Rack: Jährlich 2.500 weniger EU-Verkehrstote mit eCall

Bordeigenes Notrufsystem eCall soll bis 2009 verwirklicht werden

Brüssel, 27. April 2006 (ÖVP-PD) - "Wo die Technik helfen kann, unser Leben sicherer und komfortabler zu gestalten, sollten wir diese Möglichkeiten auch zum Vorteil möglichst Vieler breit nutzen. Das europaweite Notrufsystem eCall, das eigens für den Straßenverkehr entwickelt wurde, fällt genau in diese Kategorie: es macht nicht nur unser Leben sicherer, es kann tatsächlich Leben retten", sagte heute, Donnerstag, der ÖVP-Verkehrssprecher im Europäischen Parlament, Univ.Prof. Dr. Reinhard Rack. Das Europäische Parlament nahm heute in Brüssel einen Bericht zur Einführung des eCall-Systems bis 2009 an. "Durch eCall sollen jährlich 2.500 Menschenleben gerettet und die Schwere an Verletzungen um etwa 15 Prozent gesenkt werden. Aber auch die jährlichen externen Kosten des Straßenverkehrs können um rund 26 Milliarden Euro reduziert werden", so Rack weiter. ****

Das eCall-System ist Teil der e-Safety-Initiative und umfasst die Einführung eines harmonisierten europaweiten bordeigenen Notrufdienstes. "Bei einem Verkehrsunfall setzt das im Fahrzeug eingebaute eCall-Gerät einen Notruf ab, der automatisch an die nächstgelegene Notrufzentrale übermittelt wird. Dieser Notruf kann zwar auch manuell ausgelöst werden, wird bei schweren Unfällen aber automatisch vom Fahrzeug gesendet", informiert Rack. "Die Leben rettende Funktion von eCall ist die Übermittlung präziser Informationen über den Unfallort: die am nächsten gelegene Notrufzentrale wird sofort verständigt und die Rettungsdienste wissen genau, wohin sie fahren müssen. Dies führt zu enormer Verkürzung der Wartezeit bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte", so der Verkehrsexperte weiter.

Grundlage des eCall-Systems wird die kürzlich in der gesamten Union eingeführte einheitliche europäische Notrufnummer 112 sein. Dadurch wird eine Interoperabilität in ganz Europa gewährleistet. Um die Lokalisierung des Notrufs zu verbessern, hat die 112 eine Ergänzung erhalten, die E112, die eine sofortige Lokalisierung des Notrufs ermöglichen soll. Durch die Verkürzung der Reaktionszeit auf den Unfall um ungefähr 50 Prozent kann eCall zur Minderung der Schwere der Verkehrsunfälle beitragen. "Wir kommen außerdem unserem Ziel näher, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten im Straßenverkehr innerhalb der EU zu verringern, wie es im Europäischen Aktionsprogramm für die Straßenverkehrssicherheit festgeschrieben und vom Rat angenommen wurde", betonte Rack.

Offene Fragen sieht Rack jedoch noch beim Datenschutz und bei der Finanzierung des Projekts: "Auch eCall muss den Respekt der Privatperson einhalten. Die gesendeten Daten dürfen nur für den Notfall und die unmittelbare Hilfeleistung verwendet werden. Es darf keinen Missbrauch geben. Aber auch bei der Finanzierung stehen wir noch vor der Frage, ob die öffentliche Hand oder der Nutzer zahlen soll. Für mich ist hier die Freiwilligkeit wichtiger als die ordnungspolitische Keule. Wichtig ist, dass eCall rasch umgesetzt wird und somit bis 2009 startklar ist", sagte Rack abschließend.

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Rückfragen: MEP Univ.Prof. Dr. Reinhard Rack, Tel.: 0033-3-8817-5773 (rrack@europarl.eu.int) oder
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