Festwochen im Zeichen Mozarts und Freud

Wien (OTS) - Mozart und Freud sind die Jahrespaten der
diesjährigen Festwochen, die vom 12. Mai bis 18. Juni mit insgesamt 33 Produktionen aus 15 Ländern aufwarten, so Intendant Luc Bondy bei der Präsentation des Festivals, gemeinsam mit seinem Team, am Donnerstag. "Dass wir ohne Mozart nicht auskommen" , zeigen die Festwochen mit den Produktionen der "Zauberflöte", von "Cosi fan tute" und Zaide" mit prominenten Produktionsteams, Zeitgenössisches zum Thema trägt ein Team um Erwin Riess und Olga Neuwirth mit dem "Don Giovanni-Komplex" bei. Sigmund Freud findet sich mit seinen Theorien in der Dramatik des 20. Jahrhunderts bis heute ,so auch in den Schauspielproduktionen der Festwochen, die in vielfacher Weise um die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen jeder Art kreisen von Botho Strauß' "Schändung" bis zu Jon Fosses "Schlaf".

"Into the City" und unter die Leute gehen die Festwochen mit einer eigenen Programmlinie, die die ethnische Vielfalt der Stadt musikalisch darstellt und ein weites soziales Spektrum mit den Aufführungsorten unter anderem am Gürtel mit einbezieht. Die Veranstaltungen dieser Reihe sind frei zugänglich. Einblick in die Liebesgeständnisse von Menschen, die ihre Liebesbriefe für dieses Projekt zur Verfügung gestellt haben, bietet "5000 Liebesbriefe", zu hören an Hör-Bars in fünf Kaffeehäusern.****

Eröffnet werden die Festwochen am Freitag, 12. Mai auf dem Wiener Rathausplatz von 18 jungen Musikern, den Finalisten eines vom Wiener Mozartjahr ausgerichteten Wettbewerbes. Das genaue Programm wird noch vorgestellt.

Mozart im Mittelpunkt

Drei Mozartopern stehen im Mittelpunkt des Musikprogramms der Festwochen. "Die Zauberflöte" mit Daniel Harding am Pult in der Inszenierung von Krystian Lupa, "Cosi fan tutte", ebenfalls mit Daniel Harding, Regie Patrice Chéreau, beide im Theater an der Wien und "Zaide" im Jugendstiltheater, musikalisch geleitet von Louis Langrée, Regie Peter Sellars, stellen verschiedene Zugänge zum Werk des Jahresregenten zur Diskussion. Den zeitgenössischen musikalischen Kommentar zum Jubiläumsjahr liefert Olga Neuwirth mit dem Auftragswerk "Der Don Giovanni-Komplex, das die Komponistin rund um einen Musikwettbewerb und unerfüllte Preishoffnungen ansiedelt. Henry Purcells "Dido und Aeneas" sorgt für barocke Klänge in der Halle E im Museumsquartier.

"Into the City"

"Into the City " gehen die Festwochen an fünf Wochenenden mit einem Programm bei freiem Zugang, das eine Brücke zwischen den musikalischen Ethnien der Stadt schlägt und auch soziales Engagement zeigt. So werden in der "Night of Lovesongs" 14 Lokale am Gürtel, darunter auch Rotlicht-Klubs bespielt. Im "Club 5" in der ehemaligen Bundesanstalt für Pflanzenbau und Samenprüfung Am Tabor wird ebenso dem musikalischen Kosmos Wien und Mitteleuropa gehuldigt wie in den Spielkäfigen am Margaretengürtel, wo sich die junge Rap- und Breakdance-Szene präsentiert.

Internationales Schauspiel

Aus China, Europa, Japan, Südafrika und den USA kommen die Schauspielproduktionen, mit denen die Festwochen menschliche Gefühlslandschaften bis ins Extrem auskundschaften. Zu Gast aus Düsseldorf ist Jürgen Gosch mit seiner Inszenierung von "Macbeth" (Halle E, Museumsquartier), von Jürgen Gosch ist auch die Inszenierung von "Wer hat Angst vor Virgina Woolf" vom Deutschen Theater Berlin, die im Volkstheater gezeigt wird. Luc Bondy bringt seine Uraufführung von Botho Strauß' "Schändung" nach Shakespeares "Titus Andronicus" nach Wien (Halle E) und inszeniert im Akademietheater die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Fosses "Schlaf", eine poetisch-theatralische Meditation über das Altern. "Motortown" von Simon Stephens in der Halle G, ein Gastspiel des Londoner Court Theatre rund um britische Irak-Heimkehrer setzt sich ebenso mit politischer Gewalt auseinander wie "Faces" von John Cassavetes, eine Produktion des Deutschen Schauspielhauses Hamburg, ebenfalls in der Halle G.

Jossi Wieler ist mit einer Neuinszenierung des Kabuki-Klassikers "Gespenstergeschichten aus Yotsuya" bei den Festwochen, in der Halle G, zu Gast, Jewgenij Grischkowez mit seinem neuen Stück "Über Poe" im Schauspielhaus, und der schwedische "Zirkus Cirkör" mit Andersens "The Mermaid" (Halle E). Rund um Texte von Elias Canetti hat Heiner Goebbels sein in vielen Farben changierendes Musiktheaterstück "Eraritjaritjaka" komponiert, zu sehen in der Halle E.

Exotische Farben ins Festwochen-Programm bringen die Produktionen "Cathay: 3 Tales of China" in der Halle E und "The Gospel at Colonus" eine Soul-Gospel-Version von "Ödipus in Kolonos" im afroamerikanischen Milieu in den USA, in der Gustav Adolf Kirche in Mariahilf.

Wiederbegegnungen mit Erfolgsproduktionen stehen ebenfalls auf dem Programm: Claus Peymann und Hermann Beil spielen sich selbst in drei Bernhard-Dramoletten, darunter "Claus Peymann kauft sich eine Hose..", in der Halle G. Und Christoph Marthalers grandiose Produktion "Schutz vor der Zukunft" ist wieder im Jugendstiltheater zu sehen.

"Township Stories" und "Tshepang", beides sozial engagierte Theaterprojekte aus Südafrika und die Schweizer Gruppe Plasma mit innovativem Bilder- und Körpertheater sind im Schauspielhaus zu Gast. Bildertheater aus Berlin zeigen "Nico and the Navigators" mit "Kain, Wenn & Aber" in der Halle G. Neue Theatererfahrungen vermittelt auch die Aufführungsreihe "Troia" im "Troia"-Gebäude auf dem Schwarzenbergplatz.

Die fünf Wiener Kaffeehäuser Korb, Prückel, Stein, Weingartner und Westend bieten "Hörbars", in denen Mats Staub und Barbara Pulli Liebesbriefe von 1890 bis heute in einer Zeitreise durch die Geschichte eines Gefühls vorstellen.

Karten und Information:

Der "physische" Kartenverkauf beginnt am Samstag, 29. April im Kartenbüro der Festwochen in der Lehárgasse 3a, Samstag bis Mittwoch von 10 bis 18 Uhr und Donnerstag und Freitag von 10 bis 19 Uhr. Tel:
589 22-456

Weitere Verkaufsstellen sind im Wien-Ticket-Pavillon am Karajan-Platz und im Theater an der Wien.

o Information: Internet: http://www.festwochen.at/ Festwochen Service Telefon: 589 22 22

(Schluss) gab

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