GPA-Trausznitz: Handlungsbedarf von Regierung und Unternehmen bei ArbeitnehmerInnenschutz

28. April - Internationaler Gedenktag für Arbeitstote und Arbeitskranke

Wien (GPA/ÖGB) - "In punkto Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz besteht auch in Österreich enormer Handlungsbedarf, so der stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Günther Trausznitz, anlässlich des morgigen internationalen Gedenktages für Menschen, die durch ihre Arbeit sterben, behindert oder krank werden. Trausznitz verweist auf aktuelle Statistiken, wonach die Zahl der Arbeitstoten bzw. jene der Arbeitsunfälle seit dem Jahr 2003 erstmals wieder ansteigt. Versäumnisse sieht Trausznitz auch hinsichtlich der Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen, also von Erkrankungen, die durch Arbeit hervorgerufen, mit verursacht oder verstärkt werden sowie hinsichtlich wirksamer Maßnahmen zur altersgerechten Gestaltung der Arbeitswelt.++++

"Arbeitsfähigkeit zu erhalten, spielt im Zusammenhang mit dem Weiterbestand unserer sozialen Sicherungssysteme eine Hauptrolle. Eine Vielzahl von Menschen muss heute aufgrund arbeitsbedingter gesundheitlicher Beeinträchtigungen verfrüht aus dem Erwerbsleben ausscheiden", unterstreicht Trausznitz und verweist diesbezüglich auf einen umfassenden Gestaltungsauftrag für eine alternsgerechte Arbeitswelt: "Arbeitsfähigkeit bis ins Alter hängt ab von einem gesunden Arbeitsplatz sowie von einer Arbeitsorganisation bzw. Arbeitsgestaltung, die dem Prozess des Älterwerdens von MitarbeiterInnen Rechnung trägt. Sie hängt aber auch davon ab, wie sehr die individuellen Ressourcen von Älteren gestärkt werden, etwa durch Weiterbildung, oder wie sich die Einstellung und Wertschätzung gegenüber Älteren im Berufsleben gestaltet".

Alarmierend ist aus der Sicht Trausznitzs auch die Zunahme von Krankheiten, die durch wachsenden Stress und durch psychische Belastungen in der Arbeitswelt verursacht oder zumindest mit verursacht werden. Er verweist darauf, dass Schätzungen zufolge rund 50 Prozent aller Erkrankungen arbeitsbedingt sind. Der Faktor Stress und psychische Belastungen spielt dabei eine wesentliche Rolle:
Muskelverspannungen, Bluthochdruck, Infektanfälligkeit oder etwa Erkrankungen des Verdauungstraktes stehen unmittelbar mit andauernden Stress in Zusammenhang. Rund 67 Prozent aller jährlich auftretenden Arbeitsunfälle sind stressbedingt. Die Zahl der Krankenstandstage infolge psychischer Krankheiten hat in den letzten Jahren um fast 77 Prozent zugenommen. "Stress macht krank und kostet Geld. Schon alleine deswegen sollten Maßnahmen zur Stressprävention im Interesse von UnternehmerInnen sein", meint Trausznitz und unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Den morgigen Gedenktag für Arbeitstote und Arbeitskranke nimmt Trausznitz zusammenfassend zum Anlass, um Regierungsverantwortliche und UnternehmerInnen aufzufordern, Ihre Verantwortung zur Sicherung der Gesundheit der ArbeitnehmerInnen noch stärker wahrzunehmen und mit ihnen gemeinsam ArbeitnehmerInnenschutz zu leben.

ÖGB, 27. April
2006 Nr. 291

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