Glawischnig fordert Stopp der TIWAG-Zahlungen an Atomkonzern

Grüne verlangen von Bartenstein Aufklärung über Atomdeals

Wien (OTS) - "Die Direktzahlungen der TIWAG an den deutschen Atomkonzern E.ON für die Beschaffung und Entsorgung von nuklearen Brennstäben untergräbt eine glaubwürdige Anti-Atom-Politik. ÖVP-Landeshauptmann Herwig van Staa hat als hundertprozentiger Eigentümerinnenvertreter dringlichen Handlungsbedarf. Die TIWAG muss so rasch als möglich aus den skandalösen Atomverträgen aussteigen", fordert Eva Glawischnig, stv. Bundes- und Umweltsprecherin der Grünen. Die Grünen betreiben auch mittels einer parlamentarischen Anfrage an BM Bartenstein Aufklärung über weitere mögliche schmutzige Geschäfte österreichischer Energieversorger (EVU) mit Atomkonzernen. Neben der TIWAG könnten auch andere EVU’s direkte Zahlungen an die Atomindustrie leisten. "Immerhin haben - mit Ausnahme der burgenländischen Bewag - alle großen heimischen Energieversorger beträchtliche Mengen Atomstrom im Strommix", so Glawischnig.

2005 zahlte die TIWAG 5,1 Mio. Euro für die Beschaffung von nuklearem Brennstoff und die Entsorgung von abgebrannten Brennstäben an die E.ON. Ein vertraulicher Geschäftsbericht listet die Zahlungen auf:
1.849.400,- Euro wurden für die ‚Brennstoffbeschaffung’ und 3.261.432,- Euro für die ‚Brennstoffentsorgung’ an die E.ON bezahlt. Dafür bezog die TIWAG im Jahr 2005 von der E.ON 950.400.000 Kilowattstunden Atomstrom. "Verharmlosungsversuche seitens der TIWAG bringen nichts. Tatsache ist, dass über die Millionenzahlungen
der Ankauf und die Zwischenlagerung von Brennelementen und indirekt die Herstellung von Brennelementen, die Wiederaufbereitung von Nuklearbrennstoff und die Castor-Transporte finanziert werden", ergänzt Glawischnig. Die Verträge datierten aus dem Jahr 1981. Es sei davon auszugehen, dass von der TIWAG insgesamt bis zu 125 Mio. Euro (!) an die Atomwirtschaft geflossen seien. "Tirol braucht keinen Atomstrom", so Glawischnig, und weiter: "Insgesamt wird in Tirol mehr Strom erzeugt als verbraucht. Bei den schmutzigen Atomgeschäften geht es nicht um Versorgungssicherheit, sondern darum, Profite zu machen. Das belegen auch die TIWAG-Pläne für vier neue Pumpspeicherkraftwerke, die letztlich mit Atomstrom betrieben werden. Nachts wird Wasser mit Atomstrom der E.ON in Speicherseen gepumpt und zu energieintensiven Zeiten wird daraus Spitzenstrom aus angeblich sauberer Wasserkraft produziert. "Die TIWAG soll in Energieeffizienzmaßnehmen und Strom aus erneuerbaren Energien investieren, statt der Atomlobby Jahr für Jahr Millionenbeträge in den Rachen zu werfen", schließt Glawischnig.

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