Bildungsexperten treffen sich in Wien, um den Unterricht in humanitärem Völkerrecht an den europäischen Schulen zu fördern

Wien (Rotes Kreuz) - Hochrangige Vertreter der
Kultusministerien aus 22 europäischen Ländern treffen heute in Wien mit Bildungsexperten des Roten Kreuzes / Roten Halbmonds zusammen, um praktische Wege zu erkunden, den Unterricht in humanitärem Völkerrecht in die Lehrpläne der höheren Schulen aufzunehmen.
Die zweitägige europäische Bildungsexpertenkonferenz zum Thema "Entdecke das humanitäre Völkerrecht" wird vom IKRK und dem Österreichischen Roten Kreuz unter der Schirmherrschaft der Österreichischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union veranstaltet.

In seiner Eröffnungsansprache sagte IKRK-Vizepräsident Jacques Forster:"Wir stehen heute an einem Scheideweg. Wir können uns entweder im Sessel zurücklehnen, die vom Krieg verursachte Verwüstung betrachten und versuchen, unsere Kinder davon zu überzeugen, woanders hinzuschauen; oder aber wir können unseren Kindern sagen, dass das, was sie sehen - oder was sie am eigenen Leib erfahren - nicht annehmbar ist, dass es nicht so ist, wie es sein sollte, und dass sie sich anders, das heisst auf eine Art und Weise verhalten können, die in Friedenszeiten genauso wie inmitten eines bewaffneten Konflikts auf einer tief verwurzelten Achtung vor der menschlichen Würde gründet".

Im Jahre 2005 nahm der Rat der Europäischen Union im Anschluss an ähnliche Initiativen der letzten Jahre Leitlinien zur Förderung des humanitären Völkerrechts an. Jacques Forster erklärte, die Wiener Konferenz sei ein Meilenstein, um zu ermessen, wie ernsthaft sich die EU und die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung engagieren, um das humanitäre Völkerrecht unter jungen Menschen zu verbreiten.

Das IKRK-Programm "Entdecke das humanitäre Völkerrecht" zielt darauf ab, junge Menschen mit dem Begriff der menschlichen Würde als einem unverletzlichen Prinzip vertraut zu machen, das sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten geachtet werden muss. "Wir müssen anfangen, das humanitäre Völkerrecht der jüngeren Generation nahezubringen und nicht zu warten, bis sie zur Armee kommen oder als Politiker, humanitäre Helfer oder gewöhnliche Bürger fundierte Entscheidungen treffen müssen", sagte Jacques Forster.

Das Programm "Entdecke das humanitäre Völkerrecht" umfasst 30 Stunden
interaktiver Beschäftigung im Klassenzimmer, das Lehrer oder Rotkreuz/Rothalbmond-Jugendarbeiter ihren Bedürfnissen anpassen können. Es wird derzeit auf unterschiedlichen Stufen in über 90 Ländern in aller Welt umgesetzt. Unterrichtsmaterial gibt es auf Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch und in 25 weiteren Sprachen.

Während der Konferenz werden die Teilnehmer das Programm "Entdecke das humanitäre Völkerrecht" als eine mögliche Methode prüfen, um den Erfordernissen der EU-Bildungsprioritäten nachzukommen. Wissenschaftliche Fachkräfte und erfahrene Praktiker aus der EU und europäischen Nachbarländern werden über ihre unterschiedlichen Bildungssysteme und Strategien zur Eingliederung des Studiums des humanitären Völkerrechts in die Lehrgänge der höheren Schulen diskutieren.

www.hvr-entdecken.info

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