Das e-card-System wird zum Export-Artikel

Hauptverband der Sozialversicherungsträger und Gesundheitsministerium unterstützen EU-Kandidat Bulgarien bei der Einführung eines elektronischen Gesundheitswesens

Wien (OTS) - In Österreich gehört der Krankenkassenscheck seit Dezember des vergangenen Jahres der Vergangenheit an. Die neue Gesundheitskarte - die e-card - bringt Vorteile für Patienten, Ärzte, Arbeitgeber und die Sozialversicherung. Das e-card System schafft eine österreichweite Breitbandvernetzung im Gesundheitsweisen und bildet gleichzeitig die Infrastruktur für eine Reihe von zukunftsweisenden Folgeprojekten. Und diesen Vorteil will sich jetzt auch der EU-Beitrittskandidat Bulgarien zunutze machen. Aus diesem Grund unterzeichneten am Rande des EU-Gesundheitsministertreffen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, der bulgarische Gesundheitsminister Radoslaw Gajdarski sowie der Vorsitzende des Verbandesvorstandes im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Erich Laminger, einen bilateralen Arbeitsplan für die Jahre 2006 und 2007 auf dem Gebiet des Gesundheitswesens. Hauptinhalt: Österreich soll Bulgarien bei der Einführung eines e-card-Systems nach dem österreichischen Muster unterstützen. Ausserdem will der Balkanstaat nach österreichischem Vorbild ein leistungsorientiertes Krankenanstalten-Finanzierungssystem (LKF-System) zur Finanzierung der Spitäler einführen. Erich Laminger: "Bei beiden Projekten hat die österreichische Sozialversicherung ja schon ausreichend Erfahrung gesammelt und kann daher entsprechendes Experten-Know-How zur Verfügung stellen".

Schon seit Monaten geben sich im e-card-Rechenzentrum im zweiten Wiener Gemeindebezirk die Verteter von ausländischen Gesundheits-Delegationen die Türklinke in die Hand und bestaunen den Start in die elektronische Zukunft des heimischen Gesundheitswesens. Laminger: "Das Ausland ist offenbar von diesen Reformschritten mehr beeindruckt, als man das im Inland wahrhaben will. Immerhin ist Österreich innerhalb der EU das erste Land, welches flächendeckend für alle Bürger und Bürgerinnen mit der e-card eine elektronische Gesundheitskarte ausgegeben und durch die Ausstattung von Arztordinationen mit der e-card Infrastruktur (GINA-Box, Kartenlesegerät) begonnen hat, Gesundheitseinrichtungen elektronisch zu vernetzen".

Konkret beinhaltet das bilaterale Abkommen mit Bulgarien folgende Maßnahmen:

  • Zusammenarbeit für eine schnellere Implementierung der Informationstechnologie bei Gesundheitsleistungen und der Gesundheitsvorsorge in Bulgarien
  • Praktische Einführung von e-health und Erhöhung der Qualität der Gesundheitsvorsorge und der Gesundheitsleistungen durch die Verwendung moderner Informationstechnologien
  • Die Einführung und praktische Entwicklung von e-health-cards, electronic health records, online health services sowie e- learning.

Bekanntlich hat die österreichische Sozialversicherung im vergangenen Jahr in 6 Monaten 8 Millionen Versicherte und fast 12.000 Ärzte mit der e-card ausgestattet. Ende 2005 wurden alle 11.700 Vertragsordinationen der Sozialversicherung an das e-card System angeschlossen sein. Derzeit werden über das e-card System täglich bereits rund 500.000 Patientenkontakte abgewickelt. Zusätzlich ist die e-card für den Einsatz als Bürgerkarte vorbereitet. Österreich ist damit das erste Land der Welt, das flächendeckend Bürgerkarten ausgibt. Somit kann jeder Bürger nach erfolgter Zertifzierung seiner e-card Dienste des E-Government in Anspruch nehmen.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Wilhelm Donner
Pressestelle, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Tel.: (1) 711 32-1124

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHS0001