In der Privatwirtschaft gibt es aber einen großen Unterschied: Arbeiterinnen verdienen nur 61 Prozent im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, Angestellte 60 Prozent. Ursache, so Prammer, sei vor allem die hohe Teilzeitbeschäftigung von Frauen.

Die SPÖ-Frauen wollen den Einkommensunterschied spürbar und nachhaltig verringern. Dazu braucht es unter anderem eine steuerliche Entlastung, wie zumindest die Verdoppelung der Steuergutschrift für niedrige Einkommen von 110 Euro auf 220 Euro. Um Verbesserungen im Arbeitsrecht für Frauen durchzusetzen, geht es in erster Linie um mehr innerbetriebliche Verantwortung. Maßnahmen wie die Offenlegung der Einkommensverhältnisse zwischen Männern und Frauen dienen dazu, ein verstärktes Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen. Auch muss es vor Ort größere Anstrengungen geben, sämtliche Fälle von offensichtlichen Einkommensbenachteiligungen zu nennen und zu beseitigen.

Auch sei es ein Alarmsignal, dass mittlerweile vier von zehn Frauen Teilzeit arbeiten, so die SPÖ-Frauen. Laut einer Studie der Europäischen Kommission "Beschäftigung in Europa" 2005 wollen aber nur 16 Prozent der Frauen in Österreich tatsächlich keinen Vollzeitjob. Die Mehrheit der Frauen ist wegen fehlender Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung auf eine Teilzeitregelung angewiesen.

Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie fordern die SPÖ-Frauen auch ein modernes Modell der Elternzeitautonomie in den Betrieben. Eltern mit Kindern unter 10 Jahren sollen durch flexible Arbeitsteilung die Möglichkeit zu gemeinsamer, ausgewogener Kinderbetreuung bekommen. Prammer betonte abschließend einmal mehr die wichtigsten Punkte, bei denen die SPÖ-Frauen ansetzen wollen:
Existenzsicherndes Einkommen, Vollzeitarbeitsplätze, eine Qualifizierungsoffensive im Form einen Frauenbeschäftigungsfonds, der mit 100 Millionen Euro dotiert sein soll, und ausreichend Kinderbetreuungsplätze.

Diese wichtigsten Maßnahmen haben zum Ziel, die Einkommensschere signifikant zu schließen und in den nächsten fünf Jahren um drei Prozent zu verringern", unterstrich Prammer. Die SPÖ Frauen wollen nicht nur "das wettmachen, was die Bundesregierung angerichtet hat", sondern die Situation der Frauen deutlich verbessern, sagte Prammer.

"Ein erster Schritt in Richtung guten Wiedereinstieg ist das Überdenken des Kindergeldes", zeigte sich Heinisch-Hosek überzeugt. Sie verwies abschließend auf Aussagen von Sozialministerin Haubner, die sich für die Aufhebung der Zuverdienstgrenze ausspricht. "Wenn Haubner jetzt schon selbst draufkommt, dann sollte auch endlich etwas geschehen", so Heinisch-Hosek, die auf das SPÖ-Modell "Kindergeld plus" verwies. (Schluss) sk

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