"profil": Bawag drohen neue Schadenersatzforderungen aus den USA

Zwei Sammelklagen in New York eingebracht - Anwälte sprechen von "mehreren hundert Millionen bis zu einer Milliarde Dollar"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, drohen der Bawag in den USA weitere Schadenersatzroderungen. Zwischen 2. und 5. Mai wurden am Southern District Court von New York gleich zwei Sammelklagen gegen die österreichische Gewerkschaftsbank eingebracht.

Die erste stammt von der Anwaltskanzlei Kirby McInerney & Squire im Namen einer noch unbekannten Anzahl von Refco-Kunden, die zwischen 2000 und 2005 bei der Refco-Tochter Refco Capital Marktes Depots unterhielten.

In der "profil" vorliegenden Eingabe wird der Bawag vorgeworfen, gemeinsam mit Refco-Managern direkt an einem "ponzi scheme" (also Schneeballsystem) beteiligt gewesen zu sein, das dazu gedient habe, "Vermögenswerte zu stehlen, um Milliarden von Dollar geheimer Verluste zu verschleiern".

Die Anwälte beziehen sich auf die Tatsache, dass die Bawag über Beteiligungen und eine Stiftung in Liechtenstein mit bis zu 37 Prozent an Refco beteiligt gewesen sein dürfte. "Bawag kontrollierte Refco und war an diesem Schneeballsystem beteiligt", heißt es in der neuen Klage.

Am 5. Mai brachten auch die Anwälte der Kanzlei Bernstein Litowitz Berger & Grossmann im Namen ehemaliger Refco-Investoren eine Sammelklage gegen die Bawag ein.

Bernstein-Anwalt John C. Browne gegenüber "profil": "Bennett war auf die Hilfe von Bawag angewiesen, sein betrügerisches System zu decken. Bawag hatte Kontrolle über Bennett und daher auch über Refco. Unsere Klage, so sie Erfolg hat, wird Bawag für die falschen Bilanzen von Refco zur Verantwortung ziehen." Sein Kollege Sean Coffey ergänzt: "Es kann um mehrere hundert Millionen Dollar bis hin zu einer Milliarde gehen."

Die neuen Anträge machen die ohnehin schwierige Bawag-Rettung nur noch komplizierter, schreibt "profil". Die österreichischen Banken und Versicherungen, die dem Institut zusammen 450 Millionen an frischem Kapital zuführen sollen, haben dies unter anderem an die Bedingung geknüpft, dass so genannte Rechtssicherheit in den USA hergestellt wird.

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