Wien Energie: Höhere Versorgungssicherheit durch neue Nordeinspeisung

Wien (OTS) - Das größte Leitungsprojekt in der Geschichte von Wien Energie Wienstrom/Stromnetz ist fertig gestellt. Nach 11 Jahren Planung und nur vier Jahren Bauzeit wurde die 400 kV Nordeinspeisung heute durch Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder feierlich in Betrieb genommen. Auf einer Länge von 14,3 Kilometer sind tausende Tonnen Kabel und Leiterseile verlegt und gespannt. Die neue 400 kV-Leitung sichert nachhaltig die Stromversorgung Wiens.*****

Utl.: Investition für die Zukunft
Die Baukosten der 400 kV-Nordeinspeisung betragen rund 70 Millionen Euro. Mit dieser zweiten starken Höchstspannungsleitung ist die Energieversorgung Wiens für die Zukunft doppelt abgesichert. Gleichzeitig wird jetzt Strom durch die beiden 400 kV-Leitungen im Norden und Süden (diese besteht bereits seit den 1980er Jahren) ins Wiener Netz eingespeist. Da der Strombedarf weiter steigt, bedeutet die neue 400 kV-Leitung einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Versorgungssicherheit Wiens, speziell für die Stadterweiterungsgebiete nördlich der Donau wie Floridsdorf und Donaustadt.
Mit der Nordeinspeisung wird nun direkt Strom in einen neuen Lastschwerpunkt transportiert. Ein weiterer Vorteil dieser Leitung ist, dass durch die höhere Leitungskapazität vermehrt umweltfreundlich erzeugter Strom aus Wind- und Wasserkraft ins Wiener Netz eingespeist wird.

Utl.: Von Floridsdorf nach Bisamberg
Die 14,3 Kilometer lange Gesamtstrecke der 400 kV-Leitung führt vom Umspannwerk (UW)-Nord in der Jedleseerstraße quer durch den 21. Wiener Gemeindebezirk bis ins UW-Bisamberg in Niederösterreich.
Im UW-Nord waren für die Nordeinspeisung Umbauarbeiten notwendig. So wurde ein Teil der bestehenden 110 kV-Freiluftschaltanlage abgetragen und durch eine gekapselte Anlage ersetzt. Im Gegensatz zur freiluftisolierten Variante spart die zur Isolierung mit SF6 gefüllte Anlage Platz, da weniger Abstand zwischen den Leitern erforderlich ist. Auf dem frei gewordenen Raum wurde die 400 kV-Schaltanlage gebaut.
Das erste Teilstück der Leitung bilden zwei je 5,5 Kilometer lange 400 kV-Kabelsysteme, die in der Erde verlegt vom UW-Nord bis zur Kabelüberführungsstation (KÜ) Dr. Nekowitschstraße führen. Die zwei parallel laufenden Leitungen haben den Vorteil, dass im Falle einer Revision oder Störung immer noch genügend Energie durch das jeweils andere System fließen kann.
Die 400 kV-Freileitung verläuft weiter von der KÜ Dr. Nekowitschstraße über Äcker, Weingärten, die Hagenbrunner Straße und das Herrenholz bis zur Wiener Stadtgrenze.
In Niederösterreich wurde die 400 kV-Freileitung zum Großteil auf einer bereits bestehenden Freileitungs-Trasse bis zum UW Bisamberg neu errichtet. Durch intelligente Planung konnte auf eine weitere bestehende 110 kV-Freileitung verzichtet und 19 Freileitungsmasten abmontiert werden.

Utl.:Umweltverträglich
Maste, Seile, Isolatoren und Armaturen sind so geplant, dass die Geräuschentwicklung so niedrig wie möglich gehalten wird. Der Geräuschpegel entspricht in etwa dem von Blätterrauschen. Richtlinie für die Beurteilung der Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern sind die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Die gesamte Leitung wurde so ausgelegt, dass die Umgebungsfeldstärken im Bereich der Freileitung die zulässigen Richtwerte weit unterschreiten und somit keine Auswirkungen auf die Gesundheit darstellen.

Utl.: Innovative Lösungen
Die Übertragungsfähigkeit der Kabel kann durch indirekte Kühlung auf 1.040 Megawatt (die Höchstlast im Bereich der Wien Energie Stromnetz beträgt mehr als 2.000 MW) nahezu verdoppelt werden.
Eine besondere Herausforderung bei der Kabellegung stellte die Kreuzung des Marchfeldkanals und der Nordwestbahn dar, welche durch die Errichtung eines speziellen Dükers (Marchfelddüker) gelöst wurde. In einer Tiefe von rund 20 Meter bohrten Spezialmaschinen zwei 120 Meter lange Schächte. Durch die wurden die Kabel durchgezogen. Um das Eindringen von Grundwasser in die Schächte zu vermeiden, sind diese mit einer wasserundurchlässigen Betoninnenschale versehen.
Wie beim Dükerbau setzte Wien Energie auch beim Mastentransport auf spezielle Lösungen. Zur Vermeidung von Flurschäden transportierten Hubschrauber die Masten aus den Weingärten ab. Dabei konnten die Masten wegen ihres großen Gewichtes nicht in einem Stück abtransportiert werden. Sie wurden zunächst am Hubschrauber angehängt, dann in der halben Höhe auseinandergeschraubt und auf zweimal ausgeflogen.

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