Grillitsch: Oberösterreich setzt im Grünen Pakt auf Viehhaltung

Bauernbundpräsident kündigt klare Kennzeichnung von Milch und Milchprodukten an

Linz/Wien (AIZ) - "Oberösterreich setzt im neuen Programm für die Ländliche Entwicklung 2007-2013, dem Grünen Pakt, eindeutig auf die Stärkung der Vieh haltenden Betriebe. Das ist vernünftig, weil der Bauernbund auch in Zukunft produzierende Landwirte und keine reinen Landschaftsgärtner haben will." Das sagte Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch laut einer Aussendung anlässlich seines Oberösterreich-Dialogtages bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem oberösterreichischen Bauernbundobmann Hannes Herndl in Linz. "Insgesamt kann man sagen, dass der Grüne Pakt zahlreiche Chancen für die Landwirtschaft bietet. Es ist ein ausgewogenes Programm gelungen, mit dem die Mittel aus Brüssel konstant gehalten werden können. Das ist vor allem angesichts der Ausgangslage und der Tatsache, dass andere Länder fast die Hälfte ihrer Mittel verlieren, eine große Leistung. Gerade in Oberösterreich genügt ein Blick über die Grenze nach Bayern, um zu sehen, wie groß die finanziellen Einbußen sind", so der Bauernbundpräsident.

"Wir dürfen uns aber jetzt nicht einfach zurücklehnen und genießen. Denn das Jahr 2013 und damit das Ende der nächsten Programmplanungsperiode kommt bestimmt. Um auch nach diesem Datum noch eine gute Zukunft zu haben, ist die Geschlossenheit des Bauernstandes dringend erforderlich", appellierte Grillitsch. "Ganz entscheidend wird diese Geschlossenheit bei der Nationalratswahl im Herbst sein. Die vergangenen Wochen und Monate haben nämlich klar gezeigt, was die roten Neid-Genossen der SPÖ im Schilde führen: Sie wollen die Gelder für die Landwirtschaft um 50% kürzen. Das würde heißen: 50% weniger im Umweltprogramm, 50% weniger für die Bergbauernprogramme, 50% weniger für Leader und 50% weniger im Bereich der Investitionsförderung. Die Realisierung dieser Vorschläge wäre das Ende der Landwirtschaft in der heutigen, von der Gesellschaft akzeptierten und gewünschten Form."

Kennzeichnung von Milch und Milchprodukten: "Drauf steht, was drin ist"

In Sachen Lebensmittelkennzeichnung kündigte der Bauernbundpräsident an, dass es eine klare Regelung für Milch und Milchprodukte geben soll: "Diese wird ein konkretes Resultat unserer Aktion 'Der Geschmack der Heimat' und eine logische Konsequenz aus dem Milchmanifest von 2004 sein. Die Konsumenten sollen sich darauf verlassen können, dass das drauf steht, was drin ist. Dabei geht es uns um eine Stärkung der Regionalität. Wir führen diesbezüglich laufend Gespräche mit den Obmännern der Molkereien, aber selbstverständlich auch mit dem Handel. Ziel ist es, eine für alle tragbare Lösung zu finden. Hier gibt es positive Signale von Seiten der Molkereiobmänner. Wir haben das gleiche Ziel, jetzt geht es darum, sich um einen gemeinsamen Weg zu diesem Ziel zu bemühen." Der Bauernbundpräsident erwartet sich von der österreichischen Initiative auch einen großen Schub für die von der EU geplante Etikettierungsrichtlinie: "Wir sollten hier eine Vorreiterrolle einnehmen."

Grillitsch betonte in diesem Zusammenhang nochmals, dass es nicht darum geht, das AMA-Gütesiegel zu konkurrenzieren oder abzuschaffen. "Ganz im Gegenteil. Das ist vor allem im Bereich der Trinkmilch gar nicht notwendig, da hier ohnehin fast 100% der Produkte das AMA-Gütesigel tragen. Uns geht es aber um den Bereich der Milchmischgetränke, der Jogurts oder der Butter. Hier haben die Beispiele Activia, Actimel oder Heidi Butter gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht. Wir müssen dem Etikettenschwindel einen Riegel vorschieben und der immer stärkeren Austauschbarkeit durch die Handelsmarken wirkungsvoll entgegenwirken. Nur so können die Konsumenten im Supermarkt wirklich ruhigen Gewissens zu den Qualitätsprodukten unserer Bäuerinnen und Bauern greifen." (Schluss)

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