Nürnberger: Freude über schwache Gewerkschaften nicht angebracht

1. Bericht des Gewerkschaftstages der GMTN

Wien (GMTN/ÖGB) - "Als wir im vergangenen Sommer im
Zentralvorstand der Gewerkschaft Metall - Textil und im Bundesvorstand der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss den Termin dieses Fusionsgewerkschaftstages beschlossen haben, sind wir noch von anderen für uns weitaus besseren Voraussetzungen ausgegangen", sagte Rudolf Nürnberger, scheidender Vorsitzender der Gewerkschaft Metall -Textil, zu Beginn des ersten Gewerkschaftstages der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN). All jenen, die sich über eine Schwächung der Gewerkschaften freuen, erteilte er gleichzeitig ein deutliche Abfuhr.++++

"Es freut mich, dass mit eurer Fusion in schwierigen Zeiten ein deutliches Zeichen in Richtung einer neuen, modernen, zukunftsorientierten Gewerkschafts- und ÖGB-Struktur gesetzt wird", sagte Johann Driemer, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, in seiner Begrüßungsrede. Driemer verwies aber auch darauf, dass sich die Gewerkschaften neben der jetzt nötigen Informations- und Aufklärungsarbeit weiterhin jeden Tag auf ihre Kernaufgaben konzentrieren: "Wir verhandeln Kollektivverträge, wir stehen unseren Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite, unterstützen sie mit Rechtsschutz, mit unseren Bildungsangeboten und vielem mehr."

AK Präsident Herbert Tumpel ging auf die hohe Arbeitslosigkeit ein: "Knapp 300.000 Frauen, Männer, junge und alte Menschen suchen derzeit Arbeit. Dass wir das immer wieder thematisieren, hat einen Grund, denn es muss endlich ins Bewusstsein der Regierung dringen, dass die Probleme sehr ernst sind." Tumpel führte auch aus, dass die Probleme in den kommenden Jahren größer werden, wenn nicht gegen gesteuert wird. "Es werden in den nächsten Jahren zu den schon bestehenden Arbeitslosen noch viele Tausende Menschen dazukommen, die auch arbeiten müssen, weil die Regierung das Pensionsantrittsalter herauf gesetzt hat. Deshalb sprechen wir das immer wieder an. Wir haben unsere Lösungen immer wieder auf den Tisch gelegt, wir werden jetzt und auch in Zukunft von der Regierung die Umsetzung fordern."

Nürnberger: Struktur des ÖGB wird nicht mehr die gleiche sein!

Rudolf Nürnberger sprach in seiner Eröffnungsrede die derzeitige Krise der Gewerkschaftsbewegung an: "In einigen Monaten wird und muss vieles anders sein, die Struktur des ÖGB kann und wird nicht mehr die Gleiche sein wie jetzt. Alles ist zu hinterfragen." Gleichzeitig sprach Nürnberger aber auch deutliche Worte in Richtung jener, die sich jetzt über eine Schwächung des ÖGB freuen: "All jenen die glauben, der ÖGB sei in dieser Situation nicht handlungsfähig, denen sage ich von dieser Stelle aus klar und deutlich: Sie werden auch in Zukunft die Entschlossenheit der Gewerkschaft spüren, wenn es gilt, die Rechte unserer Kolleginnen und Kollegen zu sichern. Wer glaubt, der ÖGB und die Gewerkschaftsbewegung sind nun reif für den Sturm, um neoliberale Überlegung durchsetzten zu können, um die ArbeitnehmerInnenschaft insgesamt zu schwächen, wird auch in Zukunft merken, dass wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter unsere Aufgaben wahrnehmen. Denn ich möchte nicht in einem Land ohne Österreichsichen Gewerkschaftsbund leben!"

Grünes Licht für Fusion

Manfred Felix, Zentralsekretär der ANG, und Erich Foglar, Zentralsekretär der GMT, berichteten über die Fusionsbeschlüsse der getrennten Gewerkschaftstage. Die Fusion musste ja von den getrennt durchgeführten Gewerkschaftstagen von ANG und GMT beschlossen werden. Am späten Nachmittag soll der Beschluss am 1. GMTN Gewerkschaftstag erfolgen.

Aktuelle Informationen

Unter der Webadresse www.gewerkschaftstag.at finden Sie Informationen rund um den Gewerkschaftstag. Seit 9. Mai, mittags, wird der Gewerkschaftstag live im Web übertragen, Reden stehen auch später noch als Audio Files zur Verfügung. Ab 9. Mai geht die neue Webadresse www.gmtn.at online. Fotos in druckfähiger Qualität können Sie in der Presseabteilung von GMT/ANG bestellen. An den Konferenztagen steht im ACV im Raum A 441, Ebene 2, ein Pressezentrum zur Verfügung.

ÖGB, 9. Mai 2006
Nr. 329

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