Verleihung des 25. "Salzburger Stier" erstmals in Wien - Ö1 überträgt live aus dem RadioKulturhaus

Wien (OTS) - Der internationale Radio-Kabarettpreis "Salzburger Stier" feiert heuer Jubiläum und Premiere: Er wird bereits zum 25. Mal verliehen, die Übergabe findet erstmals in Wien statt. Im RadioKulturhaus werden am 20. Mai Mnozil Brass aus Österreich, Andreas Rebers aus Deutschland und Gabriel Vetter aus der Schweiz ausgezeichnet. Den Auftaktabend am 19. Mai bestreitet Josef Hader mit seinem aktuellen Programm "Hader muss weg". Beide Abende des 25. Kabarettforums "Salzburger Stier" aus dem bereits restlos ausverkauften RadioKulturhaus werden live in Österreich 1 übertragen.

Der "Salzburger Stier", einer der renommiertesten Kabarettpreise im deutschsprachigen Raum, wurde 1982 von den Radiomacher/innen des ORF, der ARD und des Schweizer Radio DRS ins Leben gerufen. Ziel war es, deutschsprachige Kleinkunstproduktionen auch über die Grenzen des eigenen Landes hinaus hörbar zu machen. Seither werden alljährlich jeweils drei bemerkenswerte Kabarettprogramme aus Österreich, Deutschland und der Schweiz mit dem "Salzburger Stier" ausgezeichnet. Im Rahmen dieser größten Radiokooperation, an der seit 2004 auch der RAI-Sender Bozen beteiligt ist, wurden bisher mehr als 140 der namhaftesten Kabarettistinnen und Kabarettisten prämiert.

Zum 25. Jubiläum macht das Kabarettforum "Salzburger Stier" erstmals Station in Wien. Josef Hader eröffnet die zweitägige Veranstaltung im RadioKulturhaus am 19. Mai mit seinem Programm "Hader muss weg". Der "Stier"-Preisträger von 1985 umschreibt sein Programm so: "Es kommen vor: eine nachtschwarze Vorstadtstraße voller Gebrauchtwagenhändler, eine heruntergekommene Tankstelle, ein grindiges Lokal, ein Kuvert mit 10.000 Euro, eine Schusswaffe und ca. sieben verpfuschte Leben. Nicht vorkommen werden Prominente und Bundeskanzler. Es wird also wieder total unpolitisch." Ö1 überträgt live ab 19.05 Uhr.

Am 20. Mai werden Mnozil Brass (Österreich), Andreas Rebers (Deutschland) und Gabriel Vetter (Schweiz) mit dem "Stier" 2006 ausgezeichnet und unterhalten mit Auszügen aus ihren aktuellen Programmen. Auch dieser Abend ist live in Ö1 ab 19.05 Uhr zu hören.

Die Preisträger 2006

Mnozil Brass - das ist angewandte Blechmusik für alle Lebenslagen. Thomas Gansch, Roman Rindberger, Wilfried Brandstötter, Leonhard Paul, Robert Rother, Gerhard Füßl und Zoltan Kiss bieten traditionelle Blasmusik ebenso wie intensiv interpretierte Musikparodien. Mnozil Brass wurde 1992 gegründet. Zusammengefunden hat das Septett in einem Wirtshaus nahe der Wiener Musikhochschule in der Seilerstätte. In den Kellergewölben des "Mnozil" unterhielten die sieben Blechbläser die Gäste des Lokals mit einer bemerkenswerten musikalischen Mischung, die von Schostakowitsch und Tango über Udo Jürgens und Kirchenchoräle bis zu Jazzrhythmen reichte. Mnozil Brass interpretiert Klassisches und Modernes eigenwillig, eigenständig und kreativ. Hohe Musikalität, Humor, Teamgeist und Selbstverständnis zeichnen die sieben Blechvirtuosen aus. Was sie an Klängen zwischen Joseph Haydn und Freddie Mercury auf die Bühne bringen, schmilzt zu einer Bühnenperformance zusammen, die man - laut Angaben der Musiker - sehen, hören und riechen kann. Die Wiener Blechbläserkomödianten von Mnozil Brass sind eine der ungewöhnlichsten Blaskapellen zwischen Nizza und Laibach - und das im besten Sinn.

Der "Salzburger Stier 2006" für Deutschland geht an den Kabarettisten und Musiker Andreas Rebers, der in seinen Programmen eine ganz eigenständige Form der Unterhaltung entwickelt hat: Satire und Poesie, skurrile Erzählstücke und musikalische Mini-Dramen fügen sich zum Gesamt(-Klein)kunstwerk. Die Wirklichkeit verrutscht dem Künstler genauso wie der viel zu große Anzug, und alle Versuche, das Chaos zu bewältigen, führen weiter ins Dickicht des alltäglichen Irrsinns. Für seine Soloprogramme erhielt Rebers (Jahrgang 1958) u. a. den "Wolfsburger Wolf" (2000) und den "Prix Pantheon" (2003). Andreas Rebers verkörpert in seiner Person und seinen Programmen die Nord-Süd-Spannung in Deutschland, da ihn sein Weg von den norddeutschen Rübenfeldern mitten hineinführte in die Schicki-Micki-Gesellschaft Münchens, wo er heute mit seiner Familie lebt. Sein Programm ist "niedersächsische Boulevardkomödie und bayrische Großstadttragödie. Es ist kein Politkabarett und dennoch hochpolitisch." (Süddeutsche Zeitung)

Der bisher jüngste "Stier"-Preisträger ist der Schweizer Gabriel Vetter, Jahrgang 1983. Er ist einer der schillerndsten Vertreter der Slam Poetry - Literatursport, Wortakrobatik, Performance, 1986 in Chicago erfunden und seit Mitte der 90er Jahre auch in Europa zu Hause. Ob in tosenden Wortkaskaden im Schaffhauser Dialekt oder in Versen, die ironisch an Goethe erinnern: Gabriel Vetter zelebriert die Absurditäten des privaten und des politischen Alltags. Dank der Detailschärfe seiner Beobachtungen, seinem Wortwitz und seiner leidenschaftlichen Vortragskunst ist Vetter im Oktober 2004 beim 8. German International Poetry Slam zum Champion gekürt worden. Im vergangenen Herbst ist seine Debüt-CD "Tourette de Suisse" erschienen.

25 Jahre "Salzburger Stier" in Österreich 1

Bereits am 14. Mai stimmt das Kleinkunstmagazin "Contra" (22.05 Uhr, Ö1) auf den großen "Stier"-Event am 19. und 20. Mai ein: Der Rückblick auf 25 Jahre "Salzburger Stier" bringt ein Wiederhören mit Preisträgern wie Lukas Resetarits, Emil Steinberger, Dolores Schmidinger und vielen anderen.

Aus dem reichhaltigen Fundus der vergangenen 25 "Stier"-Jahre, die die Geschichte des deutschsprachigen Kabaretts widerspiegeln, bietet Ö1 zudem ab 11. Juni (9.30 Uhr) einige der bemerkenswertesten Beiträge in einer 16-teiligen Porträt-Serie zum Wiederhören. Den Auftakt macht Gerhard Bronner, "25 Jahre Salzburger Stier im Porträt" ist jeweils sonntags ab 9.30 Uhr in Österreich 1 zu hören.

Porträts der "Stier"-Preisträger 2006 sind am 27. August (Gabriel Vetter), 3. September (Mnozil Brass) und 10. September (Andreas Rebers) im Kleinkunstmagazin "Contra" zu hören - immer sonntags um 22.05 Uhr in Ö1.(hb)

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