Wlodkowski: Grundwasserschutz hat für Landwirtschaft oberste Priorität

Bauern haben rasch reagiert - Erste Erfolge sichtbar - Beratung wichtig

Graz (AIZ) - "Für die heimischen Bauern hat der Grundwasserschutz oberste Priorität", betont der Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, Gerhard Wlodkowski, im Hinblick auf den jüngsten Endbericht des Rechnungshofes. Sofort nach Bekanntwerden der ersten Grenzwert-Überschreitungen bei Nitrat im vergangenen Frühsommer haben Landwirtschaftskammer, Umweltberatung und Bauern umfangreich reagiert. So startete die Landwirtschaftskammer für die Bauern im Einzugsbereich der auffälligen Brunnen eine Informationsoffensive, um gezielte Maßnahmen zur Senkung der Nitratwerte einzuleiten. Erfreulicherweise zeigen sich bereits erste Erfolge. So sind die Nitratwerte aller Brunnen im südlichen Leibnitzer Feld seit Jahresbeginn wieder deutlich unter den Schwellenwert von 45 mg Nitrat pro Liter gesunken.

Trinkwasser war nie in Gefahr

"Zu keinem Zeitpunkt war auf Grund vereinzelter Grenzwert-Überschreitungen im Grundwasser das Trinkwasser für die Bevölkerung in Gefahr", sagt der Landwirtschaftskammer-Präsident. Das angebotene Trinkwasser im Leibnitzer Feld habe stets beste Qualität gehabt, unterstreicht Wlodkowski ferner.

Äußerst komplexe Ursachen für teilweisen Anstieg der Nitratwerte

Die Grenzwertüberschreitungen seien zu einem erheblichen Teil auf externe Einflüsse zurückzuführen, so der Kammerpräsident. Hauptgründe für den teilweise vermerkten Anstieg der Nitratwerte im Leibnitzer Feld seien die trockenen Sommer der Jahre 2000 bis 2003 in Kombination mit den überaus feuchten Jahren 2004 und 2005. "Durch die niedrigen Erträge in den trockenen Jahren konnten die Nährstoffe nämlich nicht zur Gänze von den Pflanzen genutzt werden. Sie sind im Boden verblieben und werden jetzt vom hohen Grundwasserspiegel mobilisiert. Dadurch sind sie im Grundwasser nachweisbar", erklärt Wlodkowski.

Weiteres Maßnahmenpaket in Umsetzung

Die Bauern im Leibnitzer Feld setzen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und den Umweltberatern seit Jahresbeginn 2006 ein weiteres, umfassendes Maßnahmenpaket zur Senkung der Nitratwerte im Einzugsgebiet der betroffenen Messstellen um. Dazu gehören eine zielorientierte einzelbetriebliche Düngeberatung sowie die Schaffung von zusätzlichen Gülle-Lagerräumen. Darüber hinaus wird Gülle verstärkt mit Spezialgeräten in die wachsenden Bestände ausgebracht. Dadurch wird erreicht, dass die Nährstoffe sofort von den Pflanzen aufgenommen werden.

Wlodkowski: Umweltberatung essenziell, Kontrolle sinnvoll

"Die landwirtschaftlichen Umweltberater spielen eine zentrale Rolle beim Grundwasserschutz, da sie für betroffene Bauern maßgeschneiderte Lösungen im Sinne des Grundwasserschutzes erarbeiten", sagt der Landwirtschaftskammer-Präsident und verschließt sich zusätzlichen Kontrollen seitens des Landes Steiermark nicht. (Schluss)

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