Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren: ÖGB fordert Präventionsgesetz

Weltweit zwei Millionen Tote durch Arbeitsunfälle - mehr Tote auch in Österreich

Wien (ÖGB) - Anlässlich des weltweiten Gedenktages am 28. April zu Verletzten und Toten am Arbeitsplatz erneuert der ÖGB seine Forderung nach mehr Einsatz für den ArbeitnehmerInnen-Schutz und nach einem Präventionsgesetz um Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz einzudämmen. "Weltweit sterben jährlich zwei Millionen Menschen durch Arbeitsunfälle. Am 28. April gedenken GewerkschafterInnen auf der ganzen Welt, egal ob am Fließband, im Supermarkt, auf der Baustelle, beim Verschieben am Bahnhof, am Krankenbett oder im Büro all jener KollegInnen, die durch die Arbeit gestorben oder krank geworden sind", so Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB.++++

Der ÖGB fordert ein Gesetz, nachdem Kranken- und Unfallversicherungen zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und bei der betrieblichen Gesundheitsförderung zusammenarbeiten müssen. Zudem fordert der ÖGB einen gesetzlichen Auftrag für die AUVA, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren aufzuzeigen mit dem Ziel, Krankheitsfälle und Unfälle entscheidend zu verringern.

Rund 50 Prozent aller Erkrankungen sind arbeitsbedingt. So zum Beispiel viele Magen- und Darmerkrankungen, Diabetes, aber auch Herz-, Lungen- und Hirninfarkte von Menschen, die jahrelang unter Stress am Arbeitsplatz leiden.
Neben arbeitsbedingten Erkrankungen gibt es auch in Österreich noch immer zu viele Berufskrankheiten, die eindeutig auf Gefahrenstoffe wie zum Beispiel Asbest zurückzuführen sind.

Laut ILO (Internationale Arbeitsorganisation) erleiden jährlich 270 Millionen Menschen Arbeitsunfälle, zwei Millionen davon sterben. Weitere 1,7 Millionen Menschen sterben laut WHO auf Grund beruflicher Erkrankungen. Auch in Österreich hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle seit 2003 erstmals wieder erhöht. Sie lag 2005 bei 121.300. Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist wieder angestiegen und lag 2005 bei 288. "Angesichts dieser erschütternden Zahlen ist rasches Handeln gefordert", so Leutner. (bm)

ÖGB, 27. April
2006 Nr. 289

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