ÖAMTC: Wenn der Diesel Benzin geschluckt hat

Fehlgriffe an der Zapfsäule sind im Steigen, Motorschaden kann die Folge sein

Wien (OTS) - "An Spitzentagen rücken Pannenfahrer des ÖAMTC österreichweit bis zu zehn Mal wegen falsch getankter Fahrzeuge aus", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Die Gründe dürften von Ablenkung über die stetig wachsende Anzahl von Kraftstoffsorten bis hin zum Umstand reichen, dass in vielen Haushalten immer öfter mehrere Fahrzeuge gefahren und auch spontan getauscht werden. "Auch Leihwagen werden häufig falsch betankt", weiß der ÖAMTC-Experte.

Die Konsequenzen können dramatisch sein

Am häufigsten wird Benzin in Diesel-Fahrzeuge gefüllt. Der umgekehrte Fall tritt seltener auf, weil Diesel-Zapfhähne breiter ausgeformt sind und daher nur schwer in die Benzin-Tanköffnung passen. Sind mehr als zirka fünf Liter des falschen Kraftstoffes getankt worden, sollte das Gemisch abgesaugt werden. Diese Dienstleistung ist für ÖAMTC-Mitglieder gratis, bei voller Tankfüllung fällt jedoch ein Entsorgungsbeitrag von 72 Euro an. Wurden weniger als fünf Liter getankt, muss der Tank - ausgehend von einer Tankgröße von ungefähr 50 Litern - nicht unbedingt geleert werden. "Volltanken mit dem geeigneten Sprit reicht aus, um die Fahrt fortsetzen zu können", erklärt ÖAMTC-Techniker Kerbl. Generell reagieren moderne Dieselmotoren heikler auf Benzin, als Benzinmotoren auf Diesel. Ein mit Benzin betankter Diesel kann unmittelbar einen Motorschaden erleiden. Im umgekehrten Fall dagegen wird der Benziner stottern und qualmen oder absterben, es droht aber nicht unbedingt ein Motorschaden.

Weniger problematisch ist das Verwechseln von Normalbenzin (91 Oktan), Eurosuper (95 Oktan) und Super Plus (98 Oktan) beim Benziner. Die meisten modernen Fahrzeuge verfügen über einen Klopfsensor, der den Verbrennungsvorgang auf die Oktanzahl abstimmt. Ältere Fahrzeuge ohne Klopfsensor sollten nur mäßig belastet werden, wenn ein Kraftstoff mit zu niedrigerer Oktanzahl getankt wurde. Aufschluss über die benötigte Oktanzahl gibt im Zweifelsfall die Betriebsanleitung des Fahrzeuges.

Farbenspiele an der Zapfsäule verwirren die Autofahrer

Wenig förderlich im Hinblick auf die Verwechslungsgefahr ist der Umstand, dass einige der neuen Premium-Kraftstoffe grün gekennzeichnet sind. Grün ist gleichzeitig die Farbe von Eurosuper und Normalbenzin. Super Plus ist rot, der normale Diesel schwarz markiert. "Wenn man sich als Diesel-Fahrer allgemein an schwarzen Zapfhähnen orientiert, besteht weniger Verwechslungsgefahr - mit normalem Diesel kommen alle Diesel-Motoren problemlos zurecht", rät der ÖAMTC-Techniker abschließend.

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