Stadlbauer zu Gastinger: Streitigkeiten nicht auf den Rücken der Kinder austragen

Wien (SK) - "Aus einer kaputten Familie wird nicht plötzlich
wieder eine heile, nur weil die Justizministerin eine neue Studie aus der Tasche zieht", meinte am Dienstag SPÖ-Abgeordnete und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer in Reaktion auf die heutige Pressekonferenz von Justizministerin Karin Gastinger zur gemeinsamen Obsorge. ****

"Wieder einmal bekommen wir eine Studie vorgelegt, die jede wissenschaftlichen Expertise entbehrt", so Stadlbauer. Der APA-Aussendung von Gastinger sei nicht einmal zu entnehmen, wie viele Leute befragt wurden, geschweige denn in welchem Beobachtungszeitraum dies geschehen sei. Das Einzige, was Stadlbauer entnehmen könne, sei, "dass drei Viertel nicht geantwortet haben und von der Studie nichts wissen wollen". Offensichtlich seien hier nicht Betroffene, sondern ExpertInnen befragt worden. "Ich bin es leid, Studien vorgelegt zu bekommen, die anhand von 'Tiefeninterviews' mit einer Handvoll Menschen Theorien aufstellen, die dann als Studien gelten", so Stadlbauer.

Es sei nur allzu logisch, so Stadlbauer, dass eine Beziehung, die in die Brüche gegangen sei, nicht durch rechtliche Anordnungen wieder gekittet werden könne. Die gemeinsame Obsorge würde leider allzu oft als Druckmittel eingesetzt werden, weniger Unterhalt zu zahlen. Stadlbauer legt Gastinger dringend nahe, doch Kontakt zu alleinerziehenden Müttern aufzunehmen, die davon betroffen seien.

Es sei natürlich wünschenswert, dass sich die EhepartnerInnen nach der Scheidung möglichst ohne Streit einigen, aber die gemeinsame Obsorge birgt die Gefahr, den nicht beigelegten Streit in der Folge auf den Rücken der Kinder auszutragen. Die SPÖ Frauen plädieren daher schon seit langem auf das Recht des Kindes auf klare Verhältnisse. Trotz all der Schönrederei sei die gemeinsame Obsorge "einer der wesentlichen frauenpolitischen Rückschritte der schwarz-blauen, nunmehr bunten Regierung". (Schluss) up/mp

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