Neues Volksblatt: "Maßstab" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 8. Mai 2006

Linz (OTS) - "Wichtig ist der Maßstab, den wir anlegen", sagte SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer gestern in der ORF-Pressestunde. Es ging dabei um um den Lebensstil von Menschen, die in der Politik tätig sind. Dass Gusenbauer von Penthousebewohnern nicht die beste Meinung hat, tat er bekanntlich am 1. Mai auch offiziell kund.
Aber das mit dem Maßstab ist immer so eine Sache. Wenn die Arbeitslosigkeit - wie etwa in Oberösterreich - seit Jahren im nationalen wie auch internationalen Vergleich niedrig ist, dann malt die SPÖ trotzdem Horrorbilder an die Wand. Und wenn Österreich trotz widriger konjunktureller Umstände einen Beschäftigtenrekord erzielt, dann erwähnt das die SPÖ mit keinem Wort. Mit den Penthousebewohnern ist das auch so. Der Maßstab, der von der SPÖ seit dem Platzen der BAWAG-Affäre angelegt wird, ist ein anderer als vorher. Jahrelang war Fritz Verzetnitsch ein wohlgelittenes Mitglied des SPÖ-Parlamentsklubs. Trotz seiner nicht ganz bescheidenen Bleibe ist von Berührungsängsten zwischen der SPÖ-Spitze und ihm nichts bekannt. Wer sich den Maßstab zurechtbiegt, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

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