- 02.05.2006, 08:24:23
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Greenpeace blockiert Tauernautobahn aus Protest gegen Tempo 160
Bundeskanzler Schüssel persönlich für Folgen des Tempo-160-Tests verantwortlich
Paternion/Wien (OTS) - Mehr als 30 Greenpeace-Aktivisten
blockieren seit acht Uhr früh die A10 Tauernautobahn bei Paternion in
Kärnten. Die Aktivisten haben sich quer über die Fahrbahn angekettet.
Anlass des Protests ist die von Verkehrsminister Gorbach initiierte
und seit heute in Betrieb befindliche Tempo-160-Teststrecke zwischen
Paternion und Spittal/Drau.
Auf einem quer über die Autobahn angebrachten Transparent wird
Bundeskanzler Schüssel aufgefordert, die "verantwortungslose
Geisterfahrt des Verkehrsministers" umgehend zu stoppen. "Wenn
Minister Gorbach selbst nicht zur Vernunft kommt, dann ist es die
Pflicht des Regierungschefs, das Projekt zu stoppen, bevor Menschen
zu Schaden kommen", so Greenpeace-Geschäftsführer Bernhard Drumel,
selbst Kärntner, vor Ort.
Seit Monaten hagelt es nicht nur wegen zunehmender Lärm- und
Schadstoffbelastung, sondern auch wegen des erhöhten Unfallrisikos
Proteste gegen die Raser-Strecke in Kärnten. Mehrere Bundesländer,
darunter das von Schüssels Parteifreund Josef Pühringer regierte
Oberösterreich, haben wiederholt erklärt, keine Tempo-160-Strecken
errichten zu wollen.
Dessen ungeachtet hält Gorbach an seinen Plänen, weitere
Tempo-160-Strecken einzurichten, fest. Drumel: "In Salzburg gilt auf
der Tauernautobahn Tempo 100, um die Menschen vor Lärm und
Schadstoffausstoß zu schützen, in Kärnten ab heute Tempo 160.
Offenbar sind die Kärntner dem Verkehrsminister weniger wichtig."
Darüber hinaus verpulvere Gorbach mehr als fünf Millionen Euro für
sein Hobby, möglichst schnell mit dem Auto fahren zu können.
"Bezahlen müssen Anrainer, Steuerzahler und Umwelt", kritisiert
Drumel.
Greenpeace macht Regierungschef Schüssel und Verkehrsminister
Gorbach persönlich für die Gefährdung der Sicherheit und die
zusätzliche Umweltbelastung auf der Tempo-160-Strecke verantwortlich.
"Was muss passieren, damit der Verkehrsminister eingesteht, dass der
Test ein Misserfolg war? Für eine Zeitersparnis von nicht einmal
einer Minute eine erhöhte Umweltbelastung und Gefährdung der
Verkehrssicherheit in Kauf zu nehmen, ist unverantwortlich. Der
Bundeskanzler muss endlich Verantwortung zeigen und dem Unfug seines
Regierungspartners umgehend ein Ende setzen", so Drumel.
Greenpeace fordert eine Verkehrspolitik, die auf
Verkehrsvermeidung statt Geschwindigkeitserhöhung basiert. Besonders
auf der von der LKW-Belastung besonders stark betroffenen
Tauernautobahn müssten Maßnahmen gesetzt werden. Laut Prognosen wird
hier der LKW-Verkehr bis 2015 um mehr als 70 Prozent zunehmen. "Wenn
Minister Gorbach Autofahrern und Anrainern eine Freude machen will,
dann soll er etwas gegen die LKW-Flut unternehmen", so Drumel
abschließend.
Rückfragehinweis:
Weitere Informationen sowie Fotos:
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, Tel.: 0664-5308186
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrssprecher,
Tel.: 0664-6126701 (beide vor Ort)
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