Niederwieser: "Coole Schule"-Forderungen umsetzen

Jeder Schüler soll ab Schulbeginn mitbestimmen dürfen

Wien (SK) - SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser und der Grüne Bildungssprecher Dieter Brosz forderten am Dienstag in einer Pressekonferenz mit den InitiatorInnen des Kinderkongresses "Coole Schule" die Umsetzung der Vorschläge des Zweiten Kinderkongresses. SPÖ und Grüne haben die Forderungen der "Coolen Schule" in einen Entschließungsantrag einfließen lassen und appellieren an die Regierungsparteien, diesem Antrag im heutigen Unterrichtsausschuss zuzustimmen. Konkret verlangen die Kinder, dass jede Schülerin und jeder Schüler ab Schulbeginn die Möglichkeit zur Mitbestimmung bekommt. "Den Kindern muss eine Stimme gegeben und Gehör verschafft werden" - so die Forderung der InitiatorInnen Florentine Frantz (13 Jahre), Igor Mitschka (14 Jahre) und Sven Hergovich (17 Jahre). ****

Igor Mitschka hielt eingangs fest, dass es "unfair und undemokratisch" sei, dass die, die von der Schule am meisten betroffen sind, am wenigsten in die Entscheidungen eingebunden werden. Die SchülerInnen verlangen darum die Mitbestimmung auf allen Ebenen: So soll jede Klasse, unabhängig von Schulstufe oder Schulart, zwei KlassensprecherInnen wählen können. Außerdem soll es an allen Schulen ein Schulparlament geben, das die derzeitigen Gremien (Schulforum und Schulgemeinschaftsausschuss) ersetzen würde und aus den KlassensprecherInnen und einer kleineren Anzahl an Erwachsenen (Eltern und Lehrern) bestehen soll. Dieses Gremium hätte so wichtige schulinterne Regelungen wie die Hausordnung zu beschließen. Am Beginn des Schuljahres sollen weiters an allen Schulen SchulsprecherInnen gewählt werden, wobei alle Schüler stimm- und kandidaturberechtigt sein sollen.

Fünf Pakete zur "Coolen Schule" in einem Antrag

Die fünf Wunschpakete der SchülerInnen wurden schließlich in einem Entschließungsantrag von SPÖ und Grünen zusammengefasst.

Paket 1: Mitbestimmung und Schule
Paket 2: Raumgestaltung und Schule: z.B. Schülerfreundlichere Schulen, neue Klassengestaltung
Paket 3: Unterricht und Schule: Die Kinder wünschen sich u.a. neue Unterrichtsmethoden, mehr individuelle Förderung, Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25.
Paket 4: Zusatzangebote und Schule: Neue Freifächer, Förderunterricht, bessere pädagogische Ausbildung der Lehrer
Paket 5: System und Schule: Stärkere Förderung der Alternativschulen, neue Struktur der Unterrichtszeiten, neue Formen der Beurteilung, kostenlose Ganztagsschulen.

Wie der SPÖ-Bildungssprecher betonte, entsprächen die Forderungen des Kinderkongresses in vielen Fällen den Vorschlägen der Zukunftskommission und den Erkenntnissen moderner Pädagogik. "Den Kindern und Jugendlichen geht es nicht um Eigeninteressen, sondern um eine bessere Schule. Es geht ihnen nicht darum, dass sie es sich leichter machen und etwa die Noten abschaffen wollen, sondern es geht ihnen darum, einen besseren Unterricht zu erreichen", so Niederwieser. Der SPÖ-Bildungssprecher erklärte weiters, dass jeder, der den Kinderkongress vor einem halben Jahr im Parlament beobachtet hat, feststellen konnte, wie konzentriert die Jungen arbeiten: "Wer das gesehen hat, für den stellt sich die Frage nicht, ob Kinder überhaupt in der Lage sind, mit zu entscheiden." Für die SPÖ ist klar, dass es höchste Zeit ist, Schulentwicklung gemeinsam zu diskutieren und zu formulieren.

ÖVP und BZÖ - kein Interesse an Kinderkongress

Kritik mussten die Regierungsparteien einstecken, die zum Kinderkongress im vorigen November trotz Einladung nicht erschienen waren - im Gegensatz zu SPÖ und Grünen. ÖVP und BZÖ hätten bis gestern auch keine Gespräche geführt, daher hätten SPÖ und Grüne die Forderungen des Kinderkongresses in einen Antrag fließen lassen. Heute hätten die Abgeordneten plötzlich einen Entschließungsantrag der Regierungsparteien erhalten, in dem allerdings so gut wie nichts enthalten sei, informierte Brosz. Der einzige Vorschlag laute, dass jetzt - wenige Monate vor der Wahl - eine Kommission mit der Bundesschülervertretung gebildet werden soll, was zur Folge hätte, dass genau jene SchülerInnen, um die es hier geht, wieder nicht vertreten wären. (Schluss) cs

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