Neues Volksblatt: "Reform" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 11. Mai 2006

Linz (OTS) - In zwei Wochen fällt der offizielle Startschuss zur Reformdiskussion im ÖGB. Es ist klar, dass das Gremium, das sich diese Aufgabe zutraut, rasch mit der Arbeit beginnen muss. Aber letztlich ist es blauäugig zu glauben, mit einer hin und wieder tagenden Arbeitsgruppe jene Diskussion steuern zu können, die gewerkschaftsintern schon längst voll in Gang ist. Fast 3000 Unterstützer etwa hatte bis gestern Mittag die Initiative "Zeichen setzen" gefunden. Erschwert wird die Diskussion auch anderweitig. So werden abseits der Turbulenzen Tatsachen geschaffen, die einem ÖGB-neu im Weg stehen könnten. Wie etwa die Fusion der Metaller mit Agrar-Nahrung-Genuss - ein Konstrukt, das Überbleibsel hochfahrender Pläne ist, sollten doch ursprünglich auch GPA, Drucker und Chemiearbeiter mit im Boot sein. Wenn hier heute ein starker neuer Block entsteht, dann erübrigt sich das Nachdenken darüber, ob morgen die Macht der Teilgewerkschaften zugunsten eines starken Gewerkschaftsbundes beschnitten werden könnte.
Derzeit wissen die Reformer nur, dass sie Anfang 2007 am Ziel sein müssen. Doch wo das liegt, ist offener denn je.

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